Archiv für den ‘nonne’ Tag

Meditation macht sexuell

Noseletter 34

Es ist ganz logisch, dass die meisten Religionen in der Welt so vehement gegen Sexualität auftreten, denn Meditation macht sexuell! Ich habe es am eigenen Leib erfahren und mich darüber gewundert, als ich in einem stillen Vipassana Retreat 15 Tage lang nur über Männer nachdachte….

Tipps

Die meiste Energie verlieren wir durch die Augen, was bedeutet, wenn wir diese schließen, dann haben wir eine Menge Energie für uns zur Verfügung. Meditation erhöht die Lebenskraft auf vielen Wegen, die geschlossenen Augen sind nur ein kleines Beispiel.

Wohin bewegt sich diese freigesetzte Energie? Es ist ganz natürlich, sie folgt der Biologie und geht in die Sexualität. Es ist eine natürliche, unausweichliche Konsequenz, die jedoch eine ziemlich unangenehme Situation für unendlich viele Mönche, Nonnen, Priester und andere Gottesdiener bewirkt – der Kampf mit ihrer überraschend starken Sexualität.

Im Kampf mit der Natur

Bisher wussten es die Religionen nicht anders, als diese zu unterdrücken. Sodom und Gomorrha waren ein stets abschreckendes Beispiel dafür, was passiert, wenn Sexualität nicht unter Kontrolle gehalten wird. Doch durch Kontrolle wird Sexualität ins Denken verlegt, in Fantasien…

So träumen indische Meditierende von Apsaras, das sind halb menschliche, halb göttliche Frauen, die dem Manne nahe der Erleuchtung geschickt werden, um ihn zu verführen und ihm von seinem Weg abzubringen.
Wikipedia über Apsaras

Wenn man in Indien den Göttern dient, sprich Priester eines bestimmten Kultes ist, dann bekommt man junge Tempeldienerinnen, Mathas genannt, an die Seite gestellt. Fast alle Mathas werden sexuell ausgenutzt (nicht nur von den Priestern), da sie auf materielle Hilfe angewiesen sind.
Hilfsorganisation für Mathas

„Wie verbreitet die Prostitution in den tibetischen Klöstern war und heute wieder ist, wird nicht nur von westlichen Reisenden, sondern auch von tibetischen Historikern bestätigt. Zahlreiche Äbte hielten sich offen ihre Geliebten (Weisheitsgefährtinnen), ohne dass daran Anstoß genommen wurde. Auch im Westen ist der Sex zwischen Lamas und ihren Schülerinnen ein Dauerthema.“
Klischees um Tibet

Im Christentum gibt es Engel mit blonden Haaren und Nonnen, die vom Teufel träumen. Wenn die ansteigenden Lebenskräfte nicht mehr zu unterdrücken sind, dann finden sie ihren eigenen Weg in Homosexualität und sexuellen Missbrauch. Der geschätzte Anteil von Homosexuellen Priestern in der katholischen Kirche liegt bei 50 Prozent. „Die katholische Kirche ist nach Aussagen der geheimen Organisationen homosexueller Priester eine der größten schwulen transnationalen Organisationen der Welt.“
Über Homosexualität in der katholischen Kirche

Zum sexuellen Missbrauch ein Artikel vom Spiegel „Priester zwingen Nonnen zum Sex“

Enthaltsamkeit als Weg?

Es ist nicht so leicht, mit der vielen, sexuellen Kraft umzugehen, die Meditation mit sich bringt. Uralte Religionen, wie der Hinduismus bestehen auf hundertprozentiger, gnadenloser Abtrennung vom normalen Leben, sonst … Immer schön auf den Boden schauen! Der sanfte Blick einer vorübergehenden Frau und schon ist sie wieder da, die aufsteigende Lebenskraft!

