Archiv für den ‘müdigkeit’ Tag

Müdigkeit in der Meditation

Noseletter 71 – Was passiert, wenn man meditiert?

Selten ist Schlaf so tief und wohltuend wie während einer Meditation – ein ‘Meditationsnickerchen’ kann wirklich sehr erfrischend sein. Dennoch bedeutet Meditation wach zu sein und zu bleiben und dafür hier ein paar Tipps, wie sich Müdigkeit überwinden lässt.

Praktische Tipps gegen Müdigkeit in der Meditation

Muede-meditation

Der Kopf sinkt auf die Brust und schnarch! die Müdigkeit hat den Meditierenden überwältigt. Die gute Absicht, diesesmal wirklich wach bleiben zu wollen, nützt nichts, die Müdigkeit fühlt sich unwiderstehlich und hypnotisch an.

Manchmal ist Müdigkeit in der Meditation eine Abwehr etwas Neues zuzulassen oder unangenehme, alte Gefühle wahrzunehmen (siehe Noseletter Müdigkeit wehrt Gefühle ab). Oft beruht Müdigkeit beim Meditieren aber einfach auf dem ganz normalen Wahnsinn des Alltags, dessen Stress die Kräfte aufzehrt. Wenn dann einmal Ruhe geboten wird, dann will sich der Körper erholen und schlafen – was sonst?!

Vielleicht brauchst du wirklich Schlaf! Mit einem übermüdeten Körper ist es schwierig zu meditieren. Also erst mal eine Mütze Schlaf holen. Wenn man dann immer noch in der Meditation müde ist, dann helfen vielleicht die folgenden Tipps.

Tipps gegen Müdigkeit in der Meditation

Den Körper aufwecken

Bewegung vor einer stillen Meditation
Tanzen, sich schütteln, jogging, hüpfen, spazieren gehen, Gymnastik, Dehnungsübungen, Yoga, die Fünf >> Tibeter << ®… Jede Aktivität, die den Körper warm und lebendig macht, hilft gegen Müdigkeit.

Vor der Meditation atmen!
Ein paar Minuten heftig tief ein- und ausatmen, dabei den ganzen Körper mitgehen lassen

Singen, summen, Gibberish und Töne machen
Aktivierung der eigenen Körperenergie und Wachheit über die Stimme

Körpermassage, Grimassen schneiden und Kopfhaut massieren
Nur nicht starr werden, Starre fördert Müdigkeit. Zuerst eine Massage, dann Meditieren, das ist ein wohltuender Verlauf. Nicht nur im Nacken und den Schultern, auch in den unbeweglichen Gesichtsmuskeln und am Kopf hält sich Müdigkeit gerne fest…

Tee trinken und Obst essen
Vor der Meditation eine nahrhafte Kleinigkeit essen und trinken: z. B. Obst essen und Tee trinken. Nicht zuviel zu sich nehmen und nur leicht verdauliche Nahrung, sonst hat es den gegenteiligen Effekt

Kurz-Nickerchen
Ein kurzes Schläfchen machen, etwa 10 Minuten lang, Wecker stellen und sich dann erfrischt der Stille hingeben

Aktive Meditationstechniken ausprobieren!
Mit aktiven Meditationen verfliegt Müdigkeit von selbst, die Meditationen sind unter anderem erschaffen worden, Müdigkeit und Erschöpfung in Energie zu verwandeln

Veränderung der Sitzposition
Während einer stillen Meditation die Sitzposition leicht verändern, sich leise und sanft bewegen oder strecken. Nicht zu bequem sitzen, doch auch nicht unbequem, das Mittelmaß macht’s.

Ein ästhetischer, frischer Raum

Frische Luft
Das Raumklima lieber ein wenig zu kühl halten als zu warm, eine Decke bereithalten

Klarheit und Ästhetik
Ein klarer, ästhetischer und leerer Raum unterstützt Wachheit

Wohlgeruch im Raum
In manchen Traditionen werden im Meditationszimmer Gerüche verbreitet, in Indien und Japan benutzt man Räucherstäbchen, in arabischen Ländern spezielle ätherische Öle. Wohlgeruch hält wach. (Kein Parfum verwenden, das benebelt)

Töne zum Wachbleiben
Manchmal werden Gongs und Zimbeln geschlagen, um die Meditierenden wach zu halten.

