Archiv für den ‘leben’ Tag
Mönche, die mit ihren Gehirnhälften spielen
Im Januar Noseletter geht es um die zwei Welten unserer Gehirnhälften. In wissenschaftlichen Studien hatten tibetische Mönche den folgenden Test gemacht und bewiesen, wie sie durch Meditation ihre Gehirnhälften unabhängig voneinander benutzen können. Mache selbst den Test und erfahre, wo du stehst.
Wechselspiel von Worten zu Farben
Wie weit geht deine Entspannung?
Versuche, den obenstehenden Text im Bild zu lesen.
Kannst du das, ohne dabei zu zögern?
Kannst du auch die Farben vorlesen und nicht das Wort?
Konflikt der Gehirnhälften
Was passiert in dem Test mit dem Gehirn? Beim Lesen entsteht ein Konflikt zwischen den beiden Gehirnhälften. Die eine Gehirnhälfte versucht, die Farbe zu bestimmen, während die andere darauf besteht, das Wort zu sagen.
Dieser Test wurde mit tibetischen Mönchen durchgeführt, die ihn ohne Schwierigkeiten bewältigten. Sie konnten die Worte genauso schnell vorlesen, wie die Farben. Woher kommt das? Menschen, die meditieren, haben die Fähigkeit, die Funktionen ihrer Gehirnhälften unbeteiligt zuzulassen.
Im Deutschlandfunk gab es Ende Dezember 2008 einen empfehlenswerten Hörfunkbeitrag, der darauf eingeht.
Neuronen und Nirwana Teil 2, Wie das Gehirn die Welt überwindet
Wechsle die Gehirnhälfte
Normalerweise befinden wir uns in der ‘Wort-Welt’, was bei diesem Test, Probleme verursacht. Es ist jedoch relativ einfach, in die ‘Farb-Welt’ zu wechseln. Probiere es aus:
Entspanne den Bauch und schaue mit weichem, offenen Blick auf alle Farben, ohne auf die Schrift zu achten. Entspanne! Es gibt nichts zu erreichen. Entspanne die Gesichtszüge. Dann gehe langsam von einer Farbe zur anderen, während du in der Entspannung bleibst. Der Zustand ist der eines Kindes, das sich einfach nur Farben ansieht und noch keine Worte lesen kann. Bleibe in dieser Welt und lese eine Farbe nach der anderen vor.
‘Wort-Welt’ und ‘Farb-Welt’
Das ist, was in Meditation passiert. Die Welt wird mit unschuldigem Blick gesehen, sie wird zur weiten und lebendigen ‘Farb-Welt’. Was nicht bedeutet, dass nicht jederzeit wieder zur ‘Wort-Welt’ gewechselt werden kann. Die ‘Wort-Welt’ ist die Welt der Gedanken, Sorgen, Ängste. Ganz ähnlich wie beim Lesen in dem Test ist der Meditierende fähig, diese Welt lediglich wie eine Form anzusehen. Worte, Emotionen (Gefühls-Dramen) oder Gedanken sind vorhanden, doch wie die Worte im Test können sie unbeachtet beiseite gestellt werden.
Die ‘Farb-Welt’ ist die ungefilterte, sinnliche Welt. Da gibt es Gerüche, Geschmack, Farben, Gefühle und Klänge, die direkt erfahren werden können. Die sinnliche ‘Farb-Welt’ existiert genau jetzt und genau hier. Deshalb benutzen viele Meditationstechniken die Sinne, um aus dem unwirklichen Gedankenstrom der ‘Wort-Welt’ in die Gegenwart und dessen Realität zu wechseln.
