Archiv für den ‘buddha’ Tag
Der Leere auf der Spur
Noseletter 60 – Was passiert, wenn man meditiert?
Meditation verändert die Wahrnehmung im Leben. Normalerweise schauen wir auf Formen und vergessen die Leere, die alles durchdringt. Im Folgenden der Versuch, Leere zu erfassen.
Alles durchdringende Leere
Normalerweise richtet sich unsere Aufmerksamkeit auf Formen, die Augen wandern von einer Form zur nächsten. Wenn man meditiert, bleibt die Aufmerksamkeit auf dem einen, der Leere, der Stille, die alles durchdringt.
Im Folgenden ein paar Formen, bei denen Leere besonders gut wahrzunehmen ist.
Was ist Leere?
Der leere Bambus
In manchen Traditionen wird Bewusstsein, Dharma, Nirvana, Tao, der Buddha oder wie man es auch immer nennen mag, mit der Leere eines hohlen Bambus oder einer Flöte verglichen. Der Meditierende ist die Flöte, durch die die Leere sein Lied spielt. Höre dieser Shakuhachi Flöte zu, hier wird Leere zu einem Ton.
Shakuhachi Flöten
Suche nach der eigenen Leere
Zen Mönche suchen ihre wahre Natur, die auch Natur des Universums ist. Sie suchen die Leere, die in ihrer eigenen Form ist.
Auf der Suche nach dem Geist des Zen
Koans, Fingerzeige zur Leere
Die Zen Tradition hat sich viele Wege ausgedacht, Leere sichtbar zu machen. Zum Beispiel in der Form von Worten, die auf das nicht Beschreibbare hinweisen.
Zen Quotes, Koans and Wise Sayings
Die Aufmerksamkeit auf der Leere halten
Im folgenden Link ist eine sich bewegende Form zu sehen. Schaue entspannt auf den kleinen Punkt in der Mitte und lasse die Aufmerksamkeit auf dem weißen Hintergrund. Nimm den leeren, weißen Inhalt wahr, anstelle der gelben, sich bewegenden Form.
A Theo Jansen´s mechanism
Leere in einem Wasserfall
Hier nimmt Leere die Form von Wasser an. Stille durchdringt das sich bewegende Wasser, wie auch die unbeweglichen Felsen, über das es fließt.
Havasupai Indian Waterfal
Geschlagene Leere
Sie hauen auf der Leere herum und bringen sie zum klingen. Hier wird Leere zu einer großen Schwingung…
KODO Trommler
Handeln mit Leere
Traditionelle Meditationspraktiken leiten dazu an, aus der Leere, der Stille zu handeln. Meditative Kampfkünste sind daraus entstanden, Qi Gong, Tai Chi und auch Kyudo, das ist meditatives Bogenschießen. Ein Satz aus dem folgenden Clip: Manchmal treffen wir ins Ziel, doch verpassen dabei das Selbst.
Kyudo oder Zen Archery
Und schließlich…
Auflösung ins Nichts
Wieder zurück zur Leere
Tibetische Mönche malen in Stille ein Sandmandala, eine Form, die die mysteriöse Leere widerspiegelt. In diesem Filmbeitrag wird die leere Form des Mandalas wieder aufgelöst. Die Form wird wieder zum Nichts. Die Materie wird wieder der Natur zurück gegeben, der Sand in einen Fluss zurückgeschüttet.
Auflösung eines tibetischen Sandmandalas
Viel Spaß beim Meditieren
und der endlosen Leere
Samarpan
PS: Weitere Sekunden Meditationen, die helfen, Leere auf die Spur zu kommen
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Versagen bringt Erkennen
Noseletter 56 – Wie meditiere ich ‘richtig’?
Hast du manchmal Zweifel, ob du ‘richtig’ meditierst? Tauchen Glücksgefühle oder Momente von All-Eins-Sein nur selten auf und hast du das Gefühl, als ob in der Meditation nicht wirklich etwas passiert? Sieht es so aus, als ob keine Meditationstechnik ‘richtig’ passt und der Satz: „Meditation ist nichts für mich“ immer stärker wird?
