Archiv für den ‘wahrnehmen’ Tag

Hindernisse beim Meditieren 2. Teil

Hindernisse-meditation2

Noseletter 76 – Was passiert, wenn man meditiert?

In diesem Noseletter der zweite Teil gängiger Stolperfallen in der Meditation

Hindernisse erkennen

Meditation ist ein individuelles Abenteuer. Wenn hier allgemeine Hindernisse in der Meditation beschrieben werden, dann nur um zu helfen, den eigenen richtigen Weg zu finden.
Aus dem letzen Noseletter:
Hindernisse beim Meditieren 1 – 4

Hindernis 5:
Zuviel Aufmerksamkeit auf der „richtigen“ Sitzhaltung

Hauptsache, ungestört sitzen

Halte dich beim Meditieren nicht mit der „richtigen“ Sitzhaltung auf. Wenn du in der Lotus Position sitzen kannst, dann ist es gut, wenn nicht, auch gut. Sitze in einer Weise, die dir leicht fällt, auf einem Stuhl vielleicht, oder in einem Sessel. Es ist gut, wenn die Wirbelsäule gerade ist, doch auch das musst du nicht zu ernst nehmen. Die gerade Sitzhaltung der Buddhastatuen ist lediglich ein Hinweis auf etwas, was innen passiert. Finde deine eigene Position, in der du aufmerksam und wach bleiben kannst.

Hindernis 6:
Zu aktiv oder zu passiv sein

In der Mitte bleiben

Viele Meditierende werden entweder zu aktiv oder sie tun überhaupt nichts mehr. Wenn du zu schnell bist und zuviel tust, dann erschaffst du in dir Unruhe. Wenn du nichts mehr tust, dann wirst du verschlafen und lethargisch. Bleibe am besten in der Mitte. Iss nicht zuviel und hungere nicht zuviel. Schlafe nicht zuviel und schlafe nicht zu wenig. Jede Art von Extremen sollten vermieden werden.

„Wenn jemand diese Art von Balance zwischen Anstrengung und Anstrengungslosigkeit erreicht, zwischen Zweck und Zwecklosigkeit, zwischen Sein und Nicht-Sein, zwischen Denken und Nicht-Denken, zwischen Handeln und Nicht-Handeln… dann kann er sich erlauben, mit dem Gang der Dinge zu fließen. Dann kann er sich selbst loslassen.“
Osho – Zitat Auszug aus Secret of Secrets,Vol. II


Hindernis 7:
Meditation zu ernst nehmen

Behalte dir deinen Humor

Es passiert leicht, dass man beim Meditieren zu ernst wird. Religiöse Menschen werden oft traurig und lebensverneinend. Wenn du zu ernst wirst, versinkst du in deiner eigenen Dunkelheit, in deiner Negativität. Eine wirklich religiöse Person hat Sinn für Humor, ist lebensbejahend und freudig. Er geht völlig in seiner „Arbeit“ auf, doch ist nicht zwanghaft und kalt. Achte darauf, warm zu bleiben und dich nicht besser als andere zu fühlen.

Hindernis 8:
Mit Gedanken kämpfen und psychoanalysieren

Bleibe im Beobachten

Durch Meditation wirst du dir vieler Gedanken bewusst. Gedanken werden überall um dich herum sein. Der normale Instinkt ist, mit ihnen zu kämpfen und sie zu unterdrücken. Durch Kampf wird man niemals frei von Gedanken. Gedanken sind nicht existent und du kannst nicht mit Schatten kämpfen.

Psychoanalytiker wählen die zweite Methode, sie kämpfen nicht mit Gedanken, sondern gehen mit ihnen mit. Auf der Couch wird jeder Assoziation nachgehangen und das fühlt sich zunächst entspannend an. Es wird nicht mehr mit den Gedanken gekämpft und das ist entspannend. Mit Gedanken mitzugehen verringert jedoch nicht den Gedankenstrom, die Gedanken bestehen fort.

Der Vorschlag der Buddhas ist, die Gedanken sein zu lassen. Völlig ruhig und ungestört beobachten, wie sie kommen und gehen. Dadurch werden sie weniger und nach und nach entsteht Stille.

Teil 3 der Meditationshindernisse im nächsten Noseletter….

Hindernisse beim Meditieren 1. Teil

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Anzeichen für „erfolgreiche“ Meditation

Noseletter 74 – Was passiert, wenn man meditiert?

Hast du manchmal Zweifel, ob du in der Meditation auf dem richtigen Weg bist, weil eigenartige Dinge passieren?

Im Folgenden 9 ungewöhnliche Erfahrungen, die geschehen, wenn sich Meditation vertieft.

GEHEIM!
9 Anzeichen, dass Meditation erblüht

Meditation-test-check

Die folgenden Checkpoints für einen Meditierenden sollen eine Anregung sein, sich noch tiefer in die Meditation zu begegeben – gerade wenn manchmal ungewöhnliche Dinge geschehen. Sie dienen der Vertiefung des Verständnisses und nicht etwa dazu, sich zu vergleichen oder damit anzugeben. Zu wissen, wo man steht, gibt die Kraft und den Mut, auf dem Weg weiterzugehen.

Wenn dir diese Erfahrungen passieren, dann halte das am besten geheim. Sprich mit niemandem darüber, sonst schleicht sich das Ego wieder ein. Vertraue deinem eigenen Weg, die folgenden Stationen sind nur Hinweise, was geschehen kann, doch jeder Mensch macht seine eigenen Erfahrungen.

„Erfolg“ in der Meditation kann bedeuten…

1. Die ganze Welt ist weit weg

Du sitzt auf einem Berg und siehst ins Tal

Wenn Meditation tiefer geht, entsteht das Gefühl aufzusteigen, größer zu werden und höher. Die Geräusche der Welt sind nur aus der Ferne zu hören. Du kannst mitten im Weltgeschehen sitzen, nichts hat sich geändert und doch ist so, als ob die Welt weit weg wäre. Du sitzt wie auf einem Berg und schaust auf das entfernte Tal.

2. Kristallklare Wahrnehmung

Jeder Ton ist ganz klar zu hören

Ein Paradox: Die Töne und Geräusche in der Welt entfernen sich, doch jeder Ton ist kristallklar zu hören. Du selbst bist still und nimmst die Dinge wahr, du wirst zum stillen See, der alles um sich herum widerspiegelt.