Beispiele für ‘Farb-Welt-Meditationen’
• Gefühle vertiefen, Sinne benutzen
• Mitten im größten Verlangen – wende dich ab
• Auf Worte verzichten und still werden
Sprung in die Stille
Die Wahrnehmung der ‘Wort-Welt’ und die direkte Erfahrung der ‘Farb-Welt’ sind jedoch nicht das Ende der Reise. In der Meditation geht es über diese Welten hinaus, zu der einzigartigen Qualität, die beide Welten sehen kann. Zur bewussten Wahrnehmung dessen, was jenseits von Farben und Formen besteht. Es gibt viele Worte dafür: Stille, Urgrund des Seins, das Nichts, Ursprünglichkeit, der innere Buddha, Meditation…
Worte können nichts darüber erzählen – zumindest meine nicht. Deshalb endet dieser Noseletter hier.
Viel Spaß beim Meditieren
und dem Erforschen von ‘Wort-’ und ‘Farb-Welten’
Samarpan
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Kleinigkeiten aus einem einfachen Leben
Heute ein kleiner Mix aus diesem und jenem, lustige und nette Kleinigkeiten aus dem täglichen Leben…
Dies und das zum Neubeginn
Zu Anfang des Neuen Jahres ein Orakel mit Gummibärchen. Stelle dir eine Frage und hier bekommst du die Antwort von dem Gummibärchen Orakel
In seinen Namen schauen
Was bedeuten wohl:
‘Esel Torten’ oder
‘Lerne es tot’ oder
‘Selten Tore’?
Das alles heißt Noseletter!
(‘Lerne es tot’ ist ja nicht gerade der Hit. Ist wahrscheinlich höchst spirituell gemeint…)
Mit Hilfe eines Anagramm-Generators kannst du entdecken, was hinter deinem Namen steckt…
Unschuld entdecken
Eine 6-jährige, die die Herzen der Engländer eroberte
(und auch meins)
Connie Talbot – eine sooo süße Stimme
Neu überdenken
Gebete für den Präsidenten
Eine Internetseite, die Millionen mobilisieren möchte, „täglich für unseren Präsidenten, unsere Führer, unsere Nation und unsere Streitkräfte zu beten“
Hätte irgendwie besser laufen können im letzten Jahr, nicht?
The Presidential Prayer Team
Ein leichtes Herz pflegen
Da braucht es wohl noch ein wenig Übung für die meisten von uns….
Wie man in ein kleines Auto einsteigt
**
Da kann ich wirklich laut lachen…
Französische Polizei einmal anders
**
Lustiges unter anderem über Unternehmensberater
Volker Pispers 2004, Berufsgruppen, die diese Welt nicht braucht
**
Ok,ok, kann doch jedem Mal passieren…
Die Abkürzung für Intelligenzquotient
Entspannen
Ein Platz für Demut – Natur!
A Place to be humble
Abenteuer
Abenteuer mit sich selbst wagen. Vielleicht mal einen unterstützenden Platz besuchen?
Erfahrungen mit dem Osho Resort
Viel Spaß beim Meditieren
und dem täglichen Neubeginn
Samarpan
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Leben in Unsicherheit
Noseletter 51: Was passiert, wenn man meditiert?
Als ich vor vielen Jahren hörte, dass Meditation dazu führt, Unsicherheit zu lieben, da dachte ich: „Das ist vollkommener Blödsinn“. Warum sollte ich Unsicherheit lieben?
Freude am sich wandelnden Leben
Die revolutionäre Nachricht ist:
ES GIBT KEINE SICHERHEIT!
Weder außen noch innen.
Seit Menschengedenken wurde uns die Lüge erzählt, dass wir, wenn wir uns schlau oder anständig benehmen, Sicherheiten erschaffen könnten, materielle oder geistige Dinge, die in unsicheren Zeiten Halt geben. Das Leben entlarvt die Lüge eigentlich oft genug, jeder erfährt irgendwann, dass nichts festzuhalten ist, doch es fällt schwer, die Strohhalme aufzugeben. Wer kann schon ohne Halt leben?
In der Meditation stellen wir uns der Realität, so wie sie ist, und nehmen sie an. Das Leben wandelt sich ständig, da geht kein Weg dran vorbei, außen wie innen, und das ist gut so.