Eine gute Nachricht für dich: Du bist genau auf dem richtigen Weg.
Scheitern und Hingabe
Morgens versuche ich, meinen Atem zu beobachten. Ich sage, „versuche“, denn länger als eine oder zwei Minuten nehme ich ihn nicht wahr. Dann regieren wieder Träume und Gedanken. In der OSHO Dynamischen Meditation fällt es mir in der stillen Phase schwer, die Arme oben zu lassen und Glückseligkeit widerfährt mir selten beim Meditieren. Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sagen, Meditation ist nichts für mich, denn ich habe heute nicht mehr den ‘Erfolg’ mit den Meditationstechniken wie früher. Eine nahezu undurchdringliche Wand hält mich fest und das ist frustrierend.
„Versagen ist die Grundlage für Erfolg und im Erfolg lauert das Versagen.“
Lao Tzu
Versagen soll der Weg zum Erfolg sein? Soll das heißen, ‘richtig meditieren’ bedeutet, in der Meditation zu scheitern? Genau.
Koan Praxis – der Weg in die Frustration
Wann immer das Gefühl auftaucht, nichts zu wissen, nichts zu können, nichts ‘richtig’ zu machen, keine Vision zu haben, nicht mit den anderen mithalten zu können, keine Meditationstechnik wirklich zu beherrschen und andere unterhaltsame Gedanken, dann mag es hilfreich sein, sich eines Koans zu erinnern.
Ein Mann fragte Tao-hsin „Ist Geld und Besitz erstrebenswert?“
Tao-hsin antwortete „Einigen gehört die ganze Welt, anderen nur ein Teil davon.“
Koans von Tao-hsin
Was ist ein Koan? Es ist die Absicht, den Meditierenden in tiefe Frustration zu führen. Ein Koan hat keine Lösung, die das „Ich“ erdenken könnten und doch gibt es eine. Beispiel für die Aufklärung eines Koans.
Alle Meditationstechniken sind zum Scheitern verurteilt, denn Meditation ist nicht etwas, was man tun kann. Meditation, Bewusstsein, die wahre Natur, Tao, Dhamma, Nirvana, Erleuchtung, der innere Buddha… wie man den Zustand der Meditation auch benennen mag, er besteht schon jetzt, in diesem Moment und es geht nur darum, ihn zu erkennen.
Buddha, Bankei und Jesus
Äußerstes, tiefes Gefühl von Versagen, von Scheitern in der Suche, das Gefühl von komplettem Misslingem, was den eigenen Weg anbelangt, haben drei Menschen zu den höchsten Höhen gebracht. Diese drei, Buddha, Bankei und Jesus, sind nur prominente Beispiele, es gibt unzählige andere Menschen, denen es genauso ging und gehen wird. Vielleicht auch dir und mir?
Buddha ging den Weg „exzessiver Askese und Selbstkasteiung, zuerst unter Anleitung von Meistern, dann alleine. Dieser Weg war gleichzeitig eine Flucht vor zu intensiven Gefühlsregungen. Alles, was er gern haben und was in ihm ein Verlangen provozieren könnte, vermied er ängstlich: Menschen, Nahrung, Bequemlichkeiten. In diesem Stadium hinderte Gautamas Ambition und sein intensives Streben nach dem Rechten ihn geradezu daran, das Gesuchte zu finden.
Nach sieben Jahren Askese war er erschöpft, ausgelaugt, unruhig und enttäuscht. Er war ans Ende seiner physischen und moralischen Möglichkeiten gekommen; es ging nichts mehr. Er blieb nun – so scheint es – nicht bei der Erfahrung absoluter existenzieller Leere stehen, sondern indem er alles losließ, worum es ihm bisher gegangen war – die Befreiung vom Leiden -, öffnete er sich für das Neue in seinem Leben, und erreichte genau das: die Befreiung vom Leiden.“
Buddhas Weg zur Erleuchtung
Bankei, ein japanischer Zenmeister, suchte bereits als Kind nach Antworten auf die grundlegenden Fragen des Lebens. Da ihm die Lehrer seiner Schule hierbei nicht helfen konnten, verließ er mit elf Jahren die Familie um sich auf die Suche nach Antworten bei verschiedenen buddhistischen Lehrern zu machen. Zeitweise in Obdachlosigkeit lebend meditierte er exzessiv. Schließlich erkrankte er an Schwindsucht. Dem Tode nahe, im Alter von 23 Jahren, erlebte er in einem geistigen Durchbruch die Erleuchtung.