3. Die Welt wirkt unwirklich

Echos einer fernen Realität

Die Geräusche in der Welt wirken so, als kämen sie von einem Echo. So, als ob sie die wirklichen Töne nur weiterführen würden und selbst nicht wirklich existent wären. Alles wird leicht und ohne Gewicht, die Materie in der Welt scheint nur das Echo einer größeren Kraft zu sein. Dinge erscheinen unwirklich und bedeutungslos.

4. Du selbst verschwindest

Du hörst alles andere, nur nicht dich selbst

Du hörst die Menschen auf der Straße, den Verkehrslärm, die Vögel zwitschern, du hörst alles ganz genau. Nur dich selbst kannst du nicht hören, die inneren Geräusche und Gedanken sind verschwunden. Es gibt keine inneren Stimmen mehr. Innen ist es still und leer.

5. Licht ausstrahlende Augen

Licht, das durch die Augen hinausgeht

Die innere Stille wird mit einem großen Licht ausgefüllt, das keine Ursache oder Quelle hat. Das Licht ist immer da und fließt durch die Augen in die Umgebung. Du siehst alles um dich herum voller Licht und strahlend, grün wird grüner, eine Rose wird zu einer strahlenden Rose.

6. Du findest deinen Körper nicht mehr

Nur Licht ist

Du siehst auf deinen Körper und siehst keine Materie mehr. Der Körper ist zu Licht geworden. Materie ist verschwunden.

7. Du fühlst dich „abgehoben“

Du denkst, du kannst fliegen

Der vertraute Körper sitzt auf dem Boden, doch wenn du die Augen schließt, hast du das Gefühl zu fliegen. Du entdeckst weitere Körper in dir, den Astralkörper beispielsweise, der dir das Gefühl gibt, fliegen zu können.

8. Du bist ohne Grund glücklich

Glück, das nicht vergehen kann

Eines der offensichtlichsten Anzeichen, dass Meditation erblüht, ist das Gefühl, ohne Grund glücklich zu sein. Das Leben ist wie vorher und doch trägt dich eine Glückswelle, die nicht gestört werden kann. Gleichgültig, was passiert, du fühlst dich glücklich.

9. Du reagierst nicht mehr – bist ohne Angst

Es gibt für dich keinen Tod

Du entdeckst etwas in dir, was nicht sterben kann, was ewig ist. Das nimmt dir alle Angst und du kannst frei sehen, was ist. Wenn jemand wütend ist, dann kannst du durch die Situation hindurch sehen. Du fühlst echtes Mitgefühl mit der Person, weil du siehst, dass sie sich unnötig aufregt.

(In Anlehnung an Osho: The Secret of Secrets)

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Viel Spaß beim Meditieren

Samarpan

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Meditation und Trauma

Noseletter 68 – Was passiert, wenn man meditiert?

Wir sitzen unbeweglich, wir, die wir meditieren… Wir sehen entspannt und ruhig aus und doch werden die meisten von uns nicht etwa meditieren, sondern ‘disoziieren’, was bedeutet, sich von diesem Moment abzuspalten, zu träumen.

Menschen mit großen und kleinen Traumata haben gelernt, die alten Wunden zu vermeiden. Im Alltag wie beim Meditieren. So kommt es in der Meditation oft zu großartigen Erfahrungen, die vor allem eines ermöglichen:
Weit weg von diesem schmerzlichen Körper-Denk-System zu sein.

Träumen in der Meditation

Dissoziieren-meditation

„Ich war ein misshandeltes Kind. Immer wieder kam mein Vater im Dunkel der Nacht, wenn Frieden herrschen sollte, und vergewaltigte mich. Am Tage, wenn die Dunkelheit sich versteckte, waren meine Eltern wieder und wieder grausam zu mir. Mein nächtliches Trauma war tagsüber völlig vergessen, so wie der Tag nachts vergessen war. Und doch schien das Leben ein Geheimnis zu bewahren…

Ich praktizierte Mantra-Meditation, Atemübungen und Hatha Yoga, und mein Leben entwickelte sich weiter: Ich lehrte Meditation und dachte über den Sinn des Lebens nach. Mein Leben war reich und erfüllt.

Überraschende Entdeckung: abgespaltete Gefühle

Nach ungefähr 20 Jahren gelangte ich völlig unerwartet zu einer neuen Sichtweise. Ein spiritueller Mentor schlug mir vor, an ungelösten Fragen aus der Kindheit zu arbeiten. Nein! Die Kindheit war Vergangenheit. Meine bewussten Erinnerungen an längst vergangene Grausamkeiten hatte ich ins Land des Vergebens verbannt. Was unbewusst war, blieb unbewusst. Alles schien in Ordnung zu sein. Doch ich vertraute meinem Mentor, absolvierte zwei lange Sitzungen mit einem Therapeuten und bewältigte ein monumentales Stück Arbeit. Ich entdeckte, dass meine bewussten Erinnerungen gepaart waren mit bislang unentdeckten Gefühlen von Angst, Schmerz, Sorge und Ärger.

Der Weg aus dem Trauma:
Beobachtung von Körperempfindungen

Ich hörte auf meine innere Führung und betrachtete meine eigene Dissoziation in und außerhalb der Meditation. Ich achtete auf meinen Körper, auf subtile körperliche Impulse, auf aufkommende Empfindungen. Sowie ich meine Erinnerungen hervorholte, verstärkte sich meine spirituelle Klarheit. Ich konnte die Wahrheit erkennen, Unwahrheit und Täuschung wurden transparenter. Ich wurde immer glücklicher und begann, das lebenfördernde und das lebenzerstörende Potenzial dissoziativer Prozesse zu verstehen. Manchmal müssen wir uns in Teile zerlegen, um ein Ganzes zu werden.

Abspaltung vom Körper-Denk-System ist nicht Meditation

Durch ausführliche Interviews für meine Dissertation entdeckte ich, dass acht der Befragten, die über transzendentale Zustände berichteten, eigentlich die Erfahrung der Dissoziation gemacht hatten. Sie beschrieben eine Dimension lebhafter, kreativer intelligenter Impulse und berichteten, dass Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zur Ewigkeit verschmolzen, als ihr Body-Mind-Bewusstsein schwächer wurde.

