Archiv für den ‘zazen’ Tag

Die Intelligenz des Herzens erblüht

Noseletter 45 – Was passiert, wenn man meditiert?

Es ist unerklärlich, was passiert, wenn man meditiert. Seit 45 Wochen versuche ich das Unaussprechliche festzuhalten und habe mich heute dazu entschlossen, einmal bewegende Bilder sprechen zu lassen. Bilder von Meistern der Meditation, deren Intelligenz nicht nur aus dem Herzen scheint, sondern auch aus deren Augen…

Tipps

Um einmal darzustellen, wie sich Intelligenz durch Meditation manifestieren kann, habe ich mehrere Video Clips von Meistern gesammelt, deren Intelligenz relativ leicht wahrzunehmen ist. Heute geht es also nicht so sehr um die Worte, die in den Videos gesprochen werden, sondern es ist der Versuch, Intelligenz abzubilden.

Meher Baba (1894-1969)
Wortlose Intelligenz

Wir beginnen mit Meher Baba. Meher Baba kritisierte, dass Leute sich anschreien: „Je größer die Liebe, desto sanfter die Stimme.“ Letztlich brauche man gar keine Worte mehr. Deshalb schwieg er vom 10. Juli 1925 an die restlichen 44 Jahre seines Lebens. Um sich mitzuteilen, nutzte er fortan Buchstabentafeln und ab 1954 Handzeichen.
Interview mit Meher Baba, 1932
Avatar Meher Baba

Jiddhu Krishnamurti (1895-1986)
Intelligenz hat seine eigene Disziplin

„Die Wahrheit ist ein Land ohne vorgegebene Wege“, sagt Jiddhu Krishnamurti. Keine Methode, keine Religion, kein Lehrer könne zur Wahrheit führen. Jeder sei für seinen Weg selbst verantwortlich.
Krishnamurti über Intelligenz und Disziplin
Why don’t you change?

Georges Iwanowitsch Gurdjieff (1866-1949)
Harmonische Entwicklung des Menschens

Georges Iwanowitsch Gurdjieff spricht von einem Vierten Weg als Synthese und Weiterentwicklung der drei traditionellen Wege zur Evolution des Denkens (Yogi), des Fühlens (Mönch) und des Körpers (Fakir). Demnach verläuft der Vierte Weg im täglichen Leben – nicht etwa hinter Klostermauern oder im fernen Himalaya.
Tribute to Gurdjieff
The Forth Way – Fotos und Texte

Suzuki Shunryū Roshi (1905-1971)
„Dieser Kuchen ist köstlich“

Suzuki Shunryū Roshi soll auf seinem Totenbett nach einem Stück Kuchen als letzten Wunsch verlangt haben. Seine letzten Worte waren:“Mmmhhh, dieser Kuchen ist köstlich.** (Die letzten Worte eines Meisters sind traditionell die Zusammenfassung seiner Lehre.)
Sound and Noise

Taisen Deshimaru (1914-1982)
Einzig konzentriertes Sitzen

Taisen Deshimaru, japanischer Zen-Meister in der Sōtō-Linie, ließ sich in Paris nieder und versammelte in kurzer Zeit eine Schar Anhänger um sich, mit denen er sehr erfolgreich die Verbreitung des Zen-Buddhismus in Europa begann. Es entstanden zahlreiche neue Zen-Gruppen, die die Praxis des Zazen (Shikantaza: Einzig konzentriertes Sitzen) übten.
How to sit in Zazen
Mildtätige Schläge vom Meister

Osho (1931-1990)
Das Leben in allen seinen Facetten lieben und feiern

Osho sagt, jede wie auch immer geartete Tätigkeit kann dem inneren Wachstum dienen. Osho widerspricht sich oft selbst, bewusst, denn er will vermitteln, dass es nicht auf die Worte ankommt, sondern vielmehr darum geht, die Bindung an deren Bedeutung und Inhalte fallen zu lassen – wer die Wahrheit sucht, muss den Sprung ins Unbekannte wagen.
Selling Bliss
Anybody who gives you a belief system is your enemy


Alle Meister, die ihr hier gesehen habt, sind ganz normale Menschen, die nur ein wenig intelligenter sind als der Rest der Welt, das ist alles. So intelligent, wie du und ich in unserer eigenen Weise sein können.

