Archiv für den ‘hingabe’ Tag

Disziplin: Lieben und dazulernen wollen

Noseletter 67: Was passiert, wenn man meditiert?

„Jetzt muss ich aber wirklich mal wieder meditieren!“ Kennst du diesen Gedanken? Gleich dahinter kommt dann der Satz: „Warum bringe ich nur nicht die Disziplin auf, regelmäßig zu meditieren?“

Meditation ist Entspannung. Sich eine „Disziplin“ aufzuerlegen, meditieren zu müssen, das passt nicht mit Entspannung zusammen. Disziplin beim Meditieren ist eher Liebe als Zwang.

5 Tipps für Disziplin beim Meditieren

Disziplin-meditation

Es ist ein normaler Mechanismus unseres Körper-Denk-Systems, dass alles, was uns wirklich wertvoll ist, erst einmal aus unserem Bewusstsein weggedrängt wird. (Siehe den Noseletter „Widerstand!“).

Es ist relativ unwahrscheinlich, dass man eines Tages aufwacht und von diesem Tag an regelmäßig meditieren wird. Sich das Meditieren vorzunehmen, hilft auch nichts, das ist so, als ob man den Bock zum Gärtner macht. Dann nimmt sich das Denken vor, nicht mehr denken zu wollen, zu meditieren, und da gibt es doch immer 100 andere wichtigere Dinge vorher zu erledigen…

5 Tipps für mehr Disziplin
(d.h. Meditation lernen zu wollen)

Im Folgenden fünf Tipps,
wie die Dickköpfigkeit des Verstandes ausgetrickst werden kann:

1. Im Leben der Liebe folgen

Das Hauptproblem, wenn wir nicht meditieren, liegt daran, dass wir unser Leben in Gedanken verbringen. Die vielen Konditionierungen, was noch alles gemacht und getan werden muss, rauben die Zeit und den Raum, die für Meditation geschaffen werden müssen.

Das Herz ist stärker als alle Gedanken. Wenn schon kein Raum für Meditation bleibt, für das Herz Raum zu schaffen, fällt meist leichter. Zum Beispiel Zeit mit Menschen zu verbringen, die man liebt. Dinge zu unternehmen, die das Herz berühren. Sachen zu kaufen, die wirklich gemocht werden. Musik zu hören, die das Herz erfüllt.

Ein sanftes Herz verliebt sich schnell in Meditation. Ein offenes Herz liebt es, still zu sein, sich selbst und das was drumherum ist zu lieben. Meditation wird gerne gemacht, wenn das Herz genährt ist.

2. Ständig über Meditation lesen

Der Verstand, der sich so unbewusst widerspenstig gegen Meditation wehrt, braucht ein wenig Unterstützung, damit Raum fürs Meditieren geschaffen werden kann. Es ist zu empfehlen, ihn konstant mit Information über Meditation zu füttern.

Anstatt die Zeitung zu lesen, vielleicht statt dessen ein paar Worte über Meditation? Auf YouTube.com gibt es unzählige interessante Videoclips über Meditation. Zum Beispiel eine Animation über den Kampf mit den Gedanken. Alle möglichen Meister kommen auf YouTube.com zu Wort und erklären dem Verstand, warum es auch für ihn gut wäre, Meditation zu unterstützen.

Nicht nur das Herz, auch der Verstand braucht Nahrung, um sich sicher zu fühlen. Die heutige Medienlandschaft bietet unzählige Bücher, Zeitschriften, Studien im Internet, Hörbücher, Radio und TV Berichte über die Segnungen von Meditation. Nicht zuletzt sei noch FindYourNose.com und die täglich neuen Beiträge erwähnt, die immer neue Aspekte von Meditation beleuchten.

Hier ein interessanter Artikel von Tulku Thondup, wie man am besten Widerständen gegen Meditation begegnet.

3. An Meditationskursen teilnehmen, Erfahrungen sammeln

Die Intelligenz unserer Zellen merkt sich, wenn etwas dem gesamten System gut getan hat, wie zum Beispiel die Stille während einer Meditationstechnik. Was gut tut wird unbewusst vom Körper unterstützt (wenn wir ihn denn lassen).