„Was immer du erfährst, vergiß nicht, dass es sich verändern wird. So funktioniert die Welt. Dieses Verstehen wird dich dazu führen, wertzuschätzen, was du hast und es zu genießen, so lange es anhält. Wenn du etwas verlierst, dann wirst du darüber nicht erstaunt sein, denn du hast niemals angenommen, dass es für immer da sein wird. Die Menschen gehen weg, Häuser verfallen und jeder stirbt irgendwann. Solange du verstehst, dass sich das Leben ständig wandelt, werden dich solche Dinge nicht zerbrechen.“
Lama Shenpen Drolma
Bedingungsloses Mitgehen
Es erschien mir früher unglaublich, doch genau der Wandel und das kampflose Mitgehen, ja, das aktive Unterstützen von Veränderung, haben mir die Angst vor Unsicherheit genommen. Die häufigen Veränderungen in meinem Leben gaben mir eine wertvolle, zutiefst befriedigende Erfahrung: Ich kann meiner natürlichen Intelligenz und dem Leben vertrauen.
„Unsicherheit zu akzeptieren und sich selbst dem Unbekannten auszuliefern, erschafft ein entspannendes Vertrauen in das Universum. Das Selbst und der Rest des Universums sind keine voneinander getrennten Einheiten, sondern Teil eines gemeinsam funktionierenden Ganzens.“
Unbekannter Autor
Gefahr birgt Stille in sich
Das bedeutet nun nicht, dass ich bis an mein Lebensende nur Glück und Bequemlichkeit erfahren werde oder dass mich meine natürliche, mitfließende Intelligenz vor dem Tod beschützen wird. Ich fühle mich vom Leben gehalten und getragen, doch das vertreibt nicht die alltäglichen Herausforderungen, Gefahren und Risiken. Jede überstandene Gefahr, jede Verwandlung einer Schwierigkeit in eine Situation, mit der ich mitgehen kann, anstatt sie zu bekämpfen, bringt jedoch ein sich vertiefendes Verstehen mit sich. Unterhalb der akzeptierten Veränderungen strömt eine fortdauernde Qualität, die sich erst durch das Mitgehen enthüllt – nennen wir sie Stille, Meditation, Wahre Natur, das Leben an sich…
Veränderung bringt Stille mit sich
Wie kommt es also, dass ich heute Unsicherheit liebe?
Durch jede unsichere, unbekannte Situation hat sich mein Leben zum besseren gewandelt. Jede Veränderung hat meine Intelligenz geschärft, das Vertrauen ins Leben vertieft, die Liebe zu Menschen ausgedehnt und die Liebe für mich selbst sichtbar gemacht. Die Erfahrung mit Wandel hat mir gezeigt, dass ich Teil eines Organismus bin und nicht alleine die Kontrolle über mein Schicksal behalten muss. Und sie hat mich gelehrt, diesen Moment wahrzunehmen und wertzuschätzen, da er sich demnächst wieder verändern wird.
Ein ausgezeichnetes Buch von Osho zum Thema Unsicherheit und Angst ist dieses:
Angst: Die Unwägbarkeiten des Lebens verstehen und annehmen
Und noch ein poetischer Link:
Sorglos und entspannt leben
Viel Spaß beim Meditieren und Unsicherheit erforschen
wünscht
Samarpan
PS: Klaren Kopf behalten mit einer indischen Kopfmassage
PPS: Krise – eine erfreuliche Angelegenheit?!
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Vom Sex zur Liebe zum Mitgefühl
In einem Artikel vom Spiegel vom 13. Mai 2008 berichtet der buddhistische Mönch Matthieu Ricard wie Meditation das Gehirn verändert und durch lange Praxis Mitgefühl entsteht. Üben, üben, üben, sagt er, und Mitgefühl breite sich im Geist aus. Hhmmmm. Okay, das Gehirn wird von der tagelangen, monatelangen, jahrelangen Praxis beeinflusst. Doch ob das jahrzehntelang kultivierte Mitgefühl auch wirklich in Mark und Knochen sitzt? Es mag ein Weg sein, sich vom Leben abzuschneiden und einen bestimmten Geisteszustand zu kultivieren, um schließlich mitfühlend auf seiner Matte zu sitzen – doch meiner ist es nicht.
