Archiv für den ‘bewusstheit’ Tag

Die Kraft der Aufmerksamkeit in der Meditation

Noseletter 69 – Was passiert, wenn man meditiert?

Aufmerksam zu sein und wach,
den Körper, die Gedanken und Gefühle wahrzunehmen
und sich selbst bewusst zu werden…
das steht im Zentrum einer jeden Meditationspraxis.
Warum?

Über die Magie,

sich selbst Aufmerksamkeit zu schenken

Aufmerksamkeit

„Zwiebeln zu schneiden ist mit einem scharfen Messer soviel einfacher“, berichtet mein Sitzungspartner über seine Küchen-Arbeits-Meditation. Wir sitzen uns aufrecht gegenüber, es ist der dritte Tag des 7-tägigen Satori Meditationsprozesses. Ich blicke ihm aufmerksam in die Augen und bin gespannt, was er noch sagen wird. Sein Koan (eine mit dem Verstand unlösbare Aufgabe) lautet: „Was ist Bewusstsein?“, eine knifflige Frage, wie ich finde.

Was hat Bewusstsein mit Zwiebelschneiden zu tun?
Er spricht von innen heraus: „Mit Bewusstsein verhält es sich ähnlich, ein scharfes Instrument ist nötig, um es wahrzunehmen. Ich frage mich, wie ich meine Intelligenz schärfen kann, um dem näher zu kommen, was Bewusstsein ist…“

Die Grundlage der Meditation:
Wachsame, freundliche Aufmerksamkeit für sich selbst

Es gibt viele Meditationstechniken, die die Intelligenz schärfen und tiefer in die Zusammenhänge des Lebens blicken lassen, der Satori Prozess ist nur eine davon. So verschieden die Meditationsmethoden auch sein mögen, so haben sie doch eines gemeinsam: Aufmerksamkeit für sich selbst!

Aufmerksamkeit birgt ganz unglaubliche Kräfte in sich. Sie kann Berge versetzen und das ist ganz und gar nicht im übertragenen Sinne gemeint. Die Erforschung des Mondes zum Beispiel, basiert auf Menschen, die ihre hundertprozentige Aufmerksamkeit auf den Mond richteten. Das Unvorstellbare wurde eines Tages real, als der erste Mensch auf dem vorher utopisch weit entfernten Planeten spazierenging.

Aufmerksamkeit enthüllt das individuelle, natürliche Selbst

Ähnlich weltbewegende Ereignisse geschehen, wenn sich die Aufmerksamkeit nach innen, zu sich selbst, richtet. Wie ein scharfes Messer schneidet sie durch gewohnte Dumpfheit oder „Ich-weiß-schon-alles-Mentalität“. Nach und nach enthüllt sich dem aufmerksamen, meditativen Zuschauer der so lang gesuchte Kern: sein ureigenes, natürliches und völlig individuelles Selbst.

In diesem Satori Retreat suche ich nach Antworten auf die Fragen „Was ist Leben?“ und „Was ist Liebe?“. Anstatt die Antwort außerhalb von mir zu suchen, suche ich diesesmal in mir. Ich gebe mir hundertprozentige Aufmerksamkeit. Bald enthüllen sich viele, zutiefst befriedigende Einsichten. Die Weisheit, die durch mich hindurchfließt, bekommt den ganzen Raum an Aufmerksamkeit und beginnt sich zu entfalten.