Und noch was zum Schluss:
Perfekte Meister gibt es zu jeder Zeit

Viel Spaß mit der Intelligenz des Herzens
wünscht

Samarpan
PS: Jemand mit Intelligenz in seinen Händen


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Verschiedene Meditationstechniken

Liebe dich selbst und beobachte wachsam – das ist die Essenz, die alle Meditationstechniken gemeinsam haben. Was Buddha in so einfachen Worten beschreibt, wurde von Meistern aller Traditionen in unzählige Meditationsübungen übersetzt. Zu meditieren bedeutet jedoch nicht nur still zu sitzen, seinen Atem zu beobachten und ein Mantra zu rezitieren. Es gibt noch andere spannende Methoden…

Sich selbst lieben und beobachten

Tipps

Die Essenz, die in jeder Meditationstechnik zu finden ist, hat Buddha im Dhammapada formuliert:

Love yourself and watch -
today, tomorrow, always.

Die Methode ist so einfach und könnte in jedem Moment praktiziert werden, wären wir nicht weit davon entfernt, uns zu lieben oder unvoreingenommen und wachsam wahrzunehmen. Über Jahrhunderte hinweg haben sich unzählige Meister aller Traditionen ihrer Schüler erbarmt und alle Arten von Techniken entwickelt, die ihnen den Weg erleichtern sollen. Im Folgenden eine nicht repräsentative Auswahl …

Traditionelle Meditationstechniken

Zazen
Vipassana Meditation
Mantras rezitieren

Zazen wird in der japanischen Tradition des Zen (einer Abspaltung des Buddhismus) praktiziert, Vipassana und Mantras im Buddhismus und im Hinduismus. Allen diesen Techniken ist gemein, dass sie weitgehend ohne körperliche Bewegung sind und strenge Regeln auferlegen, die sich über einen längeren Lebenszeitraum hinziehen.

• Zazen ist eine sehr disziplinierte Methode, bei der bewegungslos, wachsam in einer bestimmten Körperhaltung gesessen wird. Zazen ist das richtige für Menschen, die Strukturen und Disziplin lieben.
Ein praktizierender Mönch erklärt die Technik von Zazen

• Die Meditationsmethode der Vipassana Meditation dreht sich um den Atem. Ähnlich wie im Zazen wird die traditionelle Meditation der Vipassana mit einem Ehrenkodex verbunden, als Hilfe, sich nicht im gewohnten Denken zu verlieren. Wenn einmal in der Tiefe verstanden ist, was Wahrnehmen und Beobachten bedeutet, dann ist die Vipassana Meditation überall und immer zu praktizieren.
Short Introduction to Vipassana Meditation

• Viele Mantra-Meditationstechniken beruhen auf traditionellen hinduistischen Lehren. Die Gefahr dieser Methoden ist die Einschläferung des Verstandes durch ständige Wiederholung, Wachsamkeit ist dabei nur schwer aufrecht zu halten. Ein Beispiel von praktizierter Mantra Meditation:
Mantra – Om Mani Padme Hum

Traditionelle aktive Meditationsmethoden

Tanz der Derwische (Whirling)
Gurdjieffs Heilige Tänze
112 Book of Secrets Meditationen

Wie schon oben erwähnt, gibt es soviele Meditationstechniken, wie es Meister gibt und gegeben hat. Es ist mir unmöglich, einen kompletten Überblick zu geben. Deshalb hier nur eine minimale Auswahl an Methoden, die ich selbst als besonders wohltuend empfunden habe.