Es gibt unzählige Möglichkeiten, sich eine tiefgehende Erfahrung von Meditation zu verschaffen. Am Wochenende einen Meditationskurs mitzumachen, ist eine gute Möglichkeit, dem Körper eine tiefgehende Meditations-Erfahrung zu vermitteln, oder eine frühere Erfahrung wieder aufzufrischen.
Wo werden Meditationskurse angeboten?
Über Pfingsten läuft ein für Herz, Verstand und Körper wirkender Meditationskurs, den ich selbst leite. In den meisten Osho Zentren finden regelmäßig Meditationskurse statt: Wo meditieren? Dann gibt es viele Yoga und Meditation Seminare, MBSR, Buddhistische Meditationskurse, Zen Kurse… Meditation ist in aller Munde!

4. Spezielle Meditationstechniken ausprobieren

Es gibt spezielle Meditationstechniken, die genau darauf ansetzen, die Freude an Meditation zu erhöhen. Das ist, was ich Disziplin nenne. Siehe auch einen älteren Artikel dazu: Disziplin bedeutet, dazu lernen zu wollen

Die Kunst ist, ins Unterbewusstsein einzudringen und dort die gute Nachricht der Meditation zu hinterlassen. Die buddhistische Tradition hat hierzu eine Technik erschaffen: Anapan Sati Yog – Einen Entschluss tief ins Unterbewusstsein bringen.
Aktive Meditationstechniken haben Elemente in sich, bei denen sich Endorphine ausschütten. Zusätzlich hilft der starke Reinigungsprozess einer aktiven Meditation, die Lust am Leben (und damit am Meditieren) wieder zu gewinnen.
Beispiele für aktive Meditationen, die man gut alleine zu Hause machen kann:

Die OSHO Kundalini Meditation
OSHO Nataraj Meditation
OSHO Nadabrahma Meditation
Die Gibberish Meditation – Fitness fürs Gehirn

5. Verbündete suchen

„Komm’, lass uns zusammen 21 Tage Dynamische Meditation machen!“
Zusammen macht es manchmal Spaß, mit ausgefallenen Techniken zu experimentieren, Dinge im Alltag auszuprobieren und neue Meditationsabenteuer einzugehen. Finde Gleichgesinnte, die auch zu Experimenten bereit sind.

Du kannst davon ausgehen, dass ganz in deiner Nähe Menschen wohnen, die sich für Meditation interessieren. Vielleicht sind sie übers Internet oder über Bekannte und Freunde zu finden, die wieder jemanden anders kennen. Und falls nicht, genügt es vielleicht auch, sich über die Ferne zu verabreden. Ich habe viele Meditationsfreunde über der ganzen Welt verstreut, mit denen ich es genieße, mich ab und zu über Erfahrungen und neueste Erkenntnisse auszutauschen.

Finde am besten selbst heraus, was genau es in dir und deinem Leben ist, das verhindert, Raum für Meditation zu schaffen und experimentiere mit Lösungen.

Viel Spaß beim Dazulernen und Meditieren

Samarpan

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Die bisherigen Noseletter
Was passiert, wenn man meditiert?

Drei Säulen der Meditation: entspannen, beobachten, nicht werten
99 Gründe für Meditation
Freundlichkeit zu sich selbst
Wechselspiel der Gehirnhälften
Kleinigkeiten aus einem einfachen Leben
Der Leere auf der Spur
Quälende Gedanken und Emotionen verlieren sich
Das Gehirn funktioniert besser
Das Leben lieben
Versagen bringt Erkennen
Seine eigenen Erkenntnisse bemuttern
Forschergeist
Heilung
Meine Lieblings-Noseletter des letzten Jahres
Leben in Unsicherheit
Wann soll man meditieren?
Die Hüllen fallen und man ist nackt und natürlich
Wie lange muss ich meditieren?
Eine Zuflucht, die in mir selbst ist
Müdigkeit wehrt Gefühle ab
Intelligenz des Herzens
Verschiedene Meditationstechniken
Man nimmt das Leben leicht
Über das spirituelle Ego
Alzheimer und Meditation
Put-Zen – innen wie außen
I Celebrate Myself
Versteckte Wunden öffnen sich…
Das Wunder von CHI – Lebensenergie
Ungestört auf seinem Weg
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Meditation macht sexuell
Meditation ist kein Trostpflästerchen
Das Glück des Alleinseins
Meditation breitet sich in der Welt aus
Vom Sex zur Liebe zum Mitgefühl
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Ein Sinn für Schönheit
Meditierende leiden weniger
Das Wunder der Hingabe
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Wie die Gehirnwellen eines Kleinkindes
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Jogging oder Dynamische Meditation?
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Das „Gute Auge“ der Meditation
Von Nonnen und deren Schläfenlappen
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Können Meditationstechniken gefährlich sein?
Meditation gegen Grippe?
Die richtige Körperhaltung beim Meditieren
Mehr Achtsamkeit im Alltag durch Meditation
Beobachten verändert die Welt in der wir leben