Ein paar Tage nach der Gruppe sind nur Fetzen des Geschehens in der bewussten Erinnerung – die Momente von Weisheit und das Gefühl unbegrenzt zu sein, arbeiten weiter im Unterbewusstsein. Nach der Erfahrung mit früheren Meditationsprozessen wird es noch einige Zeit brauchen, bis sie sich auf natürliche Weise im Alltag ausdrücken werden. Die Magie der Aufmerksamkeit für mich selbst jedoch lebt präsent in jedem Moment, jetzt…

Links zum Thema Aufmerksamkeit und Meditation

Über Mönche, die ihre Aufmerksamkeit bewusst lenken

Über die bewusste Steuerung der Aufmerksamkeit

Beobachten verändert die Welt in der wir leben

Das Mysterium des Wahrnehmens

Wahrnehmen verändert jede Situation

Wahrnehmen lernen

Viel Spaß beim Meditieren
und Sich-selbst-Aufmerksamkeit-schenken

Samarpan

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Meditation und Trauma

Noseletter 68 – Was passiert, wenn man meditiert?

Wir sitzen unbeweglich, wir, die wir meditieren… Wir sehen entspannt und ruhig aus und doch werden die meisten von uns nicht etwa meditieren, sondern ‘disoziieren’, was bedeutet, sich von diesem Moment abzuspalten, zu träumen.

Menschen mit großen und kleinen Traumata haben gelernt, die alten Wunden zu vermeiden. Im Alltag wie beim Meditieren. So kommt es in der Meditation oft zu großartigen Erfahrungen, die vor allem eines ermöglichen:
Weit weg von diesem schmerzlichen Körper-Denk-System zu sein.

Träumen in der Meditation

Dissoziieren-meditation

„Ich war ein misshandeltes Kind. Immer wieder kam mein Vater im Dunkel der Nacht, wenn Frieden herrschen sollte, und vergewaltigte mich. Am Tage, wenn die Dunkelheit sich versteckte, waren meine Eltern wieder und wieder grausam zu mir. Mein nächtliches Trauma war tagsüber völlig vergessen, so wie der Tag nachts vergessen war. Und doch schien das Leben ein Geheimnis zu bewahren…

Ich praktizierte Mantra-Meditation, Atemübungen und Hatha Yoga, und mein Leben entwickelte sich weiter: Ich lehrte Meditation und dachte über den Sinn des Lebens nach. Mein Leben war reich und erfüllt.

Überraschende Entdeckung: abgespaltete Gefühle

Nach ungefähr 20 Jahren gelangte ich völlig unerwartet zu einer neuen Sichtweise. Ein spiritueller Mentor schlug mir vor, an ungelösten Fragen aus der Kindheit zu arbeiten. Nein! Die Kindheit war Vergangenheit. Meine bewussten Erinnerungen an längst vergangene Grausamkeiten hatte ich ins Land des Vergebens verbannt. Was unbewusst war, blieb unbewusst. Alles schien in Ordnung zu sein. Doch ich vertraute meinem Mentor, absolvierte zwei lange Sitzungen mit einem Therapeuten und bewältigte ein monumentales Stück Arbeit. Ich entdeckte, dass meine bewussten Erinnerungen gepaart waren mit bislang unentdeckten Gefühlen von Angst, Schmerz, Sorge und Ärger.

Der Weg aus dem Trauma:
Beobachtung von Körperempfindungen

Ich hörte auf meine innere Führung und betrachtete meine eigene Dissoziation in und außerhalb der Meditation. Ich achtete auf meinen Körper, auf subtile körperliche Impulse, auf aufkommende Empfindungen. Sowie ich meine Erinnerungen hervorholte, verstärkte sich meine spirituelle Klarheit. Ich konnte die Wahrheit erkennen, Unwahrheit und Täuschung wurden transparenter. Ich wurde immer glücklicher und begann, das lebenfördernde und das lebenzerstörende Potenzial dissoziativer Prozesse zu verstehen. Manchmal müssen wir uns in Teile zerlegen, um ein Ganzes zu werden.

Abspaltung vom Körper-Denk-System ist nicht Meditation

Durch ausführliche Interviews für meine Dissertation entdeckte ich, dass acht der Befragten, die über transzendentale Zustände berichteten, eigentlich die Erfahrung der Dissoziation gemacht hatten. Sie beschrieben eine Dimension lebhafter, kreativer intelligenter Impulse und berichteten, dass Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zur Ewigkeit verschmolzen, als ihr Body-Mind-Bewusstsein schwächer wurde.