Eine meiner Vorahnungen wurde bestätigt. Mein „Rückzug“ erfolgte nicht innerhalb des Body-Minds, ich hatte vom Body-Mind in die transzendentale Stille dissoziiert. Da ich dort blieb, vermied ich meine Erinnerungen – mental und zellulär. Dennoch beeinflussten sie mein Leben…“

Linda W. Edge, eine amerikanische Psychologin über Dissoziation und Meditation

Der Unterschied zwischen
sich abzuspalten und meditieren

Was ist Dissoziation?

„Dissoziation ist eine natürliche, biologisch (neurophysiologisch) angelegte Fähigkeit der Psyche, durch die bestimmte eigene Gefühle, Empfindungen, Erinnerungen, Handlungen oder Gedanken dem Bewusstsein unzugänglich bleiben: sie werden abgespalten.“

Die Trauma Beratung Leipzig bietet einen ausgezeichneten Bericht über Dissoziation

Sich abzupalten in der Meditation kann bedeuten:

• nicht „richtig da sein“
• nicht „im Körper sein“
• Gefühl des Unwirklichseins
• das Gefühl, neben sich zu stehen
• das Gefühl, verrückt zu werden bzw. zu sein…

und andere…

Mehr über Dissoziation auf www.blumenwiesen.org

Wenn jemand, der meditiert, traumatisch vorbelastet ist, wird es ihm geschehen, dass Meditation die traumatischen Erinnerungen wieder hervorholt. Es ist daher wichtig, sich vor dem Meditieren zu überprüfen, ob die Bereitschaft besteht, alleine mit unverarbeiteten Wunden umzugehen. Falls nicht, ist es ratsamer, sich in therapeutische Hände zu begeben.

Im Osten gibt es keine Therapie. Meditation wird als das Allheilmittel für alle psychischen Leiden gesehen. Im richtigen Umfeld, in der Gegenwart eines Meisters, ist es möglich, Traumata aufzulösen. Alleine jedoch, für sich auf seiner Meditationsmatte, ist es ungleich schwieriger, ja unmöglich, sich den Traumata zu stellen.

Was also ist Meditation?

Meditation hat nichts damit zu tun, den Körper zu verlassen, in einen anderen Raum zu gehen oder sich von oben aus zuzuschauen. Meditation bedeutet, wach und aufmerksam sich seines Körpers bewusst zu sein und wahrzunehmen, was immer JETZT geschieht. Der Weg geht nicht aus dem Körper hinaus, sondern in den Körper herein.

Tricks, HIER zu bleiben

Manche Religionen haben kleine Tricks benutzt, mit deren Hilfe sie die Meditierenden darin unterstützen können, im Körperbewusstsein zu bleiben. In Tibet wird in einem Höllenlärm von Glocken und Zimbeln meditiert, es ist schon fast unmöglich, sich abzuspalten und in eine Traumwelt wegzulaufen. (Beispiel einer tibetischen Mantra-Meditation) Bei den Sufis wurde ein spezielles, stark riechendes Parfum des Meisters verströmt und in Indien zündet man duftende Räucherstäbchen an, die das Bewusstsein im Moment halten sollen.

Die aktiven Meditationen von Osho haben den Vorteil, dass zunächst bewusster Raum für Wunden geschaffen wird und dann der Meditierende im weiteren Verlauf zu Integration, Zentrierung, Akzeptanz und Freude über sich selbst geführt wird. Voraussetzung ist auch hier, dass der Meditierende psychisch stabil genug ist, sich dem Prozess auszusetzen – sonst lieber erst eine Therapie machen.

Hinweis für Perfektionisten

Dissoziation ist normal beim Meditieren. Da wir die meiste Zeit unseres Lebens damit beschäftigt sind, Unangenehmes zu vermeiden, es kontrollieren und unterdrücken zu wollen, ist es ganz natürlich, dass wir uns genauso in der Meditation verhalten. Kein Grund, sich schuldig oder schlecht zu fühlen!

Viel Spaß beim Meditieren (und Träumen)

Samarpan
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Drei Säulen der Meditation: Entspannen, beobachten, nicht werten

Entspannen – beobachten – nicht-werten,
die drei Säulen der Meditation, bergen unendliche Schätze für unendliche Tiefen, die in jeder einzelnen Zelle des Körpers erfahren werden können.

Meditation ist viel mehr als ein bisschen Entspannung,
ein bisschen Beobachten und dabei niemanden zu verurteilen…

Noseletter 66 – Was passiert, wenn man meditiert?

Tiefes Vertrauen, kristallklare Wahrnehmung
und universelle Offenheit

Meditation-nicht-urteilen

Die drei Grundprinzipien der Meditation

‘Entspannen’
‘Beobachten’
‘Nicht-Werten’

sind eigentlich das gleiche. In der Tiefe sind sie Ausdruck des selben Zustandes – Meditation. Drei, miteinander verbundene Fingerzeige, die in die gleiche Richtung gehen – nach innen.

Sie unterstützen sich gegenseitig:
Entspannen, Beobachten, Nicht-Werten

• Nichts und niemanden zu bewerten schafft Entspannung

• Beobachten geschieht durch Entspannung von Körper und Gedanken

• Waches Wahrnehmen ist möglich, wenn nicht gewertet wird

• Entspannung macht es einfach, nicht zu werten…

Entspannen, beobachten und nicht-werten können nicht wirklich voneinander getrennt werden. Sie hängen voneinander ab, sie sind interdependent. Sie sind aus dem gleichen Stoff gemacht: Meditation, Tao, Nirvana, Dhamma, Bewusstsein, dem Urgrund des Seins… Dorthin geht die Reise.

Die Kunst, sich nichts vorzumachen

Entspannt und aufmerksam eine Tasse Tee zu trinken, ist zwar eine feine Sache, doch mit Meditation hat das noch nicht viel zu tun.

Bis in die kleinste Zelle entspannen

In den Medien wird über Meditation berichtet, sie würde gut entspannen und bei Stress helfen. Ein paar kleine Atemübungen und Yoga Positionen, eine geführte Entspannung und schon befindet man sich in Meditation!? Weit gefehlt. Meditation ist der Zustand einer solch tiefen Entspannung, wie wir sie uns nicht einmal vorstellen könnnen. Diese Entspannung befindet sich in jeder Zelle des Körpers, des Gehirns und des emotionalen Körpers. Tiefes Loslassen und Vertrauen, völlige Hingabe an das Leben – das ist Entspannung.