Gemeinsam meditieren

Es ist leichter, gemeinsam zu meditieren als alleine. Neben jemandem zu sitzen, der ein wenig wacher als man selbst ist, kann die eigene Müdigkeit verfliegen lassen. Wachheit ist ansteckend, das gilt besonders für die aktiven Meditationen.

Den Kopf beschäftigen

Einem Meister zuhören
Wenn ein Meister Vorträge hält oder Fragen von Schülern beantwortet, dann beschäftigt sich der Verstand des Schülers wachsam mit den Worten des Meisters. Die Abend Meditation integriert zusätzlich noch Bewegung, so dass es dem Meditierenden relativ leicht fällt, wach zu bleiben.

… und schließlich…

Müdigkeit erforschen

Nicht selten ist Müdigkeit in der Meditation ein Abwehrmechanismus, auch ‘Widerstand’ genannt. Müdigkeit kann mit Erfahrungen aus der Kindheit zusammenhängen und es kann interessant sein, zu erforschen, wann genau die Müdigkeit auftritt. Vielleicht sind es bestimmte Sätze, die gedacht werden oder vom Meister gehört werden, die den Meditierenden ins ‘Müdigkeits-Koma’ versetzen. Wer wird in dieser Situation müde? Wo genau steckt die Müdigkeit im Körper? Vielleicht existiert neben der Müdigkeit auch noch etwas Waches?

Ihr werdet sicher eure eigenen Wege finden, Müdigkeit und die Muster drum herum zu erforschen.

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Viel Spaß beim Meditieren
und Wachbleiben

Samarpan

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Unterdrückte Gefühle tauchen auf

Als ich zu meditieren begann, überfiel mich regelmäßig bleierne Müdigkeit. Ich war derart müde, dass ich beim Meditieren oder auch danach, wie in ein Koma, in einen traumlosen Schlaf, sackte. Es hat mehrere Gründe, warum man beim Meditieren so müde wird. Einer davon ist, dass Gefühle auftauchen, die man bisher nicht sehen wollte oder konnte.

Noseletter 46 – Was passiert, wenn man meditiert?

Tipps

Nie habe ich so tief und erfrischend geschlafen, wie während der Abend Meditation. Ich brauchte mich nur hinsetzen und der Kopf war unmöglich gerade zu halten, die Augenlider wurden furchtbar schwer und der Körper rutschte vom Stuhl in eine mehr und mehr liegende Position.
So ähnlich ist das am Abend beim Meditieren…

Manchmal geht es mir heute noch so. Nach ein paar Minuten koma-artigem Schlaf bin ich „knalle wach“, die Sinne sind messerscharf und Wahrnehmen fällt leicht.

Der Verstand hat seine eigenen Schutzmechanismen (wie zum Beispiel Müdigkeit), damit wir Gefühlen, mit denen wir nicht umgehen wollen oder können, nicht begegnen müssen. Er macht uns unbewusst. Wir sehen und hören das Leben normalerweise wie durch eine Nebelwand. Meditation bricht die Nebel auf und bringt uns in die Lage, wieder zu sehen – auch das, was wir gar nicht sehen wollen.

So kommt es manchmal vor, dass beim Meditieren oder auch nachher, im Alltag, Gefühle wie Angst, Wut oder Traurigkeit auftauchen. Nicht die Meditationspraxis erzeugt diese Gefühle, sie waren vorher schon da – nur werden sie jetzt sichtbar, sie sind nicht mehr so leicht vor sich selbst zu verstecken. Jemand der meditiert, sieht alles klarer, vor allem sich selbst.

Ich fühle, also lebe ich!

Matthias, unser Put-Zen-Fachmann wischt gerade nebenan den Boden. Er sagt, er sei wirklich froh darüber, genau zu fühlen, selbst wenn die Gefühle manchmal Angst machten. Die Meditationspraxis habe ihn empfindsam werden lassen. Das Leben sei mit Gefühlen intensiver, sagt er, lebendiger und offener. „Ich fühle, also lebe ich!“

Die klare Wahrnehmung, die auch alten Wunden Tor und Tür öffnet, ist nicht leicht zu ertragen. Es braucht einige Praxis, bis es möglich ist, auch starke und unangenehme Gefühle mit Abstand wahrzunehmen, ohne sich dabei zu spalten. Im Osho Meditations-Resort wird deshalb immer wieder betont, dass Meditation nur für psychisch stabile Menschen geeignet sei. Im Falle psychischer Labilität sollte erst Therapie gemacht und dann die Meditation vertieft werden.