Ein hinduistischer Rat zur Enthaltsamkeit:
„Du mußt gnadenlos alle Formalitäten gesellschaftlichen Lebens durchtrennen und ein frommes Leben führen. Nachgiebigkeit niederen, inneren Neigungen gegenüber werden Dich in den Bereich des Leidens bringen. Da nützen auch Entschuldigungen nichts. Du mußt aufrichtig in Deinem Streben nach dem erhabenen Leben in Spiritualität sein. Halbherzigkeit wird Dich in Deinem alten Zustand des Elends belassen.“
Über Enthaltsamkeit, Brahmacharya

Sexualität wachsam leben

Die Kirchenführer wissen also, warum sie Enthaltsamkeit predigen. Es ist zu befürchten, dass sonst alles außer Rand und Band gerät, wie zum Beispiel in den 70igern, im Ashram von Poona. Auch dort, wie an vielen anderen spirituellen Plätzen, spielte Sexualität eine große Rolle. Freie Liebe – ein Skandal!?
Osho, früher Bhagwan, schlägt einen anderen Weg als Unterdrückung vor. Freie Liebe ist Vorbedingung. Statt die neu gewonnene Sexualität und Lebenskraft zu kontrollieren und in den Griff zu bekommen, rät er, natürlich und entspannt mir ihr zu sein; die Sexualität genau zu erforschen, sie wahr zu nehmen und dadurch zu verstehen. Sexualität aufmerksam zu leben – solange, bis sie sich von selbst wandelt.

Ich selbst bin Oshos Anregung gefolgt. Wenn ich heute meditiere, habe ich keine sexuellen Gedanken mehr, die Fantasien haben mich verlassen.

Als Anregung eine Technik, Sexualität mit dem Partner wachsam zu erforschen

Viel Spaß beim Erforschen von Sexualität und Lebenskraft

wünscht
Samarpan

PS: Eine ausgezeichnete Schulung für Teenager, einen natürlichen Weg zu finden, wie sie mit ihrer Kraft umgehen können


Was Lustiges


Ein junger Priester, Vater Fieber, ist gerade im „Heiligen Mönchsorden von Sackleinen“ angekommen. Nach ein paar Wochen fühlt er sich so von seinen sexuellen Fantasien gestört, dass er den 96 jährigen Oberen Vater, Vater Vögel, aufsucht.

„Oh, Vater“, weint Fieber, „Ich bin in großen Schwierigkeiten wegen meiner unreinen Gedanken und sexuellen Verführungen, die mir in den Sinn kommen. Dinge wie „auf Hundeart“, oder 69, französische Notizbücher und Satin Höschen mit Bildern von Jesus drauf. Je mehr ich versuche, ihnen zu widerstehen, desto mehr sammeln sie sich in meinem Kopf.“

„Hmmm,“ sagt Vater Vögel und rückt seine Robe zurecht. „Was möchtest du also von mir wissen?“

„Also,“ antwortet Vater Fieber schwitzend, „du bist 96 Jahre alt und einer der Ältesten hier in diesem Orden. Sage mir, wie alt muss man werden, bis man von den Fleischesgelüsten befreit wird?“

„HHMMM.“ sagt Vater Vögel und schaut sich den jungen Priester genau an. „Es braucht viele Jahre von Selbstkasteiung und stillen Gebeten, bevor dein Denken von all diesen Niederträchtigkeiten gereinigt ist.“

„Wirklich?“ fragt der junge Priester. „Wie viele Jahre?“

„Also,“ antwortet der alte Vater Vögel mit einem Seufzen, „Ich kann dir sagen, 96 sind nicht genug!“

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Von Nonnen und deren Schläfenlappen

Es gibt Versuche in der Wissenschaft, Meditation biologisch, neurologisch, psychologisch, physiologisch … kurz, auf allen Ebenen des Körpers zu erklären. In Studien von Andrew Newberg, von der Universität Pennsylvania Medical School, wird berichtet, wie sich mystische Erfahrungen im Gehirn auswirken. 36 Nonnen wurden während sie beteten untersucht. Immer wenn sie sich „Gott“ nahe fühlten, zogen sie an einem Messband, worauf ihre Gehirnaktivität gescannt wurde. Es zeigte sich, dass die Schläfenlappen besonders niedrige Aktivität während dieser Zeit hatten und damit sei das „All-Eins-Gefühl“ zu erklären.