„Das Ungeborene ist nicht etwas, das durch Disziplin erreicht oder erlangt wird. Es ist nicht eine Beschaffenheit des Geistes oder religiöse Ekstase; es ist, dort wo du stehst, makellos so, wie es ist. Alles was du tun musst, um es zu erkennen ist, du selbst sein, genau wie du bist; zu tun, genau was du tust, ohne Kommentar, Befangenheit oder Urteil.“
Bankei Eitaku auf Wikipedia
Jesus hatte ebenfalls einen alles andere als leichten Weg. Sein Leiden ist sprichwörtlich. All die Suche nach Göttlichkeit, um dann am Kreuz zu hängen? Kein Wunder, dass er in dieser schmerzhaften Situation zutiefst verzweifelt und am Zweifeln war. In absoluter Hilflosigkeit passierte dann die Verwandlung, seine absolute Hingabe an das, was ist: „Dein Wille geschehe!“
Das Wunder der Hilflosigkeit
Die ganze Meditationspraxis, alles meditieren dient nur dem einen Zweck: der Aufgabe von dem, was nicht wirklich ist. Der Aufgabe von Konzepten, Ideen, Vorstellungen, Zielen, Konditionierungen… die Liste könnte lange fortgeführt werden. In Kurzform wird das, was nicht ist, „Ego“ genannt. Durch Meditationstechniken wird das Ego so erschüttert, dass nur noch hilflose, ergebene Hingabe übrig bleibt. Das ist der Zeitpunkt des Erkennens.
Nick Vujicic, ein junger Mann ohne Arme und Beine, erzählt von seiner Hoffnungslosigkeit als er 8 Jahre alt war. Das Leben erschien ihm sinnlos. Er war am Tiefstpunkt seines schwierigen Lebens. Die Verwandlung passierte und heute ist er weltbekannt für seine herzliche, unerschütterliche, motivierende Art. Ein sehenswerter Videoclip:
Nick Vujicic, Life without limbs
Und schließlich noch ein paar lustige Beispiele von Leuten, die noch lange nicht am tiefsten Grund angelangt sind….
Ein ziemlich schlechter Tag im Büro
Scheitern, Versagen, Misserfolg beim Meditieren (und auch sonst) sind nicht das, was sie scheinen. Sie sind der Beginn eines Quantensprungs in die Wirklichkeit, der Sprung aus alten Vorstellungen hin zu dem, was immer ist: Bewusstsein.
Alles Liebe auf dem Weg ins Hier
wünscht
Samarpan
PS: Der krumme geradlinige Weg
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Heilung
Noseletter 53 – Was passiert, wenn man meditiert?
Der stille, leere Zustand von Meditation fördert die Selbstheilung. Vielleicht zuerst ein wenig tanzen, dann einfach nur still da sitzen, im Reinen mit sich und der Umgebung sein – das lässt den Körper aufatmen. Nach wissenschaftlichen Studien stabilisiert Meditation den Blutdruck und hat heilsamen Einfluss auf viele psychsomatische Krankheiten.