Kristallklare Wahrnehmung

Mit einem zutiefst entspannten Körper und Geist, ist es möglich, die Wirklichkeit kristallklar wahrzunehmen. Wir denken meist, dass wir wissen, was beobachten und wahrnehmen ist. Weit gefehlt. Viele Menschen auf dem Weg meinen, sie würden sich selbst meditativ beobachten, doch in Wahrheit beobachtet der Verstand: ‘Ich’ beobachte ‘mich’. Das Ego beobachtet sich selbst und das hat nichts mit Meditation zu tun. Im meditativen Beobachten gibt es kein ‘Ich’, da ist lediglich Beobachten.

Nicht einmal Werten bewerten…

Sich zu bemühen, niemanden und nichts zu bewerten, ist ein guter Anfang, doch auch das hat nicht viel mit dem Zustand der Meditation zu tun. Nicht-Werten ist der Zustand tiefster Entspannung, universeller Offenheit und Stille, die alles umfassen, sogar das Werten. Zum Beispiel ist es möglich, einen Fehler als solchen zu werten und trotzdem in dem Zustand von Nicht-Werten sein….

Paradox? Ja. Meditation ist paradox. Und dann auch wieder nicht, für den, der aus Erfahrung spricht.

Der Weg zu Meditation:
Meditationstechniken und Spontaneität

Entspannung – Beobachten – Nicht-Werten, diese Zustände sind nicht herbei zu organisieren. Schließlich geht es bei allen dreien darum, Kontrolle loszulassen, das ‘Ich-Gefühl’ (Ego) auf die Seite zu stellen und sich dem Moment hinzugeben. Organisiert, wer anders als das ‘Ich’ würde versuchen, sich zu entspannen, zu beobachten und nicht zu werten?

Wie sich annähern?

Aufgrund dieses Dilemmas für den Meditierenden wurden von den Meistern der Meditation verschiedene Meditationstechniken zur Unterstützung entwickelt. Sie zielen darauf ab, über das ‘Ich’ hinauszugehen und eine direkte Erfahrung von Meditation zu machen. Aktive Meditationen umgehen den analytischen Verstand auf einzigartige Weise, es gibt nichts für ihn zu tun, der Körper schüttelt sich oder tanzt, und die Kontrolle wird nach und nach von selbst aufgegeben… Passive Meditations-Techniken, wie die Vipassana Meditation, benötigen Erfahrung, denn es besteht die Gefahr, dass sich der innere Kontrolleur auf subtilere Ebenen zurückzieht. Wer konzentriert sich sonst auf den Atem?

Im Alltag: Kontrolle aufgeben und spontan sein

Die kontrollierenden Mechanismen des Verstandes verlieren bei einem spontan handelnden Menschen ihre Kraft. Spontaneität, Handeln ohne Nachzudenken, Handeln aus bewusster Präsenz, das ist die beste Möglichkeit, den kontrollierenden Gedanken ein Schnippchen zu schlagen. Eine für unser Denken gefährliche Alternative, die es wie nichts anderes fürchtet. Spontan sein? Ohne Kontrolle handeln? Oh je.

Ausprobieren! Zuerst mit Meditationstechniken, dann auch im Alltag.
Meditation ist nichts für Feiglinge. Meditation ist etwas für Menschen, die die Tiefen ihres Wesens erforschen und erleben möchten. Eine gefährliche Reise, die weit über körperliche Entspannungstechniken hinausgeht.

Geeignete Meditationstechniken

Tanzen
Sich schütteln
Summen
Brabbeln

Viel Spaß beim Entspannen, Beobachten und Nicht-Werten

Samarpan

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Mönche, die mit ihren Gehirnhälften spielen

Im Januar Noseletter geht es um die zwei Welten unserer Gehirnhälften. In wissenschaftlichen Studien hatten tibetische Mönche den folgenden Test gemacht und bewiesen, wie sie durch Meditation ihre Gehirnhälften unabhängig voneinander benutzen können. Mache selbst den Test und erfahre, wo du stehst.

Wechselspiel von Worten zu Farben

Sehen-meditation

Wie weit geht deine Entspannung?

Versuche, den obenstehenden Text im Bild zu lesen.
Kannst du das, ohne dabei zu zögern?
Kannst du auch die Farben vorlesen und nicht das Wort?

Konflikt der Gehirnhälften

Was passiert in dem Test mit dem Gehirn? Beim Lesen entsteht ein Konflikt zwischen den beiden Gehirnhälften. Die eine Gehirnhälfte versucht, die Farbe zu bestimmen, während die andere darauf besteht, das Wort zu sagen.

Dieser Test wurde mit tibetischen Mönchen durchgeführt, die ihn ohne Schwierigkeiten bewältigten. Sie konnten die Worte genauso schnell vorlesen, wie die Farben. Woher kommt das? Menschen, die meditieren, haben die Fähigkeit, die Funktionen ihrer Gehirnhälften unbeteiligt zuzulassen.

Im Deutschlandfunk gab es Ende Dezember 2008 einen empfehlenswerten Hörfunkbeitrag, der darauf eingeht.
Neuronen und Nirwana Teil 2, Wie das Gehirn die Welt überwindet

Wechsle die Gehirnhälfte

Normalerweise befinden wir uns in der ‘Wort-Welt’, was bei diesem Test, Probleme verursacht. Es ist jedoch relativ einfach, in die ‘Farb-Welt’ zu wechseln. Probiere es aus:

Entspanne den Bauch und schaue mit weichem, offenen Blick auf alle Farben, ohne auf die Schrift zu achten. Entspanne! Es gibt nichts zu erreichen. Entspanne die Gesichtszüge. Dann gehe langsam von einer Farbe zur anderen, während du in der Entspannung bleibst. Der Zustand ist der eines Kindes, das sich einfach nur Farben ansieht und noch keine Worte lesen kann. Bleibe in dieser Welt und lese eine Farbe nach der anderen vor.