Der weltweit bekannte Autor und für authentische Spiritualität eintretende Ken Wilber bezeichnete es als albern, mystische Erfahrung wie „neurologische Rülpser“ zu behandeln. Nach dem Studium unzähliger Untersuchungen über Meditation, bin ich ihm höchst dankbar für diesen Ausspruch. Meditation bringt Unglaubliches im Körper-Geist-System zustande, was nicht mehr angezweifelt werden kann. Für diesen Noseletter erlaube ich mir jedoch eine Pause von dem Gewirr an klinischen Fachausdrücken und beschreibe die Meditationserfahrung eines ganz normalen Menschen. Mir selbst.

Meditation passiert im täglichen Leben – ein Erfahrungsbericht

Tipps

Nach ziemlich anstrengenden Körperübungen war das Still Sitzen gut für mich, es hat mir Spaß gemacht. Die Beine sind zwar manchmal eingeschlafen, doch sonst war alles ziemlich wach innen drinnen. Die Gedanken plapperten vor sich hin … Es ist nichts Großartiges passiert, außer, dass ich irgendwie mehr Kontakt zu mir selbst habe.

Danach, in der Arbeit war ich zunächst erschöpft, das Denken wollte nicht so richtig losspurten. Interessanterweise haben sich die Dinge trotzdem erledigt. Das war eine gute Erfahrung. Ich dachte, ich würde nichts tun, und am Ende des Tages war dann doch alles erledigt.

Einmal hatte ich Feuer gefangen, als mich eine Frau am Telefon mit einer schon besprochenen Sache erneut nervte. Ich bemerkte, wie meine Stimme gemein wurde und zügelte mich. Die Frau hatte auf meine leicht gewaltsame Stimme störrisch reagiert. Ganz natürlich wurde klar, dass gemein sein in diesem Fall nichts helfen wird. Ich lenkte ein, gab uns eine Auszeit und sagte, ich würde das noch mal prüfen und später zurückrufen. In der Auszeit hatte ich eine neue Idee und schließlich löste sich alles in Wohlgefallen auf.

Ein gutes Beispiel dafür, wie Wachheit und Aufmerksam-Sein nach der eigentlichen Meditationszeit nachwirken. Als ich von der Arbeit nach Hause radelte, entdeckte ich mich als neidisch. Eine schöne junge Frau fuhr in einem schwarzen Flitzer vorbei und ich erkannte, dass diese jugendliche Zeit für immer vorbei war. So etwas wie Neid drang mir in den Magen.

Eine Stunde still sitzen am Tag und während des restlichen Tages werden Gedanken laut und Gefühle überdeutlich.

Meditation ist, sich in freundlicher Art mit dem vertraut machen, was in unserem Körper und Denken vorgeht, sagt Sakyong Mipham, ein buddhistischer Mönch. Das kann alles Mögliche sein, Eifersucht, Ärger oder andere Gefühle und Gedanken. Hier ein Link zu einem kurzen, empfehlenswerten Vortrag in englischer Sprache, den ich sehr interessant zum Thema Meditation im Alltag finde. „Meditation is like drinking water“


Wer in diesem Noseletter die wissenschaftlichen Links vermisst, hier noch drei zum Schmökern:

Wissenschaftler scannen Gehirne von Nonnen

Spiritualität auf Knopfdruck

Gott und das Gehirn: Wie wir auf Spiritualität programmiert sind

Mehr Laborwissenschaft dann im nächsten Noseletter …
Viel Spaß beim Meditieren

wünscht euch

Samarpan
PS:Seid ihr schon mal durch ein Sternentor gegangen? Nein? Dann schaut mal hier drauf …

PPS: Auf FindYourNose.com gibt es zwei neue Navigationspunkte zum Thema Meditation — Einen unter Lieben, den anderen unter Arbeiten ….

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