Aktivierung der Selbstheilungskräfte durch Meditation
Es gibt im Internet viele Artikel über die heilsame Wirkung von Meditation zu lesen. Mir ist allerdings nicht so ganz klar, worauf genau sich die Forscher beziehen, wenn sie „Meditation“ als heilsam beschreiben. Ich gehe davon aus, dass die Mehrheit der Menschen Meditation mit Entspannungstechnik gleichsetzt. Entspannung fördert die Gesundheit, das ist zweifellos so. Der Zustand von Meditation bringt jedoch noch eine weitere Aktivierung der Selbstheilungskräfte mit sich…
Meditation ist mehr als eine Entspannungstechnik
Nach einer halbe Stunde Entspannung geht man erfrischt zurück ins alte Leben, zu genau den Umständen, die die Anspannung bewirkten. Durch autogenes Training verändert sich nichts an der (meist destruktiven) Lebensweise des Menschen. Entspannungstechniken wirken etwa so wie eine Kopfschmerztablette, die zur Schmerzlinderung eingenommen wird. Meditation geht tiefer. Durch die sensible Wahrnehmung seiner selbst beginnt man den Körper von innen zu fühlen, seine Eigenarten, Bedürfnisse, Schwächen und Stärken zu erfahren. Anstatt vom Doktor zu hören, wie schlecht Stress für den Bluthochdruck ist, fühlt der Meditierende am eigenen Leib, wie sich stressreiche Gedanken auf den Körper auswirken. Die geschärfte Wahrnehmung macht es unmöglich, auf Dauer destruktives Verhalten aufrecht zu erhalten.
Im Zustand von Meditation herrscht außerdem heilsame Stille, Frieden und Liebe. „Kranke brauchen Ruhe“ hat meine Mutter gesagt und vielleicht hat sie ja nicht nur Ruhe, sondern diese besondere Stille gemeint, in der sich Psyche und Körper heilen? Eine gute Beschreibung von Meditation als Medikament für die Seele hat Peter Michael Dieckmann gegeben.
Meditation zur Blutdruck-Therapie
„Meditation statt Medizin“ überschreibt das Online Magazin Focus einen Artikel zum Thema Blutdruck-Therapie.
„In der Ruhe liegt die Kraft, beziehungsweise für manche Bluthochdruck-Patienten die Gesundheit: Denn regelmäßige Meditation senkt hohen Blutdruck genauso wie entsprechende Medikamente. Zu diesem Ergebnis sind Mediziner der Universität Würzburg unter Leitung von Wolfram Voelker gekommen.“ Das Ergebnis der Studie: Meditieren hilft ebenso gut wie Blutdruck senkende Mittel.
Blutdruck-Therapie: Meditation statt Medizin
Der Bund Deutscher Internisten e.V. gibt eine ähnliche Nachricht heraus, sie beziehen sich auf amerikanische Studien: „Meditationsübungen können nachweislich den Blutdruck senken. Entspannungstechniken schützen damit nicht nur vor seelischer Überbeanspruchung und Stress, sondern sie wirken sich auch positiv auf das Herz-Kreislauf-System aus.“
Meditation kann Bluthochdruck verringern
Rüdiger Dahlke gibt ein Selbstheilungsprogramm mit Meditation heraus. „Nach einer einleitenden Entspannung geht es bei der ersten Heilmeditation darum, auf einer Bilderreise durch den Körper die Situation des eigenen Kreislaufs konkret zu erleben… Die zweite Reise führt über das Zulassen von Schwäche und Ohnmacht als Voraussetzung zur Aussöhnung mit den eigenen Stärken bis hin zu Kontaktfreudigkeit und zu der Fähigkeit, sich zu stellen.
Selbstheilungsprogramm Niedriger Blutdruck
Aus einem Artikel im Spiegel:
„Meditative Praktiken setzen auch die Hautleitfähigkeit herab, beruhigen den Stoffwechsel, senken die Herzfrequenz und stärken angeblich so das Immunsystem. Auch gegen Depressionen, Angst- und Schlafstörungen wirken die „achtsamkeitsbasierten“ Techniken.“
Die Durchleuchtung der Erleuchtung
Zum Schluss sei nur erwähnt, dass Buddha nicht ausgezogen ist, um seinen Blutdruck auszugleichen oder Schlafstörungen zu beheben. Eine gute Gesundheit ist nur ein Nebeneffekt von Meditation, der Sinn ein ganz anderer. Welcher?
Ausprobieren und selbst rausfinden!
(Vielleicht steht’s im nächsten Noseletter?!)