Die nicht traditionellen, modernen Meditationslehren benutzen den Alltag als Weg. Da gibt es keine stundenlangen Meditationssitzungen in Stille, um Mitgefühl zu erreichen. Mitgefühl entsteht durch leben, der Weg geht von Sex zur Liebe zum Mitgefühl. Mitgefühl entsteht auf diesem Weg, indem man durch alle Schmerzen der Liebe hindurchgeht und sich schließlich, fast unbemerkt und überraschend, in Mitgefühl wiederfindet.
Trainieren oder leben?

Meditationspraxis verändert das Gehirn, daran ist kein Zweifel mehr. Meditation macht milde. Aus einem Artikel von Focus.de vom 25. März 2008:
„Gehirnscans bei tibetischen Mönchen zeigen: Mitgefühl und Güte verändern die Gehirnaktivität. Amerikanische Forscher der Universität Wisconsin blickten per funktionaler Kernspintomographie in die Köpfe von 16 tibetischen Mönchen. Heraus kam, dass Mitgefühl und Güte die Gehirnströme der Mönche verändert hatten.“
„Positive Emotionen sind Übungssache genauso wie das Spielen eines Instruments oder eine Sportart, folgern die Wissenschaftler. Tibetische Meditation mache den Menschen also einfühlsamer, glauben die Autoren. Die Studie war Teil einer größeren Untersuchung von Mönchen mit mindestens 10 000 Stunden Meditationspraxis.“
Aus Focus Online
10.000 Stunden Meditationspraxis, das sind bei 6 Stunden täglichem Üben 4,56 Jahre – jeden Tag 6 Stunden Mitgefühl praktizieren. Das kann eigentlich nur jemand, der in einem Kloster wohnt. Damit hätte der normale, im Leben stehende Mensch keine Chance auf Mitgefühl !?
Der buddhistische Mönch Matthieu Ricard dazu aus dem Spiegel Streitgespräch:
„Wir alle spüren immer wieder Liebe und Güte, Freigebigkeit, inneren Frieden und Freiheit von Konflikten in uns. Doch diese Gedanken und Gefühle durchströmen uns und werden schon bald durch andere, unter Umständen auch negative ersetzt, wie Zorn und Eifersucht zum Beispiel. Damit Altruismus und Mitgefühl zu dauerhaften Bestandteilen unseres Bewusstseinsstroms werden, müssen wir sie über eine längere Zeit kultivieren. Wir müssen sie uns bewusst machen und sie dann fördern, wir müssen sie wiederholen, bewahren, verstärken, so dass sie unser Denken und Fühlen allmählich dauerhaft ausfüllen.“
„Im Extremfall hältst du dich in einer schlichten Klause auf, in der sich nichts verändert, oder du sitzt alleine vor einer weißen Wand. Dann sind die „Anregungen von außen“ gleich null. Aber die „Anregung von innen“ ist maximal. Du trainierst deinen Geist den ganzen Tag und fast ohne Ablenkung. Eine solche Anregung ist nicht passiv, sondern absichtsvoll und methodisch zielgerichtet. Wenn du acht oder zwölf Stunden am Tag darauf verwendest, bestimmte Geisteszustände zu kultivieren, die du kultivieren willst und die du zu kultivieren gelernt hast, dann sollte das auch zu einer Umprogrammierung des Gehirns führen.“
Aus Spiegel Online
Meditation ist keine Flucht aus der Welt
Hhhmmmm. Acht bis zwölf Stunden am Tag auf die Kultivierung des Geistes verwenden … methodisch und zielgerichtet. Ich hege keinen Zweifel, dass sich das Gehirn dadurch umprogrammiert, doch mein Verständnis von Meditation ist das nicht. Krishnamurti ist ein moderner Meditationslehrer mit einem anderern Ansatz:
„Meditation ist keine Flucht aus der Welt, sie isoliert nicht, sie kapselt nicht ab, sie ist vielmehr das umfassende Verstehen der Welt und ihrer Beschaffenheit. …“