Eine meiner Vorahnungen wurde bestätigt. Mein „Rückzug“ erfolgte nicht innerhalb des Body-Minds, ich hatte vom Body-Mind in die transzendentale Stille dissoziiert. Da ich dort blieb, vermied ich meine Erinnerungen – mental und zellulär. Dennoch beeinflussten sie mein Leben…“

Linda W. Edge, eine amerikanische Psychologin über Dissoziation und Meditation

Der Unterschied zwischen
sich abzuspalten und meditieren

Was ist Dissoziation?

„Dissoziation ist eine natürliche, biologisch (neurophysiologisch) angelegte Fähigkeit der Psyche, durch die bestimmte eigene Gefühle, Empfindungen, Erinnerungen, Handlungen oder Gedanken dem Bewusstsein unzugänglich bleiben: sie werden abgespalten.“

Die Trauma Beratung Leipzig bietet einen ausgezeichneten Bericht über Dissoziation

Sich abzupalten in der Meditation kann bedeuten:

• nicht „richtig da sein“
• nicht „im Körper sein“
• Gefühl des Unwirklichseins
• das Gefühl, neben sich zu stehen
• das Gefühl, verrückt zu werden bzw. zu sein…

und andere…

Mehr über Dissoziation auf www.blumenwiesen.org

Wenn jemand, der meditiert, traumatisch vorbelastet ist, wird es ihm geschehen, dass Meditation die traumatischen Erinnerungen wieder hervorholt. Es ist daher wichtig, sich vor dem Meditieren zu überprüfen, ob die Bereitschaft besteht, alleine mit unverarbeiteten Wunden umzugehen. Falls nicht, ist es ratsamer, sich in therapeutische Hände zu begeben.

Im Osten gibt es keine Therapie. Meditation wird als das Allheilmittel für alle psychischen Leiden gesehen. Im richtigen Umfeld, in der Gegenwart eines Meisters, ist es möglich, Traumata aufzulösen. Alleine jedoch, für sich auf seiner Meditationsmatte, ist es ungleich schwieriger, ja unmöglich, sich den Traumata zu stellen.

Was also ist Meditation?

Meditation hat nichts damit zu tun, den Körper zu verlassen, in einen anderen Raum zu gehen oder sich von oben aus zuzuschauen. Meditation bedeutet, wach und aufmerksam sich seines Körpers bewusst zu sein und wahrzunehmen, was immer JETZT geschieht. Der Weg geht nicht aus dem Körper hinaus, sondern in den Körper herein.

Tricks, HIER zu bleiben

Manche Religionen haben kleine Tricks benutzt, mit deren Hilfe sie die Meditierenden darin unterstützen können, im Körperbewusstsein zu bleiben. In Tibet wird in einem Höllenlärm von Glocken und Zimbeln meditiert, es ist schon fast unmöglich, sich abzuspalten und in eine Traumwelt wegzulaufen. (Beispiel einer tibetischen Mantra-Meditation) Bei den Sufis wurde ein spezielles, stark riechendes Parfum des Meisters verströmt und in Indien zündet man duftende Räucherstäbchen an, die das Bewusstsein im Moment halten sollen.

Die aktiven Meditationen von Osho haben den Vorteil, dass zunächst bewusster Raum für Wunden geschaffen wird und dann der Meditierende im weiteren Verlauf zu Integration, Zentrierung, Akzeptanz und Freude über sich selbst geführt wird. Voraussetzung ist auch hier, dass der Meditierende psychisch stabil genug ist, sich dem Prozess auszusetzen – sonst lieber erst eine Therapie machen.