‘Wort-Welt’ und ‘Farb-Welt’

Das ist, was in Meditation passiert. Die Welt wird mit unschuldigem Blick gesehen, sie wird zur weiten und lebendigen ‘Farb-Welt’. Was nicht bedeutet, dass nicht jederzeit wieder zur ‘Wort-Welt’ gewechselt werden kann. Die ‘Wort-Welt’ ist die Welt der Gedanken, Sorgen, Ängste. Ganz ähnlich wie beim Lesen in dem Test ist der Meditierende fähig, diese Welt lediglich wie eine Form anzusehen. Worte, Emotionen (Gefühls-Dramen) oder Gedanken sind vorhanden, doch wie die Worte im Test können sie unbeachtet beiseite gestellt werden.

Die ‘Farb-Welt’ ist die ungefilterte, sinnliche Welt. Da gibt es Gerüche, Geschmack, Farben, Gefühle und Klänge, die direkt erfahren werden können. Die sinnliche ‘Farb-Welt’ existiert genau jetzt und genau hier. Deshalb benutzen viele Meditationstechniken die Sinne, um aus dem unwirklichen Gedankenstrom der ‘Wort-Welt’ in die Gegenwart und dessen Realität zu wechseln.

Beispiele für ‘Farb-Welt-Meditationen’

Gefühle vertiefen, Sinne benutzen

Gedanken ignorieren

Mitten im größten Verlangen – wende dich ab

Auf Worte verzichten und still werden

Sprung in die Stille

Die Wahrnehmung der ‘Wort-Welt’ und die direkte Erfahrung der ‘Farb-Welt’ sind jedoch nicht das Ende der Reise. In der Meditation geht es über diese Welten hinaus, zu der einzigartigen Qualität, die beide Welten sehen kann. Zur bewussten Wahrnehmung dessen, was jenseits von Farben und Formen besteht. Es gibt viele Worte dafür: Stille, Urgrund des Seins, das Nichts, Ursprünglichkeit, der innere Buddha, Meditation…

Worte können nichts darüber erzählen – zumindest meine nicht. Deshalb endet dieser Noseletter hier.

Viel Spaß beim Meditieren
und dem Erforschen von ‘Wort-’ und ‘Farb-Welten’

Samarpan

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MediMedia – Meditation in den Medien

Bücher, Musik, Filme

Quälende Gedanken und Emotionen verlieren sich

Noseletter 59 – Was passiert, wenn man meditiert?

In schwierigen Zeiten, dann, wenn wenig Geld da ist, wenn die Beziehung kriselt, wenn die Gesundheit schwach ist… dann laufen Gedanken und Emotionen auf Hochtouren. Wie praktisch ist es dann, in der Meditation wirklich tief erfahren zu haben, dass wir nicht unsere Gedanken und Emotionen sind.

Stilles Wahrnehmen

Ohne-emotion-meditation

Nein, nein, das Leben wird nicht kalt und grau, wenn Emotionen keine große Bedeutung mehr gegeben wird. Im Gegenteil, ohne Emotionen ist Platz für die wirklichen Gefühle im Leben, Liebe, Mitgefühl, Freude, Trauer, Dankbarkeit… Situationen bleiben das, was sie sind und werden nicht von Gedanken in Horrorszenarien umgewandelt.

Gedanken als bloße Gedanken wahrnehmen

1979 entwickelte Jon Kabat-Zinn die Mindfulness-Based Stress Reduction (MBSR), die bei depressiven Patienten eingesetzt wurde. „Diese Methode der Achtsamkeit trainiert, die vollständige Aufmerksamkeit in stets akzeptierender Weise auf Erfahrungen zu richten, welche im gegenwärtigen Moment passieren.“… „Die Meditation lehrt sie, (auch depressive) Gedanken lediglich als Gedanken, und nicht als etwas Substantielles wahrzunehmen.“

Aus einem interessanten Artikel über Wissenschaft und Meditation auf Heise:
Gib dem Affen Zucker

Auf dem Fernsehsender arte wissenschaft wurde im Februar 2007 eine Dokumentation „Mönche im Labor“ ausgestrahlt. Neurowissenschaftler trafen sich mit buddhistischen Mönchen, die Meditationstechniken praktizieren, mit denen sie Konzentration und Gefühle steuern können. Eine spannende Begegnung Jahrtausendealter Tradition und moderner Technik. Die Dokumentation zeigt Neurowissenschaftler in ihren Laboren, die Versuche mit praktizierenden Buddhisten durchführen. Sie verschafft Einblicke in das Verhältnis zwischen Körper und Geist und die faszinierende Formbarkeit des Gehirns.

‘Mönche im Labor’, Artikel auf arte

Wissenschaftliche Untersuchung von Emotionen und Mitgefühl

Ich empfehle, sich die Dokumentation „Mönche im Labor“ anzusehen. Nicht nur, dass man in diesem Film beeindruckende meditierende Menschen sehen kann, die allein schon durch die Art wie sie sind, viel über Meditation aussagen. In diesem Film wird auch von Experimenten berichtet, die zeigen, wie uns Emotionen normalerweise steuern. Es gibt zum Beispiel eine Sequenz in der Dokumentation, bei der einem Mönch in einem Versuch unter die Haut gehende Bilder gezeigt werden und die einzige Reaktion des Meditierenden sind leicht bebende Nasenflügel. Das bedeutet allerdings keinesfalls, dass er kein Mitgefühl hatte. Der gleiche Versuch mit Studenten zeigt, wie deren Gesichter auf alles reagieren, was ihnen von außen angetragen wird. Die Reaktionen ihrer Gesichter wurden dokumentiert und es wird sichtbar, wie sehr ihre Gedanken ihr Leben steuern.

Die erhellende, wissenschaftliche und gut verständliche Dokumentation ist auf YouTube hochgeladen. Wer nicht die Zeit hat, sich alles anzusehen, dem empfehle ich vor allem die Teile 3, 4 und 5.

1. Ergründung des Geistes

2. Der Himmel ohne Wolken

3. Glücklicher durch trainierte Emotionen

4. Der Weg zum emotionalen Gleichgewicht

5. Was ist Mitgefühl?

6. Die Sphären des Herzens

Wenn Gedanken und Emotionen verrückt spielen…

Gedanken ignorieren
Kein Opfer der schlechten Laune anderer sein
Mitten im größten Verlangen – wende dich ab
Wutenbrannt? Sei wie tot
Die Stopp! Meditation

Viel Spaß beim Meditieren
und einem einfachen Leben

Samarpan

PS: Wer Einkäufe lieber in Stille erledigt, hier eine gute Empfehlung: Zwei kleine Experimente beim Einkaufen

PPS: Einen spirituellen Film ansehen – Bilder aus dem Unterbewusstsein

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Das Geschenk einer Zuflucht

Noseletter 47 – Was passiert, wenn man meditiert?