Viel Spaß beim Meditieren und Experimentieren
wünscht
Samarpan
PS: Was Entspannung für die Arbeit bewirkt
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Die Hüllen fallen und man ist nackt und natürlich
Noseletter 49 – Was passiert, wenn man meditiert?
In der Meditation wird man nackt, ohne die Kleider, die das Denken webt. Man lässt alle Hüllen fallen, alles, was unnatürlich ist, wird abgestreift – bis nur noch Frieden und Ruhe da ist, bis man in seiner wahren Natur ruhen kann.
Man wird total natürlich
Ich komme gerade aus der Dusche, habe alle Hüllen fallen lassen, zumindest die äußeren, und damit experimentiert, nackt zu sein. Bewusst nackt unter dem Wasser zu stehen und das Sein zu fühlen, die Qualität des „Nackt-Unter-Der-Dusche-Stehens“.
Dazu angeregt hat mich ein Videoclip des tibetischen Sogyal Rinpoche, der darin sinngemäß sagt:
In der Meditation werden die ganzen Hüllen und Hindernisse fallen gelassen und langsam unsere wahre Natur offen gelegt. Der Verstand ist ständig abgelenkt, Ablenkung ist die Wurzel aller unserer Probleme. In der Meditation schälen wir alle Hindernisse ab und klären die Blockierungen. Wir sind wirklich wahr, authentisch. Alles wird abgestreift, was unnatürlich ist.
What Meditation really is
Ich stehe nackt unter der Dusche in meiner ganzen Natürlichkeit. Ohne Scham und in Frieden mit mir. Wie soll ich das nackte Sein beschreiben? Ist das Meditation? Wahre Natur? So-Sein?
Im Folgenden der Versuch, natürliche Nacktheit, die wahre Natur eines Menschen, in Bildern festzuhalten. In dem Videoclip sieht man die Gesichter von Tibetern in ihrer wahren Natur (Samadhi). Ihre Gesichter sind nackt. Die Menschen schauen aus einem Zustand völliger Einfachheit, Selbstverständlichkeit, ohne Zerissenheit und genau aus diesem einen Moment.
Gesichter der Meditation
Mich berührt am meisten die ausgeprägte Einzigartigkeit der Menschen, die sich in völliger Nacktheit befinden. Die stille Einzigartigkeit ist selbst bei in Stein gehauenen Gesichtern wahrzunehmen. Jede einzelne Statue trägt die Präsenz von Natürlichkeit an sich.
500 Gesichter von Buddha
In völliger, echter, ungeschützter Nacktheit zu sein, das ist Meditation. Es ist schon komisch, wir fürchten uns vor dem Nackt-Sein, dabei strahlt ungeteilte Natürlichkeit Erhabenheit und Schönheit aus. Vielleicht sind im Osten die Buddha Statuen deshalb von so überragender Größe gebaut worden.
Daibutsu – der große Buddha von Kamakura
Viel Spaß beim Meditieren und nackt sein
wünscht
Samarpan
PS: Horoskopanalyse für den Wahrheitssucher – Den natürlichen Weg finden
PPS: Die ganze Natur ruft die Wahrheit
Stille, heitere Artikel im Zen Shop
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Wunschlos glücklich
Vor kurzem habe ich mir den so erfolgreichen Film „The Secret“ angesehen und war wieder einmal überrascht, wie gerne wir Menschen doch Dinge mögen, die unser Ego bestärken. In dem Film „The Secret“ geht es um das Gesetz der Anziehung: „Was immer ich denke, manifestiert sich“, das ist das Geheimnis des Films. Alles ist möglich, und das nicht nur bei Toyota. Du bist krank? Da wirst du wohl falsche Gedanken haben. Du fährst keinen Mercedes und deine Beziehung könnte glücklicher sein? Kein Problem – denke dir deine Wünsche herbei. Die Existenz ist ein großes Shopping Center, das wie der Weihnachtsmann alles für dich bereit hält.
Meditation ist genau das Gegenteil. In Meditation lassen wir die Dinge wie sie sind. Ohne auszuwählen, ohne zu bewerten. Die Aufmerksamkeit ist nicht darauf gerichtet, was für Wünsche ich mir noch erfüllen könnte, sondern darauf, was ist. Die Auflösung des Subjekts (Ich) und des Objekts (das, was ich wahrnehme), das ist Meditation.