• Aus der arabischen Sufi Tradition kommt der Tanz der Derwische. Die Schüler drehen sich hingebungsvoll um ihre eigene Achse, sie lösen sich in der Liebe auf und sinken in den Raum der Wachsamkeit.
Whirling Dervishes
Auch heute noch wird der Tanz der Derwische praktiziert, in moderner Form im Osho International Meditation Resort. Videha, Lehrer der „Sufi Whirling Meditation“ im Osho Resort, erklärt in dem folgenden Videoclip: „Die Essenz der Methode ist zu dem unbeweglichem Zentrum in der Mitte der Bewegung zu gelangen, dem Raum von bewusster Wahrnehmung…“
The Touch of the Divine

• Gurdjieffs Heilige Tänze sind eine Meditationsmethode, die ebenfalls aus alter Tradition stammen. Ein Ausschnitt aus dem Film über Gurdjeffs Suche:
„Meetings with Remarkable Men“. Der Abt des Klosters erklärt, die Schüler bewegen sich ohne Unterbrechung durch ihren Körper. Die ganzen Automatismen werden aufgelöst und zurück bleibt liebevolle Wahrnehmung.
Eine westliche Demonstration „Ho Ya“ im Osho Resort

Auch die Gurdjeff Tänze werden heute noch praktiziert, zum Beispiel auf Korfu.

• Die 112 Meditationstechniken aus dem tantrischen Buch der Geheimnisse arbeiten mit Wahrnehmung auf vielen Ebenen. Ein paar Beispiele:

Die Kunst des Zuhörens
Mitten im größten Verlangen wende dich ab
Fühle mit jedem Lebewesen
Balsam auf Beziehungswunden

Zeitgemäße aktive Meditationsmethoden

OSHO Dynamische Meditation
OSHO Kundalini Meditation
OSHO Mystic Rose Meditation

Der moderne, reizüberflutete, psychisch angespannte Mensch braucht aktive Meditationstechniken, um liebevoll wahrnehmen zu können. Er ist so voll mit Eindrücken und psychischen Belastungen, dass es ihm schwerfällt, sich dem Raum der Wahrnehmung hinzugeben. Die Osho Meditationstechniken beginnen alle mit körperlich aktiven Phasen und dann erst folgt stilles Nichts-Tun. Der Körper und der Verstand werden zunächst erschöpft, damit Hingabe und Loslassen danach relativ einfach passieren können.

OSHO Dynamische Meditation
OSHO Kundalini Meditation
OSHO Mystic Rose Meditation 1. Teil
Mehr über den 3-wöchigen Prozess

Es gäbe noch so viel mehr über Meditationstechniken zu sagen, vielleicht mache ich mal wieder einen Noseletter, bei dem ich auf Vor- und Nachteile einzelner Techniken eingehen werde. Ich kann nur empfehlen, mit allen möglichen Techniken zu experimentieren. Eine Methode auswählen und sie am besten ein paar Wochen lang ausprobieren, tief in die Technik eindringen und wenn sie nicht beglückt, dann zur nächsten weitergehen. Solange, bis Buddhas letztendliche Meditationsübung zum Lebensalltag geworden ist, 24 Stunden lang:

Liebe dich selbst und beobachte

Viel Spaß beim Experimentieren
wünscht

Samarpan

PS: Der Webdesigner von FindYourNose.com stellt sich vor
PPS: Welche Meditationstechnik passt zu mir?

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Arbeit

Die richtige Körperhaltung beim Meditieren

Osho hat der Haltung während des Still Sitzens – meines Wissens nach – keine große Bedeutung gegeben. Aufrecht sollte man sitzen, doch wie genau, das bleibt dem Gefühl des Individuums überlassen. Hauptsache der Körper ist entspannt, locker und empfänglich.

Als ich die folgende Beschreibung des französischen Zen Meisters Roland Rech las, war ich beeindruckt, wie sehr der Körper im traditionellen Zen auf Stille vorbereitet wird. Der Haltung wird große Bedeutung beigemessen. Ein Auszug aus einer sehr langen und interessanten Anleitung.

*Anmerkung: Zazen ist eine stille Technik, bei der der Meditierende mit offenen Augen sitzt.*

Der Körper bleibt sanft und geschmeidig im Gleichgewicht

Tipps

Konzentriert euch ab Beginn des Zazen gut auf eure Haltung. Neigt das Becken nach vorne und drückt mit den Knien auf den Boden. Wenn man das Becken nach vorne neigt, ist es wichtig, das Gleichgewicht zu finden. Wenn man ein Hohlkreuz macht, wird die Atmung abgeschnitten. Wenn man nicht weit genug nach vorne geneigt ist, kann man nicht die Energie in den Unterleib hinabsteigen lassen. Es ist wichtig, dies zu beobachten und die richtige Beckenneigung zu finden.