Hinweis für Perfektionisten

Dissoziation ist normal beim Meditieren. Da wir die meiste Zeit unseres Lebens damit beschäftigt sind, Unangenehmes zu vermeiden, es kontrollieren und unterdrücken zu wollen, ist es ganz natürlich, dass wir uns genauso in der Meditation verhalten. Kein Grund, sich schuldig oder schlecht zu fühlen!

Viel Spaß beim Meditieren (und Träumen)

Samarpan
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Was passiert, wenn man meditiert?

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Die richtige Körperhaltung beim Meditieren
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99 Gründe für Meditation

Noseletter 65 – Was passiert, wenn man meditiert?

Vieles passiert, wenn man meditiert. Hier eine – unvollständige – Liste, mit 99 guten Gründen für Meditation…

99-gruende-meditieren

Was passiert eigentlich, wenn man meditiert?

99 Antworten

1. Man hat einen ewigen Begleiter – den Atem
2. Man beginnt, sich zu lieben
3. Mehrmals am Tag fühlt man, dass sich dieser Moment zu leben lohnt
4. Man freut sich über Herausforderungen
5. Man genießt es, sich zu entspannen
6. Es entsteht körperliches Wohlbefinden
7. Man fühlt sich dankbar
8. Man lernt, loszulassen
9. Die kleinen Dinge im Leben sind genauso wichtig wie die großen
10. Freunde – das sind Menschen, Tiere und Pflanzen
11. Man lernt, auf sich und seine Bedürfnisse zu hören
12. Man liebt andere Menschen für das, was sie sind
13. Man lässt es, mit sich selbst zu kämpfen
14. Man handelt spontan
15. Morgens aufzustehen ist ein Geschenk, genauso, wie abends ins Bett zu gehen
16. Man entwickelt einen eigenen Stil beim Kochen, Malen, Gehen
17. Der Körper balanciert sich aus, so auch das Leben
18. Man hat viel Energie für die wichtigen Dinge im Leben
19. Man bekommt nicht so schnell eine Grippe, weil das Immunsystem sich verbessert
20. Man braucht nur noch sich selbst zu gehorchen
21. Leere Zwischenräume werden interessant
22. Man liebt es, zuzuhören
23. Man wird kreativ mit Tätigkeiten, bei denen man es nie erwartet hätte, zum Beispiel Putzen
24. Man regt sich nicht mehr über Dinge auf, die nicht funktionieren
25. Man erblüht mit seinem Wesen
26. Sicherheit ist etwas, was man in sich und nicht außerhalb findet
27. Man freut sich darüber, eigene Unbewusstheit zu sehen
28. Man fließt wie der Fluss ins Meer
29. Das Essen und der Tee schmecken köstlich
30. Man erfährt, was es bedeutet, zu sterben
31. Die Reaktionsfähigkeit wird schneller
32. Man lernt, über sich selbst zu lachen und über andere
33. Der Geruch einer Rose verzückt
34. Man verhält sich konstruktiv
35. Man erfährt Schönheit, Wahrheit und Göttlichkeit
36. Farben werden intensiv wahrgenommen
37. Man lebt seine Wahrheit
38. Man findet in jeder Situation einen Ruhepol
39. Die Urteile der anderen werden zur Anregung, nicht zur Bedrohung
40. Man lernt sich hinzugeben, im täglichen Leben, in der Liebe und auch im Tod