Kein Mercedes? Okay. Neid auf Leute, die es sich einfach machen im Leben? Okay, diese Emotion wird wahrgenommen. Anders als im Film „The Secret“ mit dem sogenannten Geheimnis von „Wie bekomme ich das, was ich will“, richtet man in der Meditation seine Aufmerksamkeit auf die Wahrnehmung selbst: Das, was ich wirklich bin und das ist jenseits vom Denken, von Gefühlen oder dem Körper (und großen Autos).
Die Lust des Egos, sich zu vergrößern

Würde C.G. Jung noch leben, würde er den Film „The Secret“ für einen Rückfall in ein mittelalterliches magisch-kausales Denken halten. Auf ein Ereignis – dem Denken – folgt ein anderes, die Materialisation des Wunsches. Seit jeher suchen die Menschen danach, die Kontrolle über Leben und Sterben zu übernehmen, sich allmächtig zu fühlen. Das ist heute nicht anders als im Mittelalter. Mit Sätzen aus dem Film wie „Du wirst das, worüber du am meisten nachdenkst“, „Du bist das Meisterstück deines Lebens“ oder „Alles kann dir gehören“ fühlt sich das ICH stark. In der Meditation löst sich das Ich auf, es ist die genau gegensätzliche Suche.
Eine Geschichte
Eine Gruppe von Leuten, die mit dem „Geheimnis“ arbeiteten, trafen sich regelmäßig, um ihre Erfahrungen auszutauschen. Ein Mann fehlte seit Wochen. Eines Tages sah der Vorsitzende des Clubs den Sohn des Mannes auf der Straße: „Junge, was ist mit deinem Vater? Er hat sich seit Wochen nicht bei uns blicken lassen.“ Der junge Mann sagte: „Er ist krank.“ Der Vorsitzende lachte. „Er wird das nie verstehen. Er ist nicht krank, er denkt nur, dass er krank ist. Die Krankheit sitzt in seinem Kopf. Gehe zu ihm, erzähle ihm das und sage ihm schöne Grüße von mir.“ Doch weiterhin kam der Mann nicht zu den Treffen. Und wieder passierte es, dass der Vorsitzende auf den Jungen traf. „Was ist los mit deinem Vater? Hast du ihm nicht die Nachricht von mir überbracht?“ „Doch“, antwortete der Junge, „ich habe es ihm gesagt.“ „Warum kommt er dann nicht zu den Meetings?“ Der junge Mann sagte: „Jetzt denkt er, dass er tot ist. Seit Tagen sagen wir zu ihm „Paps, das ist alles nur deine Einbildung,“ doch er hört nicht zu.“
Meditation bedeutet, nicht zu wählen
(Nicht einmal das Nicht Wählen)
Aus einer buddhistischen Schrift: „Der Buddha Verstand ist rein und klar, frei von der Existenz und von der Nicht-Existenz. Wenn der Körper und der Verstand nicht auftauchen, dann lässt sich dadurch dauerhafte Wachsamkeit über den wahren Geist erlangen.“
Der Versuch einer Übersetzung: Ein meditierender Mensch wählt nicht. Er lässt die Dinge so, wie sie sind. An sich und den anderen. Er lebt ein natürliches, authentisches Leben. Ist ein Freund gestorben, dann ist er traurig. Ist er mit einem geliebten Menschen, dann ist er glücklich. Ein meditierender Mensch lässt sich so sein, wie er ist. Wenn er wählen möchte und etwas lieber hat, als das andere, dann ist das so. Wenn er lieber passiv bleibt oder gerne aktiv ist, dann ist das so. Der meditierende Mensch lebt widerstandslos und ohne Wunsch, sich oder die Dinge zu verändern. Sogar Widerstand wird widerstandslos akzeptiert. So lebt der meditierende Mensch ein harmonisches Leben mit dem, was ist. Durch dieses Verhalten löst sich das Gefühl von Ich, das alles unter Kontrolle haben möchte, auf.