„Meditation kann man nicht von jemandem anderen lernen. Man muss damit anfangen, ohne etwas davon zu wissen und von Offenheit zu Offenheit fortschreiten. Der Boden, auf welchem der meditative Geist sprießen kann, ist der Boden des alltäglichen Lebens, die Bemühungen, der Schmerz und die vergänglichen Vergnügungen. Er muss dort anfangen und Ordnung schaffen und dann von dort unendlich weiter flie0en. Aber wenn man nur darum besorgt ist, Ordnung zu schaffen, dann führt diese Ordnung selber zur Begrenzung, und der Geist wird der Gefangene der Ordnung. Man muss irgendwie vom anderen Ende her kommen, vom anderen Ufer, und sich nicht immer mit diesem Ufer befassen und wie man den Fluss überqueren könne. Man muss sich ins Wasser stürzen ohne zu wissen, wie man schwimmt. Und das Schöne an der Meditation ist, dass man nie weiß, wo man ist, wohin man geht und was das Ende ist.“
Wenn Sie sagen: „Ich will heute damit beginnen, meine Gedanken zu kontrollieren, still in meditativer Haltung zu sitzen, regelmäßig zu atmen“ – dann sind Sie in den Tricks gefangen, mit denen man sich selbst betrügt. Meditation bedeutet nicht, von einer großartigen Idee oder einem Bild absorbiert zu werden; das beruhigt nur für den Augen blick, wie bei einem Kind, das durch ein Spielzeug gefesselt wird, und während dieser Zeit ruhig ist. Aber sobald das Spielzeug aufhört interessant zu sein, beginnt wieder die Unruhe und die Ausgelassenheit. Meditation ist nicht das Verfolgen eines unsichtbaren Pfades, der zu irgend einem eingebildeten Zustand der Seligkeit führt. Der Meditations- Geist schaut – beobachtend, lauschend, ohne das Wort, ohne Stellungnahme, ohne Meinung –, er ist achtsam auf die Bewegung des Lebens in all seinen Beziehungen während des ganzen Tages gerichtet.
Krishnamurti über Meditation
Und schließlich findet sich auf Gehirnforschung.eu auch noch ein Osho Zitat zum Thema:
„Denk daran: Was immer du in dir selbst findest, wieviel Müll es auch sein mag, es ist deine Realität. Sie kann gesäubert werden, sie kann losgelassen werden; du kannst dich von ihr wegbewegen. Aber bevor irgendetwas unternommen werden kann, musst du sie kennen. Das ist das Erste und Bedeutendste.“
Aus Gehirn – Meditation – Gesundheit
Fazit
• Meditation verändert die Gehirnströme
• Auch wenn man keine 8 Stunden am Tag meditiert, kann man zu einem mitfühlenden Wesen werden
• Mitgefühl im Alltag lernen: von der sexuellen Liebe zur herzlichen Liebe zum umfassenden Mitgefühl
• Das Leben lehrt, die Intuition führt, der Mut springt.
Viel Spaß beim Meditieren und Leben
wünscht euch
Samarpan
PS: Hier gibts Anregungen fürs Leben aus Österreich
Das Wunder der Hingabe
Meine größte Angst erfüllte sich. In dem Seminar „Seelisch Spirituelle Sterbebegleitung“ mit Veetman übte ich den Abschied von meinen Sohn. Sterben ist nicht leicht, weder, wenn geliebte Menschen sterben, noch in der Zeit bevor man selbst stirbt. Niemand möchte wirklich sterben, auch ich wollte es nicht. Es brauchte viele Tränen bis sich der Körper und das „Ich“ endlich dem Unvermeidlichen hingeben konnten. Hingabe an das Unausweichliche öffnet die Türe zum Verstehen. Es war für mich ein Wunder zu sehen, dass ich die Wahrheit schon kannte, sie in vielen Meditationen und auch in der Kindheit erfahren habe und mir nur nicht dessen bewusst war. Die Wahrheit, die weiß, dass Leben und Tod nicht getrennt sind. Dass überhaupt nichts getrennt ist. Dass Vergänglichkeit die Schönheit und Lebendigkeit meines Lebens ausmacht.