Der Grund, warum es überhaupt Religionen gibt, ist wohl, dass sie eine Zuflucht bieten. Die Religionen lehren, die Zuflucht sei außerhalb von uns selbst, weg von unserem normalen Leben – in einem oder mehreren Göttern. Durch Meditation finden wird die Zuflucht in uns selbst, genau hier, in diesem Leben.

Tipps

Manchmal bin ich nicht stark und erfolgreich in der Welt, sondern verletzlich und unsicher. Manchmal erschaffen die Gedanken Sorgen und Zukunftsängste. Manchmal fühle ich mich von Freunden nicht gewertschätzt… In solchen Situationen bin ich froh, zum Inneren Buddha rennen zu können, eine Zuflucht an innerer Wahrheit zu haben, die wie ein klarer Fluss das Leben unterströmt. Und hopp, bei Schwierigkeiten (und auch sonst) springe ich ins klärende Wasser (oder Licht).

Meine Zuflucht – Wahrnehmen

Alle Meditationstechniken haben gemeinsam, die Wahrnehmung über sich selbst zu stärken, also Körper, Gedanken und Gefühle aufmerksam wahrzunehmen. Die entspannte Aufmerksamkeit fällt dann mehr und mehr auf das Wahrnehmen selbst zurück. In den Überlieferungen weiser Menschen wird der Zustand des Wahrnehmens „Beobachter“ genannt, oder „Bewusstheit“. Von dort öffnet sich die Türe zum Inneren Buddha.

In meinem Leben ist der klare und aufrichtige Zustand des bloßen Wahrnehmens Zuflucht bei allen Schwierigkeiten. Es ist eine Zu-Flucht, die keine Flucht ist. Die Probleme werden nicht auf die Seite geschoben, wie das in der traditionellen Form des Betens – gleichzusetzen mit Bitten um Hilfe – der Fall ist. In der Meditation wird die ganze Situation kristallklar und im Licht von Wahrheit und Ehrlichkeit angesehen. Für mich ist das die einzige wirkliche Zuflucht, die ich habe.

Zuflucht in kleinen Schritten

Im Buddhismus geht man davon aus, dass der Mensch nicht fähig ist, gleich die Zuflucht in der höchsten Wahrheit zu finden. Deshalb richtet sich der Buddhist innerlich auf drei Zufluchtsobjekte aus, den drei Juwelen:

• Zuflucht zu Buddha als Lehrer
• Zuflucht zu seiner Lehre (Dharma)
• Zuflucht zur Gemeinschaft der erhabenen Wesen (Sangha)

Die drei Juwelen
in dem folgenden Videoclip gibt es eine Anleitung, wie mit nur drei Atemzügen die drei Juwelen in der Meditationspraxis präsent sein können; wie in nur einer Minute eine Zuflucht geschaffen werden kann.
Three Breaths, Three Jewels

In der buddhistischen Tradition gibt es viele Gebote und Regeln, wie die drei Juwelen erreicht und erhalten werden können. Ich bin kein Buddhist und Verhaltensregeln sind für mich eher Behinderungen der Intelligenz, denn Hilfe zu tieferem Verstehen. Erstaunlicherweise muss ich jedoch feststellen, dass ich in meinem Leben durchaus den Weg der drei Juwelen erfahren habe und das ohne Gebote, einfach aus Leidenschaft…
Falls ihr mehr über den Zufluchtsort wissen wollt:

Buddhas rebellischer Ansatz
Die ganze Natur ruft die Wahrheit
Das Zentrum im großen Zeh

Viel Geborgenheit und Ruhe in der Zuflucht
wünscht

Samarpan

PS: Familienstellen zur Lösung von Verhaltensmustern


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Mit Totalität fühlen

Wenn wir etwas sehen, können wir das, was wir sehen, auch fühlen? Meditation bedeutet, mit seinen Gefühlen in Kontakt zu sein. Fühlen ist ein wichtiges Element in der Meditation. Fühlen – gleichbedeutend mit Wahrnehmen. Wahrheit kann bis in den kleinen Zeh gefühlt werden. Überall im Körper können Bewusstheit, Liebe, Leben gefühlt werden. Emotionen werden gefühlt/wahrgenommen, genauso, wie Schmerzen oder Berührung. Auch das Mit-Fühlen geht nur, wenn man sich selber fühlt. Ein Noseletter, der sich ganz dem Fühlen widmet.

Fühlen ist Wahrnehmen

Tipps

In der Meditation wird alles genau gefühlt, also wahrgenommen, was sich vor dem inneren Auge aufbaut: Gedanken, Emotionen, Schmerzen. …

„Zen bedeutet mit seinen Gefühlen in Kontakt zu sein, sie tief zu durchdringen und dann über sie hinauszugehen. In Kontakt sein, aber nicht an ihnen haften, sie nicht lieben, sich nicht sagen: ‘Jetzt muß ich aber traurig sein.’ – Es gibt Leute, die hängen an ihren Emotionen. Im Zen hängt man an überhaupt nichts. Wenn man traurig ist, ist man völlig traurig. Aber schon am nächsten Tag kann man voller Freude sein. Wie das Wetter, das sich ändert.“
Aufzug aus Der Buddhaweg – Gefühle