41. Man liebt es, dazu zu lernen
42. Das Leben vereinfacht sich
43. Entscheidungen zu treffen wird leicht
44. Man geht ungestört seinen Weg
45. Glück ist, wenn man alleine ist
46. Veränderung wird zum Lebensstil
47. Wut, Eifersucht und Sorgen verlieren an Intensität
48. Man hört auf, zu hoffen
49. Man lässt es, wegzurennen und zu vermeiden
50. Man lernt, Schmerzen als Ton wahrzunehmen
51. Katastrophen werden zu einer Gelegenheit für Bewusstheit
52. Man erkennt, dass das Leben aus vielen Facetten besteht
53. Man muss niemanden mehr verurteilen, auch nicht sich selbst
54. Man lernt, nichts zu tun
55. Man vertraut dem Leben
56. Der Bauch entspannt sich
57. Schönheit ist nicht mehr eine Frage der Figur
58. Man lernt, dass es viele Wahrheiten gibt
59. Man freut sich über die Vielfalt an Formen
60. Oben und unten, besser und schlechter, richtig und falsch haben keine Bedeutung
61. Man liebt Stille, selbst im größten Lärm
62. Zuhause ist innen
63. Sanfte, freundliche, warme und gütige Momente sind Teil des Alltags
64. Stressgedanken werden mit Abstand beobachtet
65. Man muss nicht mehr auf die Emotionen anderer reagieren, sondern hat eine Wahltext
66. Man entdeckt völlig neue Seiten an sich
67. Man lernt, still zu sitzen und einfach zu sein
68. Man genießt die Luft, die man atmet
69. Man ist allein und hat doch viele Freunde
70. Sex wird zur Meditationserfahrung
71. Man handelt intelligent, im Sinne von situationsgerecht
72. Man kann ohne Grund lachen und weinen
73. Man lernt seine Denk- und Funktionsweise kennen
74. Man beginnt, den Körper und seine Bedürfnisse zu verstehen
75. Minderwertigkeit und Zweifel an sich selbst verschwinden
76. Man lernt, Gegensätze als sinnvolle Ergänzung zu verstehen
77. Man wird cool in jeder Hinsicht
78. Man findet seinen eigenen Rhythmus
79. Man muss seinen Ärger nicht an anderen Menschen auslassen
80. Man hat den Mut zur Lücke
81. Lieben wird einfach
82. Man schaut Menschen zu, ohne sie zu bewerten
83. Man findet Gefallen an Langsamkeit
84. Man lacht aus dem Bauch heraus
85. Man entwickelt Sorgfalt – sich, dem Partner und allen Lebewesen gegenüber
86. Man lebt in dem Gefühl, Zeit zu haben und empfänglich sein zu können
87. Mit Freunden geht man lieber Tee trinken als ins Kino
88. Die Dinge ordnen sich – im Körper, wie im Leben
89. Man lebt in der Welt wie ein Schauspieler in einem Theaterstück
90. Das Unbekannte ist interessant und wird gesucht
91. Man kann über Politiker lachen
92. Man denkt mit, man fühlt mit
93. Der Sohn, die Tochter, die Verwandten, werden zu Freunden
94. Wertvolle Schmuckstücke verlieren ihren Wert
95. Man genießt es, zu warten
96. Wer A sagt, muss nicht unbedingt auch B sagen – Sklaventum verlassen
97. Das Leben wird lebendiger
98. Man lernt, aus der Stille zu sprechen und zu handeln
99. Man muss nichts vollenden – der Moment ist vollendet