Durch Hingabe erblüht Sterben. Das Gleiche passiert in der Meditation.
Es ist der gleiche Prozess: Meditieren und Sterben

„Im Sterbeprozess wie auch in der Meditation geschieht ein Rückzug aus dieser Welt, ein sich nach Innen wenden, eine tiefer werdende Erfahrung von Präsenz, eine Haltung der Demut, innere Stille und eine tiefe Erforschung und Frage nach dem wirklichen Selbst. Und in jeder Erfahrung, Sterben wie auch Meditation, werden wir transformiert. In Meditation wählen wir aus, transformiert zu werden, im Sterben werden wir ausgewählt. Beide lassen das Gefühl des Selbst über das beengende „Ich“ hinausgehen, das wir immer zu sein glaubten.
Wir betrachten Tod als eine Tragödie in unserem Leben. Ich (Veetman) sehe den Tod jetzt als eine sichere Reise, auf der Qualitäten wie Gnade natürlich entstehen. Zuerst jedoch ist Sterben niemals leicht. Oft ist körperliches Leiden da, auch wenn es medizinisch fast keinen Grund mehr dafür gibt. Und es ist immer seelisches Leiden da. Niemand von uns möchte gerne sterben, selbst wenn der Tod eine Befreiung von lebensunwürdigen Umständen sein kann. Die Tragödie, die wir empfinden, wenn wir eine tödliche Prognose bekommen, bis zu der Erfahrung von Gnade ist schwer und oft einsam – bis wir den Punkt der Hingabe erreichen.
Wir verbringen unser Leben so leichtsinnig an der Oberfläche. Ein Sterbender sagte einmal zu mir: „Ich habe mein ganzes Leben so gelebt, als ob ich bei einer Kostümprobe wäre. Aber Sterben ist sehr wirklich.“ Sterben sammelt unsere Aufmerksamkeit im Zentrum unseres Wesens. Wachsamkeit ist der Schlüssel und eine nach Innen gerichtete Aufmerksamkeit ist das Tor. Sterben bringt uns dahin, Meditation bringt uns bereits dahin, während wir leben.
Ich sehe Sterbende, die in der Hingabe ihre spirituelle Wahrheit finden und sich in einen natürlichen tiefen Frieden entspannen. So, als ob die Dimensionen des Göttlichen wie eine Hängematte sind, in die sie sich zurücklehnen und entspannen können und darin große Sicherheit und Wohlbefinden erfahren. Ich sehe Menschen, die leben, während sie sterben. An der Schwelle von Leben und Tod beginnen sich Qualitäten wie Rückzug, ein nach Innen gekehrt sein, ein Strahlen, ein tiefes Gefühl von Perfektion und in Ordnung sein, ein tiefes Gefühl des Wissens und liebevolle Güte, Stille und eine Erfahrung des Göttlichen zu zeigen. Dies sind höhere menschliche Qualitäten, die sich auch durch Meditation entwickeln können.“
Auszüge aus Seelisch – Spirituelle Sterbebegleitung, unveröffentlichte Seminarunterlagen von Veetman und Sukhi Masshöfer, Institut für Leben und Sterben
www.leben-sterben.de
Drei Tage nach dem Seminar habe ich das Gefühl, als ob etwas tief drinnen in mir weiter arbeitet. Im Leben zu sterben wirkt nach. Im Außen bemerke ich es an meinen Beziehungen: eine Grundstimmung liebevoller Intimität und Wahrheit ist in den Gesprächen präsent. Und was denkt ihr, wie ich mich gefreut habe, meinen Sohn wieder zu sehen!!
ich wünsche euch eine wunderbare Woche
in Liebe und Leichtigkeit und Stille und Lebendigkeit …
Bis nächsten Mittwoch dann…
Samarpan
(… bedeutet Hingabe)
PS: Ein Buch, welches das Leben und Sterben verändern kann
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