Versagen bringt Erkennen

Noseletter 56 – Wie meditiere ich ‘richtig’?

Hast du manchmal Zweifel, ob du ‘richtig’ meditierst? Tauchen Glücksgefühle oder Momente von All-Eins-Sein nur selten auf und hast du das Gefühl, als ob in der Meditation nicht wirklich etwas passiert? Sieht es so aus, als ob keine Meditationstechnik ‘richtig’ passt und der Satz: „Meditation ist nichts für mich“ immer stärker wird?

Eine gute Nachricht für dich: Du bist genau auf dem richtigen Weg.

Scheitern und Hingabe

Richtig-meditieren

Morgens versuche ich, meinen Atem zu beobachten. Ich sage, „versuche“, denn länger als eine oder zwei Minuten nehme ich ihn nicht wahr. Dann regieren wieder Träume und Gedanken. In der OSHO Dynamischen Meditation fällt es mir in der stillen Phase schwer, die Arme oben zu lassen und Glückseligkeit widerfährt mir selten beim Meditieren. Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sagen, Meditation ist nichts für mich, denn ich habe heute nicht mehr den ‘Erfolg’ mit den Meditationstechniken wie früher. Eine nahezu undurchdringliche Wand hält mich fest und das ist frustrierend.

„Versagen ist die Grundlage für Erfolg und im Erfolg lauert das Versagen.“
Lao Tzu

Versagen soll der Weg zum Erfolg sein? Soll das heißen, ‘richtig meditieren’ bedeutet, in der Meditation zu scheitern? Genau.

Koan Praxis – der Weg in die Frustration

Wann immer das Gefühl auftaucht, nichts zu wissen, nichts zu können, nichts ‘richtig’ zu machen, keine Vision zu haben, nicht mit den anderen mithalten zu können, keine Meditationstechnik wirklich zu beherrschen und andere unterhaltsame Gedanken, dann mag es hilfreich sein, sich eines Koans zu erinnern.

Ein Mann fragte Tao-hsin „Ist Geld und Besitz erstrebenswert?“
Tao-hsin antwortete „Einigen gehört die ganze Welt, anderen nur ein Teil davon.“

Koans von Tao-hsin

Was ist ein Koan? Es ist die Absicht, den Meditierenden in tiefe Frustration zu führen. Ein Koan hat keine Lösung, die das „Ich“ erdenken könnten und doch gibt es eine. Beispiel für die Aufklärung eines Koans.

Alle Meditationstechniken sind zum Scheitern verurteilt, denn Meditation ist nicht etwas, was man tun kann. Meditation, Bewusstsein, die wahre Natur, Tao, Dhamma, Nirvana, Erleuchtung, der innere Buddha… wie man den Zustand der Meditation auch benennen mag, er besteht schon jetzt, in diesem Moment und es geht nur darum, ihn zu erkennen.

Buddha, Bankei und Jesus

Äußerstes, tiefes Gefühl von Versagen, von Scheitern in der Suche, das Gefühl von komplettem Misslingem, was den eigenen Weg anbelangt, haben drei Menschen zu den höchsten Höhen gebracht. Diese drei, Buddha, Bankei und Jesus, sind nur prominente Beispiele, es gibt unzählige andere Menschen, denen es genauso ging und gehen wird. Vielleicht auch dir und mir?