Eine Freundin mit langjähriger Psychose hat dennoch positive Erfahrungen mit Meditation gemacht. Die geschärfte Wahrnehmung ermöglicht es ihr heute, einen psychotischen Anfall durch die eigenen, fast unmerklichen Verhaltensänderungen heranschleichen zu sehen und ihm durch Erhöhung der Tablettendosis, viel Ruhe und Langsamkeit rechtzeitig aus dem Weg zu gehen.

Der buddhistische Ansatz: Achtsamkeit

Was ich hier mit „Wahrnehmen“ als grundsätzliche Meditationspraxis beschreibe, wird im traditionellen Buddhismus und auch in modernen, psychologisch orientierten Strömungen „Achtsamkeit“ genannt.

Der Psychologe Willi Zeidler schreibt:
Achtsamkeit lehrt den Praktizierenen, sich seiner Gefühle (auch der unangenehmen) bewusster zu werden, sie intensiver wahrzunehmen, und sich ihnen zu öffnen, anstatt sie zu vermeiden. Diejenigen, die Achtsamkeit übten, bekämen die Erfahrung, Gefühle als vorübergehend, sich wandelnd und vergänglich wahrzunehmen, wodurch die unangenehmen Gefühle nicht mehr angsteinflößend sein müssten und die Positiven mehr genossen würden.

Die wiederholte Übung von Achtsamkeit erlaube dem Praktizierenden die Fähigkeit zu entwickeln, in stressreichen Situationen ruhig und zentriert von Gedanken und Gefühlen zurückzutreten, anstatt sich ängstlich Sorgen zu machen oder sich an negativen Denkmustern zu beteiligen.
Zeidler, Willi: Unterschiede in der Emotionsverarbeitung bei Achtsamkeitsmeditierenden und Nichtmeditierenden

Gesundung durch Achtsamkeit

Ein guter, einfach zu lesender und fundierter Artikel zu diesem Thema ist in der Fachzeitschrift „Geist und Gehirn“ 2006 erschienen:

„Die klinischen Anwendungen von Achtsamkeit sind heute vielfältig: Studien berichten etwa von Erfolgen bei der Behandlung von Stresssymptomen, chronischem Schmerz, Depression und Borderline-Störungen. Methodisch gesicherte Wirksamkeitsnachweise stehen allerdings noch aus.“
Willkommen im Jetzt!

Mein Kommentar

Hmmm. Meditation ist zweifellos hilfreich für körperliche und seelische Beschwerden. Es wäre jedoch weit gefehlt, Meditation über bloße Achtsamkeit zu definieren. Meditation geht über den Körper, die Gedanken und die Gefühle hinaus, und dann selbst auch noch über Achtsamkeit hinweg. Körper und Gedanken lassen sich relativ schnell wahrnehmen, Gefühle zu beobachten ist viel schwieriger, weil wir meist so sehr mit ihnen identifiziert sind. Das bedeutet, wir hegen keinen Zweifel, dass sie wirklich und berechtigt sind.

Eine Meditationstechnik zum Üben, wie man Gefühlen mit Abstand begegnen kann – ohne sich zu spalten:
Direkt Schauen


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Alles findet sich im Nichts

Einen erfrischenden, kraftschöpfenden Tiefschlaf und viel Freude an der entstehenden Wachsamkeit

wünscht

Samarpan

PS: Emotionale Wunden heilen mit Tibetan Pulsing
PPS: Zwei Buchempfehlungen zum Thema:
Emotional bewusst: Wie wir Angst, Wut und Eifersucht in kreative Energie verwandeln
Angst: Die Unwägbarkeiten des Lebens verstehen und annehmen


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Meditation ist nicht nur Zuckerschlecken

In den letzten zehn Noselettern wurde wissenschaftlich bewiesen, wie förderlich Meditation fürs Leben ist: für die Gesundheit, die Kreativität, die Wahrnehmung, die Liebe … demnächst wieder mehr darüber. Im alten Jahr möchte ich jedoch noch die Gelegenheit ergreifen, auch von den Schwierigkeiten zu erzählen, denen man begegnet, wenn man meditiert. Meditieren ist nämlich nicht nur Friede, Freude, Eierkuchen …