Bitte verzeiht mir, wenn ich nur nacherzählen kann. Mir fehlt die Tiefe der Erfahrung. Eine Erfahrung habe ich jedoch in meinem Leben gemacht, die ich dem „Secret“ entgegensetzen möchte. Das, was wir uns an Dingen, an Beziehungen oder Erfahrungen wünschen können, ist ein läppischer Bruchteil von dem, was passiert, wenn man meditiert.
Meditation erfüllt keine Wünsche, doch viel mehr.
Viel Spaß beim Meditieren und Nicht Wählen
wünscht euch
Samarpan
PS: Ein kulturell kreativer Platz an dem „Nicht Wählen“ in der Meditation praktiziert wird
Vollmond und Meditation
Heute Nacht (20. Februar 2008) scheint der Vollmond, was manche Menschen nicht besonders gut schlafen lässt und andere zur Erleuchtung bringt. Buddha ist in einer Vollmond Nacht geboren, erleuchtet und auch gestorben oder „verlöscht“, wie die Buddhisten sagen. Der Vollmond hat es in sich, was viele Traditionen dazu nutzen, Vollmond Meditationen zu praktizieren. In der tibetischen Tradition soll der Vollmond der beste Tag dafür sein, mit Meistern Kontakt aufzunehmen, da das Denkvermögen an diesem Tag offen ist. Auch in den hinduistischen Veden (Heiligen Schriften) steht, dass der Mond der Torweg zwischen Meister und Schüler ist.
Im Zen ist der Mond ein Symbol für Erleuchtung. Wenn man meditiert, wird man zum Vollmond! (Das ist nicht auf die Gesichtsform bezogen). Das ist doch mal eine neue Perspektive, nach all dem Nichts der letzten Noseletter … Damit wir das Symbol des vollen Mondes besser verstehen, ein paar Worte über Buddha und seine Mond Natur …
Buddha ist wie der Mond – weder kommt, noch geht er

„Wenn der Mond untergeht, sagen die Menschen, dass er verschwunden sei; wenn der Mond aufgeht, sagen sie, dass er wiedergekehrt sei. Tatsächlich aber kommt und geht der Mond nicht, sondern er scheint unverändert am Himmel. Buddha ist genauso wie der Mond. Weder kommt noch geht er.
Die Menschen nennen einen bestimmten Stand des Mondes Vollmond, einen anderen Stand nennen sie zunehmenden Mond. In Wirklichkeit aber ist der Mond immer rund, weder zu- noch abnehmend. Buddha ist ebenso wie der Mond. In den Augen der Menschen mag Buddhas Erscheinung sich öfters wandeln, aber in Wahrheit ändert sich Buddha nie.
Der Mond scheint überall; über einer großen Stadt einem schlafenden Dorf, einem Berg, einem Fluss. De Mond ist in den Tiefen eines Teiches zu sehen, in einer Krug mit Wasser, in einem Tautropfen, der auf einem Blatt hängt. Wenn ein Mensch Hunderte von Meilen geht: der Mond begleitet ihn. Für Menschen scheint sich der Mond zu verändern, aber der Mond bleibt wie er ist. Buddha ist wie der Mond, wenn er den Menschen dieser Welt bei all ihren Lebensveränderungen folgt und sich darauf einstellt, aber bezüglich seines Wesens ändert er sich nicht.“
Aus www.dharmaweb.de
Übung zum Vollmond
Lest den Text noch einmal und ersetzt das Wort „Buddha“ mit eurem Namen.
Und noch ein anderer Aspekt des Mondes in der Meditation
von Zen Meister Dogen
Die Erleuchtung ist wie der Mond, der sich im Wasser spiegelt.
Der Mond wird nicht nass noch bewegt sich das Wasser.
Obgleich sein Licht groß und strahlend ist,
spiegelt sich der Mond auch in der kleinsten Pfütze.
Der ganze Mond und auch das ganze Universum
spiegeln sich im Wassertropfen auf einem Grashalm.
Viel Spaß beim Meditieren und zum Vollmond werden
wünscht euch
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