Buddha ging den Weg „exzessiver Askese und Selbstkasteiung, zuerst unter Anleitung von Meistern, dann alleine. Dieser Weg war gleichzeitig eine Flucht vor zu intensiven Gefühlsregungen. Alles, was er gern haben und was in ihm ein Verlangen provozieren könnte, vermied er ängstlich: Menschen, Nahrung, Bequemlichkeiten. In diesem Stadium hinderte Gautamas Ambition und sein intensives Streben nach dem Rechten ihn geradezu daran, das Gesuchte zu finden.

Nach sieben Jahren Askese war er erschöpft, ausgelaugt, unruhig und enttäuscht. Er war ans Ende seiner physischen und moralischen Möglichkeiten gekommen; es ging nichts mehr. Er blieb nun – so scheint es – nicht bei der Erfahrung absoluter existenzieller Leere stehen, sondern indem er alles losließ, worum es ihm bisher gegangen war – die Befreiung vom Leiden -, öffnete er sich für das Neue in seinem Leben, und erreichte genau das: die Befreiung vom Leiden.“
Buddhas Weg zur Erleuchtung

Bankei, ein japanischer Zenmeister, suchte bereits als Kind nach Antworten auf die grundlegenden Fragen des Lebens. Da ihm die Lehrer seiner Schule hierbei nicht helfen konnten, verließ er mit elf Jahren die Familie um sich auf die Suche nach Antworten bei verschiedenen buddhistischen Lehrern zu machen. Zeitweise in Obdachlosigkeit lebend meditierte er exzessiv. Schließlich erkrankte er an Schwindsucht. Dem Tode nahe, im Alter von 23 Jahren, erlebte er in einem geistigen Durchbruch die Erleuchtung.

„Das Ungeborene ist nicht etwas, das durch Disziplin erreicht oder erlangt wird. Es ist nicht eine Beschaffenheit des Geistes oder religiöse Ekstase; es ist, dort wo du stehst, makellos so, wie es ist. Alles was du tun musst, um es zu erkennen ist, du selbst sein, genau wie du bist; zu tun, genau was du tust, ohne Kommentar, Befangenheit oder Urteil.“
Bankei Eitaku auf Wikipedia

Jesus hatte ebenfalls einen alles andere als leichten Weg. Sein Leiden ist sprichwörtlich. All die Suche nach Göttlichkeit, um dann am Kreuz zu hängen? Kein Wunder, dass er in dieser schmerzhaften Situation zutiefst verzweifelt und am Zweifeln war. In absoluter Hilflosigkeit passierte dann die Verwandlung, seine absolute Hingabe an das, was ist: „Dein Wille geschehe!“

Das Wunder der Hilflosigkeit

Die ganze Meditationspraxis, alles meditieren dient nur dem einen Zweck: der Aufgabe von dem, was nicht wirklich ist. Der Aufgabe von Konzepten, Ideen, Vorstellungen, Zielen, Konditionierungen… die Liste könnte lange fortgeführt werden. In Kurzform wird das, was nicht ist, „Ego“ genannt. Durch Meditationstechniken wird das Ego so erschüttert, dass nur noch hilflose, ergebene Hingabe übrig bleibt. Das ist der Zeitpunkt des Erkennens.

Nick Vujicic, ein junger Mann ohne Arme und Beine, erzählt von seiner Hoffnungslosigkeit als er 8 Jahre alt war. Das Leben erschien ihm sinnlos. Er war am Tiefstpunkt seines schwierigen Lebens. Die Verwandlung passierte und heute ist er weltbekannt für seine herzliche, unerschütterliche, motivierende Art. Ein sehenswerter Videoclip:
Nick Vujicic, Life without limbs

Und schließlich noch ein paar lustige Beispiele von Leuten, die noch lange nicht am tiefsten Grund angelangt sind….

Ein ziemlich schlechter Tag im Büro

Scheitern, Versagen, Misserfolg beim Meditieren (und auch sonst) sind nicht das, was sie scheinen. Sie sind der Beginn eines Quantensprungs in die Wirklichkeit, der Sprung aus alten Vorstellungen hin zu dem, was immer ist: Bewusstsein.