Schwierigkeiten in der Meditation

Tipps

In ihrem Buch „Ästhetisches Sterben mit Lachen und Meditation“ hat Pakhi einige Schwierigkeiten beschrieben, die während der Meditation auftreten können. Aus Platzgründen kann ich leider nur die Überschriften ihrer Ausführungen aufzählen:
Unruhe, viele Gedanken wahrnehmen

Schmerzen im Körper

Bleiernde Müdigkeit

Langsamkeit, nicht mehr so gut funktionieren können

Selbstbezug, Ichzentrierung

Eine erhöhte Empfindlichkeit

Die Unlust zum Small Talk

Die Schwierigkeit, ein Nichts und Niemand zu sein

Eigenartige Erlebnisse in der Meditation und …
… Unsicherheit durch Nicht Wissen

Wenn man meditiert, dann befindet man sich früher oder später wie in einem Meer. Nirgendwo kann man sich festhalten, alles bewegt sich, es gibt keine Balken für die Sicherheit. Vieles passiert mit uns, Energien erheben sich in uns und andere rühren sich nicht. Wir verstehen und wissen nicht, warum. Wenn wir unser eigenes System beobachten, dann hätten wir manchmal gerne, dass dies und jenes geschieht, wie Liebe, Freundlichkeit, Anmut etc., doch manchmal kommt genau etwas anderes, von dem wir dachten, wir hätten es längst hinter uns gelassen. Es ist ein energetisches Kommen und Gehen und wir wissen nie, warum nun dies oder jenes da ist. Es ist ein Mysterium in uns.

Aus diesem Nicht Wissen heraus müssen wir leben. Wir verstehen die Zusammenhänge nicht, wir haben keine Ahnung, warum unser System so ist, wie es ist. Warum es sich in dieser Weise verändert und warum nicht. Alles was wir tun können, ist, spontan zu handeln. Das gibt uns gelegentlich eine Unsicherheit, wir können nichts fassen, nichts festhalten, nichts begreifen. Wir schwimmen in diesem Meer des Nicht Wissens. Anfangs ist das ungewöhnlich und vielleicht sogar angstmachend. Doch mit der Zeit, wenn wir uns an dieses Gefühl gewöhnt haben, dass wir nichts wissen, dann ist es eine Befreiung. Wir können uns treiben lassen von den Strömungen, die geschehen und vertrauen darauf, dass alles gut so ist, wie es ist. …
Auszug aus „Ästhetisches Sterben mit Lachen und Meditation“

Nach den Schwierigkeiten beschreibt Pakhi die Segnungen von Meditation, die nun ebenfalls erwähnt werden sollen:
Kreativität

Intelligenz

Sensitivität

Intensität

Freude

Ästhetik

eine Ordnung kommt ins Leben

Ruhe und Gelassenheit

Lachen

Glückseligkeit

Dankbarkeit

Mysterium

und vieles mehr …


Wollt ihr wissen, was das nächste Jahr so mit sich bringt? Die Sprache ist ein wenig schwer zu verstehen, doch interessante Voraussagen gibt das taoistische, altehrwürdige I Ging Orakel auf der Website Taoboard.de.. (Der Link führt manchmal nicht direkt zur Seite, dann einfach in der linken Navigation“ I Ging“ anklicken)

Das Orakel für den Noseletter 2008: Die Ernährung — Es ist an der Zeit, Hervorragendes zu leisten. Na denn!

Viel Spaß – trotz Schwierigkeiten – beim Meditieren

wünscht euch

Samarpan
PS: Hinduistische Schriften sagen, der Mensch sei aus Klang gemacht. Demnächst wird dazu eine Meditationstechnik auf FindYourNose.com vorgestellt werden. Heute der Hinweis auf eine Klangmassage, mit dem wir in Einklang mit unserem ureigenen Ton kommen können.

PPS: Und dann noch die Empfehlung einer speziellen Meditationstechnik, die täglich ausprobiert werden kann. Das Herz verwandelt jeden Schmerz. Die Technik ist nicht ganz einfach zu machen, doch wenn man den Trick einmal raushat, dann ist sie sehr hilfreich.

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