Man muss so auf dem Zafu (Sitzkissen) sitzen als wolle man, dass der After das Zafu nicht berührt. So übt man auf das Zafu einen Druck aus mit einem Punkt, der sich im Zentrum des Dammes befindet und eine Energiequelle ist. Man entspannt den Bauch und lässt das Körpergewicht auf das Zafu drücken. Es ist wichtig, sich gut verwurzelt zu fühlen.

Ausgehend von dieser Grundlage streckt man die Wirbelsäule, von der Taille, vom fünften Lendenwirbel aus. Man entspannt alle Verspannungen des Rückens, des Nackens. Man streckt die Wirbelsäule bis hinauf zur Schädeldecke, so als wolle man mit der Schädeldecke in den Himmel stoßen. Das Kinn ist zurückgezogen, die Schultern sind entspannt. Man muss eine starke Energie in der Nierengegend spüren und darf die Haltung nicht weich werden lassen. Man spürt eine starke Energie im Nacken.

Aber die Haltung darf nie starr, rigide werden; sie bleibt sanft, geschmeidig. Das Gleichgewicht zu finden ist wie eine Gitarre stimmen: Man muss es immer wieder machen, aber nicht pausenlos.

Beim Zazen gibt es also eine Zeit, in der man seine Haltung korrigiert, und eine Zeit, in der man sich in die Haltung hinein gibt, in der man sich von der Haltung leiten lässt. Man darf kein willensgesteuertes Zazen praktizieren. Zazen ist gleichzeitig Konzentration und Loslasssen. Wenn man völlig konzentriert ist, kann man sich völlig vergessen und sogar die Konzentration aufgeben. Der willensgesteuerte Geist der Konzentration wird aufgegeben.

Der Kiefer ist entspannt, die Zunge liegt am Gaumen, der geschlossene Mund spricht nicht. Man betrachtet seinen inneren Dialog, aber nährt ihn nicht. Man kehrt zur geistigen Stille zurück.

Die linke Hand liegt in der rechten, die Daumen sind waagerecht, die Handkanten in Berührung mit dem Unterleib. In Zazen machen die Hände nichts, ergreifen nichts. Das beeinflusst den Geist, der selbst ebenfalls nichts macht und nichts ergreift. Man konzentriert sich einfach auf die Berührung der waagerechten Daumen, auf den sanften Daumenkontakt.

Wenn man seine Aufmerksamkeit auf diesen Daumenkontakt richtet, kann man aufhören, mit seinem Vorderhirn zu denken, aufhören Gedanken zu produzieren. Man kann mit seinem ganzen Körper völlig gegenwärtig sein, völlig hier und jetzt, in Einheit mit seiner Praxis. Mit dem ganzen Körper denken, nicht nur mit seinem Kopf.

Atmet tief ein und aus, ohne mit vollen oder leeren Lungen zu verweilen. Die Atmung wird fließend und beeinflusst das Bewusstsein, das auf nichts verweilt. So kann man am Ende jeder Ausatmung zum Nullpunkt des Nicht-Denkens zurückkehren, all seine Sorgen loslassen und einen freien, verfügbaren Geist wieder finden. Augenblick für Augenblick. Und dies im Alltag fortsetzen. Das ist die wesentliche Praxis des Sesshin.

Wenn man sich nicht bemüht, seine Atmung mit dem Willen zu kontrollieren, entspannen sich Körper und Geist, und die Atmung wird auf natürliche Weise fließend. Der Geist, der misst und vergleicht, ist aufgegeben. Es ist einfach ein Körper, der atmet, in Einheit mit dem ganzen Kosmos. Kein Ego, niemand, der atmet. Atmet mit dem ganzen Körper, nicht nur mit dem oberen Lungenteil, nicht nur mit dem persönlichen Willen. Schließlich gibt man sich der Atmung hin.

Nachzulesen bei Roland Rech: Kommentare zum Parinirvana Sutra


Viel Spaß beim Meditieren und Experimentieren

wünscht euch

Samarpan

PS: Der Tipp der Woche ist besonders interessant für Frauen, die ihre Wut unterdrücken…

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