Alles Liebe auf dem Weg ins Hier
wünscht

Samarpan

PS: Der krumme geradlinige Weg

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Das Wunder der Hingabe

Meine größte Angst erfüllte sich. In dem Seminar „Seelisch Spirituelle Sterbebegleitung“ mit Veetman übte ich den Abschied von meinen Sohn. Sterben ist nicht leicht, weder, wenn geliebte Menschen sterben, noch in der Zeit bevor man selbst stirbt. Niemand möchte wirklich sterben, auch ich wollte es nicht. Es brauchte viele Tränen bis sich der Körper und das „Ich“ endlich dem Unvermeidlichen hingeben konnten. Hingabe an das Unausweichliche öffnet die Türe zum Verstehen. Es war für mich ein Wunder zu sehen, dass ich die Wahrheit schon kannte, sie in vielen Meditationen und auch in der Kindheit erfahren habe und mir nur nicht dessen bewusst war. Die Wahrheit, die weiß, dass Leben und Tod nicht getrennt sind. Dass überhaupt nichts getrennt ist. Dass Vergänglichkeit die Schönheit und Lebendigkeit meines Lebens ausmacht.

Durch Hingabe erblüht Sterben. Das Gleiche passiert in der Meditation.

Es ist der gleiche Prozess: Meditieren und Sterben

Tipps

„Im Sterbeprozess wie auch in der Meditation geschieht ein Rückzug aus dieser Welt, ein sich nach Innen wenden, eine tiefer werdende Erfahrung von Präsenz, eine Haltung der Demut, innere Stille und eine tiefe Erforschung und Frage nach dem wirklichen Selbst. Und in jeder Erfahrung, Sterben wie auch Meditation, werden wir transformiert. In Meditation wählen wir aus, transformiert zu werden, im Sterben werden wir ausgewählt. Beide lassen das Gefühl des Selbst über das beengende „Ich“ hinausgehen, das wir immer zu sein glaubten.

Wir betrachten Tod als eine Tragödie in unserem Leben. Ich (Veetman) sehe den Tod jetzt als eine sichere Reise, auf der Qualitäten wie Gnade natürlich entstehen. Zuerst jedoch ist Sterben niemals leicht. Oft ist körperliches Leiden da, auch wenn es medizinisch fast keinen Grund mehr dafür gibt. Und es ist immer seelisches Leiden da. Niemand von uns möchte gerne sterben, selbst wenn der Tod eine Befreiung von lebensunwürdigen Umständen sein kann. Die Tragödie, die wir empfinden, wenn wir eine tödliche Prognose bekommen, bis zu der Erfahrung von Gnade ist schwer und oft einsam – bis wir den Punkt der Hingabe erreichen.

Wir verbringen unser Leben so leichtsinnig an der Oberfläche. Ein Sterbender sagte einmal zu mir: „Ich habe mein ganzes Leben so gelebt, als ob ich bei einer Kostümprobe wäre. Aber Sterben ist sehr wirklich.“ Sterben sammelt unsere Aufmerksamkeit im Zentrum unseres Wesens. Wachsamkeit ist der Schlüssel und eine nach Innen gerichtete Aufmerksamkeit ist das Tor. Sterben bringt uns dahin, Meditation bringt uns bereits dahin, während wir leben.

Ich sehe Sterbende, die in der Hingabe ihre spirituelle Wahrheit finden und sich in einen natürlichen tiefen Frieden entspannen. So, als ob die Dimensionen des Göttlichen wie eine Hängematte sind, in die sie sich zurücklehnen und entspannen können und darin große Sicherheit und Wohlbefinden erfahren. Ich sehe Menschen, die leben, während sie sterben. An der Schwelle von Leben und Tod beginnen sich Qualitäten wie Rückzug, ein nach Innen gekehrt sein, ein Strahlen, ein tiefes Gefühl von Perfektion und in Ordnung sein, ein tiefes Gefühl des Wissens und liebevolle Güte, Stille und eine Erfahrung des Göttlichen zu zeigen. Dies sind höhere menschliche Qualitäten, die sich auch durch Meditation entwickeln können.“
Auszüge aus Seelisch – Spirituelle Sterbebegleitung, unveröffentlichte Seminarunterlagen von Veetman und Sukhi Masshöfer, Institut für Leben und Sterben
www.leben-sterben.de