Bernd Schiele beschreibt die Erfahrung von Gefühlen in der Meditation so: „Sie erfahren, was Sie tatsächlich fühlen —und nicht, was Sie bloß zu fühlen glauben oder gar fühlen sollten. Sie werden immer mehr fähig, Ihre Gefühle so anzunehmen, wie sie sind; mit der Zeit werden Sie freundlicher, besser gestimmt, zufriedener und offener. Die gedankliche und emotionale Verwirrung nimmt ab, Ihr Denken und Fühlen wird reiner, klarer und direkter.“
„Das heißt nicht, dass es überhaupt keine Gefühle mehr gibt. Nur die heftigen Emotionen, die, die uns stören, haben die Tendenz zu verschwinden. Gefühle sind Teil des Lebens, und das geht weiter. Selbst wenn man Zazen macht, ist man traurig oder froh. Auch Zen-Meister haben Gefühle. Ich habe Meister Deshimaru erlebt. Er hatte Emotionen. Im Gegensatz zu den gewöhnlichen Leuten, blieb er nicht Gefangener seiner Emotionen, sie sind sehr schnell vorbeigegangen. Wenn man z.B. traurig ist, ist man völlig traurig. Man geht bis in die Tiefe der Traurigkeit. Und das geht vorbei. Das ist wie eine Wolke, die vorüberzieht. Das heißt aber nicht, dass es keine Wolken mehr gibt, sondern nur dass sie nicht verweilen. Sie ziehen schnell vorüber.“
Auszug aus Der Buddhaweg- Gefühle


Geschichte vom traurigen Zen Meister

„Ein Zenmeister weinte 48 Stunden lang. Einer seiner Schüler sagte zu ihm: „Sie sind kein richtiger Meister. Sie lassen sich von ihren Emotionen überwältigen und heulen wie ein kleines Kind.“ Der Meister antwortete: „Meine Freiheit besteht darin, zu weinen, wenn ich traurig bin.“ Er war völlig eins mit seiner Trauer, als er traurig war. Und er war wirklich in der Tiefe seiner Traurigkeit. Der Erfolg davon war aber, daß er den größten Teil seiner Traurigkeit in 48 Stunden bewältigt hatte. Dann war’s vorbei.

Es gibt andere Leute, die gegen die Trauer kämpfen und sich bemühen, sie zu verbergen. Sie verleugnen die Trauer und tun so, als wären sie überhaupt nicht traurig. Es gelingt ihnen nicht zu trauern. So bleiben sie mit dieser Trauer dann Monate lang. Das ist viel schlimmer. Das sollte man nicht tun.

Man kann durchaus damit fortfahren, Emotionen zu empfinden, ohne sie zu dramatisieren. Das Leben geht weiter, man wird nicht zu einem Leichnam. Man empfindet weiter Wünsche und Emotionen, aber man ist davon nicht mehr konditioniert, wird davon nicht mehr geleitet. Wenn man in einem bestimmten Augenblick traurig ist, wird das nicht mehr völlig unser Handeln ändern. Und wenn man wütend ist, wird man z.B. nicht mehr gewalttätig. Aber es ist wichtig die Wut zu zuzulassen, wenn sie da ist. Man unterdrückt sie nicht, man folgt ihr aber auch nicht. Sie wird zum Koan: Was ist das? Man kann wirklich von einer Emotion aus erwachen.“
Auszug aus Der Buddhaweg- Gefühle


„Der Übungsweg (die Meditation) hilft uns, auf eine Ebene zu gelangen, auf der die Fixierung an Gedanken oder Gefühle aufgehoben wird. Die Angst kann auf der Ichebene also durchaus weiterexistieren, Wut kann mich weiter plagen, aber ich erfahre, dass mein eigentliches Wesen sehr viel tiefer liegt und von all dem nicht erschüttert werden muß. Ich lerne, Gefühle zuzulassen und zu haben, ohne von ihnen besetzt oder blockiert zu sein. …“
Willis Jäger, Zen Akademie


Thema Mit-Fühlen

Jemand, der nicht fühlt, sich nicht wahrnimmt, ist von der Welt abgeschnitten. Nicht nur von seiner eigenen Welt, sondern auch der seiner Umgebung. Warum?

„Wie können wir uns vorstellen, was andere gerade denken oder beabsichtigen? Entscheidend ist offenbar eine Art Simulation in unserem Gehirn, sobald wir eine Person beobachten. Die Handlung wird sozusagen innerlich imitiert. Neue Forschungsergebnisse zeigen sogar: Man braucht das Gefühl für seinen eigenen Körper, um auch die Handlungen eines Gegenübers richtig einzuschätzen und sie im wahrsten Wortsinne (innerlich) nachvollziehen zu können.“
Bericht aus Psychologie Heute


„Im Mitgefühl ist immer auch ein Teil Emotion enthalten, Mitleid mit den Wesen, die leiden. Wenn man überhaupt nicht berührt ist, fällt es einem oft schwer, zur nächsten Etappe überzugehen, in der man sich fragt: „Was kann ich jetzt eigentlich tun, um dieses Leiden zu erleichtern?“ Wenn man aber von Mitleid überwältigt ist, ist das einzige, was man machen kann, mit dem anderen zu weinen, ohne dass man Weisheit schafft. Der Geist ist nicht klar, sondern ist von der Emotion ergriffen. Man kann nicht sehen, was das Richtige ist, um zu helfen. Man muss also die Fähigkeit bewahren, Emotionen zuzulassen, und die Fähigkeit kultivieren, sie schnell vorüber ziehen zu lassen und sich nicht von Emotionen gefangen nehmen zu lassen.“
Auszug aus Der Buddhaweg – Gefühle


Und schließlich:
Was kann man bei der Meditation fühlen?

„Wenn die Konzentration stärker wird, so fühlt der Meditierende Leichtigkeit in Körper und Geist. Was aber auch für Gefühle auftauchen mögen, der Meditierende sollte wissen, daß da ‘fühlen’ ist und dann das Objekt loslassen.“
Acharn Tippakorn

Viel Spaß beim Meditieren und Fühlen
wünscht euch

Samarpan


PS: Ein neues Berufsbild – der Energietherapeut

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Das Herz in der Meditation

Das Herz wird viel in der Liebe gepriesen, es hat jedoch eine noch viel größere Bedeutung für die Meditation. Im Herzen findet sich die Stille, der Frieden, die Göttlichkeit. Wer Meditation nicht wirklich vom Herzen liebt, der braucht sie nicht zu machen, denn ohne Herz ist Meditation keine Meditation. Das Herz bringt uns aus dem Denken. Vom Herzen aus kann man offen und unvoreingenommen wahrnehmen.

Mich hat die Wirkungsweise des Herzens interessiert. Auf meiner Suche durchs Internet bin ich bei den Sufis gelandet. Der Weg des Sufis (einer rebellischen Weiterentwicklung des Islams) geht seit jeher durchs Herz.