… so auch diese Liste, die noch endlos weitergeführt werden könnte.

Viel Spaß beim Meditieren

Samarpan

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Freundlichkeit zu sich selbst

Was passiert, wenn man meditiert?

Wer sich auf die Reise in die Welt der Meditation begibt, erfährt zunächst bittere Wahrheiten über sich selbst. Einsichten über alltägliche Gewalt und Hass – nicht nur nach außen gerichtet, sondern vor allem gegen sich selbst. Freundlichkeit und Güte sich selbst gegenüber sind ein Schlüssel für mehr Bewusstheit und Intelligenz.

Schlüssel für Intelligenz: Güte

Meditation-freundlich

Jedem Meditierenden, egal, wie lange er meditiert, geschehen Momente von Glück und tiefer Entspannung in der Meditation. Nach der Meditations-Praxis beginnt dann die Kür: das tägliche Leben.

Das Leben zeigt sich mit den durch Meditation geschärften Sinnen in einer neuen Weise. Was da zu sehen ist, ist meist nicht angenehm: Angst, Angst, Angst, Sorge und Angst, Gewalt, Wut, Neid, Widerstand… deutlich bei jedem anderen zu sehen und (etwas Nebulöser) auch bei sich selbst.

Ringen um Intelligenz

„Glücklicher durch Meditation“ lautet die Überschrift des unten stehenden Berichtes über buddhistische Mönche. Naja, würde ich heute sagen, ja, mein Leben ist durch Meditation glücklicher geworden, doch das war und ist immer noch harte Arbeit. Es ist das Ringen um die Intelligenz, den Unbewusstheiten des Lebens nicht mehr auszuweichen, sondern ihnen aus einem freundlichen Zustand von Entspannung heraus zu begegnen. Das bedeutet, unbewusste Reaktionen von anderen und sich selbst kühl und im Detail wahrzunehmen und dadurch intelligenter als vorher handeln zu können.

Der härteste Widersacher – Ich selbst

Mein schlimmster Feind sind nicht etwa die anderen, sondern ich selbst. Mit niemandem kann ich so gnadenlos unbewusst umgehen, wie mit mir selbst. Ich verdamme mich für einfache Menschlichkeiten, setze mir unerreichbare Ziele und fordere von mir, ohne überhaupt wahrzunehmen, dass ich fordere. Nicht, dass solche Feinseligkeit etwas besonderes wäre, jeder Mensch geht in seiner eigenen Weise gegen sich. Ich lebe in „guter“, unbewusster Gesellschaft.

Nichts kann helfen – weder ein Meister, noch Atem-Beobachten, noch ein Noseletter – die gegen mich gerichteten Unbewusstheiten aufzulösen. Nur eines hilft: die eigene Intelligenz. Sie muss entdeckt und genährt werden. Ein waghalsiges Unternehmen für jemanden, der sich selbst verdammt!

Was passiert also, wenn man meditiert?

• Man sieht die eigenen Unbewusstheiten
• Langsam, langsam schämt man sich nicht mehr dafür
• Durch Freundlichkeit mit sich selbst findet sich ein intelligenter Weg zu mehr Bewusstheit.

Einige wissenschaftliche Links über Meditation

Glücklicher durch Meditation
„Erfahrene Buddhisten sind in der Lage, ihr Gehirn durch bestimmte Meditationstechniken so zu trainieren, dass es auf bestimmte Reize von außen nur noch mit positiven Emotionen reagiert.“
Buddhisten sind messbar glücklichere Menschen

Neue Wahrnehmung
„Optische Illusionen bei meditierenden Mönchen rufen zum Teil gänzlich neue Wahrnehmungs-Effekte hervor.“
Meditation und Wahrnehmung

Meditation im Gefängnis
„Die Vipassana Meditation (eine stille Atem-Meditation) hatte nicht nur das Verhalten von Gefängnisinsassen und ihre Kooperationswilligkeit verbessert. Die Häftlinge, die die Technik geübt hatten, neigten auch weniger zur Depression. Sie fühlten sich weniger hilflos, hoffnungslos und feindselig. Außerdem rauchten sie seltener. In den USA war laut einer Studie des National Institute of Health die Abhängigkeit von Drogen und Alkohol unter den Häftlingen zurückgegangen.“
Meditation hilft Gefängnisinsassen

Weniger Schmerzen durch Meditation
„Wer regelmäßig meditiert, reagiert weniger empfindlich auf Schmerz. Verantwortlich dafür ist ein Rückgang der Aktivität in den Schmerzzentren des Gehirns, haben amerikanische Forscher in einer kleinen Studie gezeigt.“
Weniger Schmerz mit Meditation

Siehe zum Thema Schmerz auch den früheren Noseletter:
Meditierende leiden weniger

Und eine ganz andere Perspektive über Schmerzen beim Meditieren:
Schmerzen, die sich lohnen