Drei Tage nach dem Seminar habe ich das Gefühl, als ob etwas tief drinnen in mir weiter arbeitet. Im Leben zu sterben wirkt nach. Im Außen bemerke ich es an meinen Beziehungen: eine Grundstimmung liebevoller Intimität und Wahrheit ist in den Gesprächen präsent. Und was denkt ihr, wie ich mich gefreut habe, meinen Sohn wieder zu sehen!!
ich wünsche euch eine wunderbare Woche
in Liebe und Leichtigkeit und Stille und Lebendigkeit …

Bis nächsten Mittwoch dann…

Samarpan
(… bedeutet Hingabe)
PS: Ein Buch, welches das Leben und Sterben verändern kann

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Man lernt zu sterben

Das Leben scheint nie genug zu sein, der Tod kommt immer zu früh. Stellt euch nur einmal vor, jetzt, in diesem Moment zu sterben … Es wäre zu früh. 1000 Jahre wären nicht genug. In der Meditation erfährt sich ein anderes Leben, das, was niemals stirbt. Durch Meditation entsteht die innere Gewissheit, dass Sterben und Leben zusammen gehören. Die Hingabe an diese Erfahrung bringt Dankbarkeit mit sich.

Hingabe an die Realität

Tipps

Ich habe ungefähr 30 Websites zu dem Thema Meditation und Sterben befragt, und keine zündet mich an. Ich habe köstliche Weisheiten gelesen, wunderbare Worte, auch aus Erfahrung, doch nichts erreicht mich wirklich. Den ganzen Tag über warte ich darauf, dass Klarheit zum Thema für den heutigen Noseletter entsteht. Ich habe soviel meditiert in meinem Leben, ich werde doch wohl beschreiben können, was es heißt, in der Meditation zu sterben! Ich habe es doch selbst erlebt.

Ich stehe auf, gehe zum Kühlschrank, dann zur Schokolade, dann zum Bett, dann zu eingehenden Emails, dann zu den Fischen und wieder zurück zum Noseletter. Ich lese, verarbeite… und lese wieder Einsichten über den Tod des Egos, über Dharma, über Tao, über All Eins Sein, über loslassen, über da sein lassen, über nichts tun können und nichts tun, beobachten, wahrnehmen, sich hingeben, sich auflösen… über bewusste Dankbarkeit, über die innere Natur, über spirituelle Krisen, über Gier und Hass als Urgrund des Nicht Verstehens, über die Illusion des ICH …

Doch was ich auch lese, es bleiben Worte. Ich schaue bei mir: Viele Vorstellungen sind auf meinem Weg durch den Prozess von Meditation gestorben. Viele Pläne, Wünsche, Träume. Auch wenn ich meist dabei erzitterte, so vertiefte sich das Vertrauen ins Leben.

Lernen, zu sterben und zu vertrauen

In diesem Moment stirbt mein Anspruch einen klaren, leichten, wissenschaftlichen und erfreuenden Noseletter zu schreiben. Ein unangenehmes Gefühl. Ich bleibe ein paar Momente dabei, mit dem Gefühl von Misserfolg im Magen, dem dumpfen Schmerz und sterbe. Lasse los. Okay. Der Schmerz ist immer noch da, aber er wird schwächer. Die Wahrnehmung von Vertrauen dehnt sich aus. Es ist, wie es ist.

So kann ich aus meiner eigenen, gegenwärtigen, momentanen Erfahrung sagen, dass Sterben zunächst unangenehm ist. Hingabe an das, was ist, befreit.


Ein Haiku

Schmetterlinge folgen liebevoll
dem Blumengebinde
auf dem Sarg.

Alles Liebe
von
Samarpan

PS: Eine Chirurgin, die Meditation kennen gelernt hat, lehrt Ayurveda Yoga Massage

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Liebe und Hingabe erhöhen Bewusstheit

Die Gammafrequenz im Gehirn scheint dafür verantwortlich zu sein, dass wir eine Tasse Kaffee als solche erkennen. Die Gamma Wellen steigen auf unerwartete Höhen an, wenn das Körper-Denk-System von bedingungsloser Liebe durchflutet wird.