Das Herz als Tür zur Göttlichkeit

Tipps

Die Mysterien der Liebe, die Wissenschaft vom Herzen, wurden über die Jahrhunderte durch die esoterischen Lehren verschiedener mystischer Traditionen vermittelt. Besonders der Sufismus hat eingehende Studien zum Menschenherzen und dessen spiritueller Natur betrieben. Deren Schwerpunkt lag darauf, in wie weit die einzelnen spirituellen Organe innerhalb des Herzens den Reisenden transformieren und erwecken und so zu einem umfassenderen spirituellen Gewahrsein führen, einem tieferen Eintauchen in das göttliche Licht der Einswerdung. Wanderer auf dem Sufi-Pfad haben die Reise in die inneren Welten kartographiert, indem sie aufzeigen, wie das Erwecken der spirituellen Zentren des Herzens das Bewusstsein des Suchers erweitert. Sie beschreiben, wie schließlich in der innersten Kammer — dem Herz der Herzen — der Liebende mit dem Göttlichen verschmilzt und so die mystische Reise von der Trennung zur Einheit vollendet. …
Die Sonne des Lichts ist im Herzen aufgegangen.
Sie scheint, und es gibt keinen Untergang.

Al-Hakîm at-Tirmidhî
Und es gibt auch eine andere Dimension der Wissenschaft des Herzens, die bisher geheim gehalten worden ist. Dabei geht es darum, wie das Herz des Einzelnen spirituell mit der Gesamtheit des Lebens interagieren kann. Indem wir in eine neue Ära des Bewusstseins eintreten, werden diese Geheimnisse für unsere wachsende Erkenntnis zugänglich, und uns erschließt sich spezifisches Wissen darüber, in welcher Beziehung der Einzelne zum Ganzen steht und wie das Innere und das Äußere zusammenhängen. Im Herzen sind all die unterschiedlichen Ebenen der Wirklichkeit miteinander verbunden; das Innere fließt direkt ins Äußere. …..

Genaueres nachzulesen bei „Das Licht im Herzen“ von Llewellyn Vaughan-Lee

Es gibt viel über das Herz zu berichten, doch für heute will ich mich mit dem Hinweis auf obigen Artikel begnügen. „Das Leere Herz“ im Zen wird ganz bestimmt noch Thema eines neuen Noseletters werden.
Viel Spaß beim Meditieren und das Herz genießen
wünscht euch

Samarpan
PS: Wenn dein Name eine besondere Bedeutung für dich hat, dann ist das hier vielleicht das Richtige für dich
PPS: Wir haben gerade ein neues Netzwerk für Tibetan Pulsing eingerichtet…

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Weniger Dramen im Leben

Oft genug passieren Dinge im Leben, die einen wirklich zum Ausflippen bringen. Das Herz rast, die Angst versteift den Nacken und der Magen dreht sich um – ein nicht sehr gesunder Zustand. Mit Ruhe und Abstand gesehen, entpuppen sich oft die furchtbaren Ereignisse lediglich als Missgeschick, das intelligent zu lösen ist. Wie eine Studie im International Journal of Neuroscience zeigt, macht Meditation resistenter gegen „Ausflipp-Situationen“. Es gibt weniger Drama im Leben eines Meditierenden, dafür mehr echte Gefühle, wie Liebe, Dankbarkeit und Freude.

Die emotionale Achterbahn wird zum Kinderkarussell

Tipps

In der Studie wurden 25 Menschen mit langjähriger Meditationserfahrung und einer Kontrollgruppe ein gewalttätiger, stressreicher Film gezeigt. Eine Gruppe von Teenagern folterte zuerst eine Famile und brachte dann ein Familienmitglied nach dem anderen um. (Manchmal frage ich mich, warum jemand so was überhaupt verfilmt …)

Getestet wurden psychologische, physiologische und elektrophysiologische Reaktionen auf das Gesehene. Die Meditierenden hatten überall wesentlich geringere Reaktionen als die Kontrollgruppe. In einem Selbsteinschätzungstest wurden die Probanten gefragt, wie sie selbst ihre Gefühle bewerten würden. Die Angaben der Meditierenden unterschieden sich besonders signifikant bei den Emotionen von Abscheu, Wut, Angst und Unbehagen. Die Meditierer konnten während des Films wesentlich gelassener bleiben, als die nicht meditierende Kontrollgruppe. Sie zeigten auch geringere Hautwiderstände, einem autonomen, von ihrer Einschätzung unabhängigen Test. Im Gehirn wurde im Frontalbereich eine erhöhte Gamma Aktivität festgestellt. Die Kontrollgruppe hatte eine höhere Fokussierung, was bedeutet, sie waren vom Geschehen im Film aufgesogen, wogegen die Meditierenden eine weitere, ungerichtete Aufmerksamkeit zulassen konnten.

Der Test zeigte, dass langjährige Meditation resistenter gegen den normalen Dramenstress des Alltags macht. Meditierende reagieren emotional gelassener und unberührter als nicht meditierende Menschen. Es sei angemerkt, dass weniger Emotionen allerdings nicht bedeutet, gefühlsarm zu sein. Die wahren Gefühle werden stärker durch Meditation, die reaktiven, anerzogenen Emotionen verflüchtigen sich.

Weitere Ergebnisse diverser Studien zum Thema Meditation

Falls ihr Lust habt, gelassen mit eigenen und fremden Gefühlsausbrüchen umgehen zu lernen und auf dem Trockenen üben wollt, dann empfehle ich die Movie Meditation. Wenn ihr Herausforderungen sucht, dann schaut mal auf FindYourNose.com in die Filmliste. Dort gibt es Filme zu den unterschiedlichsten Dramen des Lebens. Bestimmt wirst du welche finden, die das vorführen, was dich normalerweise zum Ausflippen bringt. Filme meditativ anzuschauen ist eine unterhaltsame Art zu lernen, in jeder Lebenssituation zentriert zu bleiben.
Viel Spaß beim Meditieren und cool bleiben

wünscht euch

Samarpan

PS: Auf FindYourNose.com gibt es jetzt Mini Websites für Leute, die keine Website haben und im Internet präsent sein wollen. Oder für Leute, die auf ihre bestehende Website aufmerksam machen wollen.

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