Forscher der Universität Wisconsin untersuchten buddhistische „Profi-Meditierer“, Schüler des Dalai Lama, mit mehr als 10.000 Stunden Meditationspraxis, während diese ihren Geist mit Liebe und Hingabe durchfließen ließen. Es stellte sich heraus, dass die Gamma Wellen während der Meditation auf über 40 Hertz anstiegen. Gammawellen von 30 Hertz sollen für geistige Höchstleistungen verantwortlich sein …

Tiefe Veränderungen des Seins

Tipps

„Meditation heißt nicht, unter einem Mangobaum zu sitzen und eine nette Zeit zu haben.“ Es sei alles andere als Entspannung. „Es geht um tiefe Veränderungen des Seins. Auf lange Sicht wird man eine andere Person“, sagt der Wissenschaftler Matthieu Ricard in einem Artikel aus der Süddeutschen Zeitung.

Angenommen, wir sitzen vor einer Tasse Kaffee. Was wir bewusst wahrnehmen, ist der Gesamteindruck. Die einzelnen Aspekte verarbeitet das Gehirn aber in verschiedenen Arealen. Eine Region erkennt die Farbe braun, eine andere identifiziert das Aroma, eine dritte die Form der Tasse. Das Areal, das alle Teile des Puzzles zu einem Ganzen verbindet, wurde bisher nicht gefunden. Deshalb vermutet man, dass die beteiligten Nervenzellen über eine Art Erkennungscode kommunizieren: die Gamma-Frequenz. Schwingen die Signale für „braun“, „Aroma“ und „Tasse“ im Gleichtakt, taucht der Kaffee vor dem inneren Auge auf. Nach dieser Theorie sind Gamma-Wellen also eine übergeordnete Steuerfrequenz, welche die Hirnareale synchronisiert und zusammenführt. So entstehen Wahrnehmungen, aber auch Bewusstseinszustände.

Der Forscher Davidson registrierte mit 256 über den gesamten Schädel verteilten Messfühlern die Hirnströme der Meditations-Profis, während sie ihren Geist mit Liebe und Hingabe durchfließen ließen. Eine Gruppe Meditationsnovizen diente zum Vergleich. Der Blick auf die Messwerte offenbarte eklatante Unterschiede. Im Gehirn der Mönche stieg die so genannte Gamma-Aktivität während der Meditation stark an, während sie sich bei den ungeübten Probanden kaum erhöhte. Außerdem waren diese schnellen, hochfrequenten Hirnströme besser organisiert und koordiniert. Und die Wellen huschten über das gesamte Denkorgan. „In der Regel sind Gamma-Wellen sowohl zeitlich als auch räumlich begrenzt“, erklärt Ulrich Ott. „Sie tauchen nur kurz irgendwo im Gehirn auf.“ Wann, kann die Hirnforschung nicht mit letzter Sicherheit sagen.

Jene extrem koordinierten Gamma-Oszillationen, die Davidson bei den Mönchen registrierte, würden unter normalen Umständen nie auftreten, meint Ulrich Ott. Seine Erklärung: „Wenn alle Nervenzellen synchron schwingen, wird alles eins, man differenziert weder Subjekt noch Objekt. Exakt das ist die zentrale Aussage der spirituellen Erfahrung.“

Auszug aus: Die Süddeutsche Zeitung, 2005
Na denn, viel Spaß beim Meditieren und Lieben

wünscht euch

Samarpan
PS: Wer Weiblichkeit liebt, der sollte sich mal „Shaktis Geheimnis“ ansehen …

PPS: Auf FindYourNose.com gibt es einen neuen Menüpunkt unter Sich Feiern: Abschied. Dort werden rebellische Zitate von Osho, Pakhi, Veetman und anderen kompetenen Menschen übers Sterben zu lesen sein. Ästhetisches Sterben, mit Lachen und Meditation — na, wenn das nicht (r)evolutionär ist?

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