Viel Spaß beim Meditieren
und Freundlich-zu-sich-selbst-sein

Samarpan

PS: Falls du hauptsächlich am Rennen für andere bist, hier ein Tipp für Pfingsten: Meditations-Kurs für Menschen in helfenden Berufen

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Mönche, die mit ihren Gehirnhälften spielen

Im Januar Noseletter geht es um die zwei Welten unserer Gehirnhälften. In wissenschaftlichen Studien hatten tibetische Mönche den folgenden Test gemacht und bewiesen, wie sie durch Meditation ihre Gehirnhälften unabhängig voneinander benutzen können. Mache selbst den Test und erfahre, wo du stehst.

Wechselspiel von Worten zu Farben

Sehen-meditation

Wie weit geht deine Entspannung?

Versuche, den obenstehenden Text im Bild zu lesen.
Kannst du das, ohne dabei zu zögern?
Kannst du auch die Farben vorlesen und nicht das Wort?

Konflikt der Gehirnhälften

Was passiert in dem Test mit dem Gehirn? Beim Lesen entsteht ein Konflikt zwischen den beiden Gehirnhälften. Die eine Gehirnhälfte versucht, die Farbe zu bestimmen, während die andere darauf besteht, das Wort zu sagen.

Dieser Test wurde mit tibetischen Mönchen durchgeführt, die ihn ohne Schwierigkeiten bewältigten. Sie konnten die Worte genauso schnell vorlesen, wie die Farben. Woher kommt das? Menschen, die meditieren, haben die Fähigkeit, die Funktionen ihrer Gehirnhälften unbeteiligt zuzulassen.

Im Deutschlandfunk gab es Ende Dezember 2008 einen empfehlenswerten Hörfunkbeitrag, der darauf eingeht.
Neuronen und Nirwana Teil 2, Wie das Gehirn die Welt überwindet

Wechsle die Gehirnhälfte

Normalerweise befinden wir uns in der ‘Wort-Welt’, was bei diesem Test, Probleme verursacht. Es ist jedoch relativ einfach, in die ‘Farb-Welt’ zu wechseln. Probiere es aus:

Entspanne den Bauch und schaue mit weichem, offenen Blick auf alle Farben, ohne auf die Schrift zu achten. Entspanne! Es gibt nichts zu erreichen. Entspanne die Gesichtszüge. Dann gehe langsam von einer Farbe zur anderen, während du in der Entspannung bleibst. Der Zustand ist der eines Kindes, das sich einfach nur Farben ansieht und noch keine Worte lesen kann. Bleibe in dieser Welt und lese eine Farbe nach der anderen vor.

‘Wort-Welt’ und ‘Farb-Welt’

Das ist, was in Meditation passiert. Die Welt wird mit unschuldigem Blick gesehen, sie wird zur weiten und lebendigen ‘Farb-Welt’. Was nicht bedeutet, dass nicht jederzeit wieder zur ‘Wort-Welt’ gewechselt werden kann. Die ‘Wort-Welt’ ist die Welt der Gedanken, Sorgen, Ängste. Ganz ähnlich wie beim Lesen in dem Test ist der Meditierende fähig, diese Welt lediglich wie eine Form anzusehen. Worte, Emotionen (Gefühls-Dramen) oder Gedanken sind vorhanden, doch wie die Worte im Test können sie unbeachtet beiseite gestellt werden.

Die ‘Farb-Welt’ ist die ungefilterte, sinnliche Welt. Da gibt es Gerüche, Geschmack, Farben, Gefühle und Klänge, die direkt erfahren werden können. Die sinnliche ‘Farb-Welt’ existiert genau jetzt und genau hier. Deshalb benutzen viele Meditationstechniken die Sinne, um aus dem unwirklichen Gedankenstrom der ‘Wort-Welt’ in die Gegenwart und dessen Realität zu wechseln.

Beispiele für ‘Farb-Welt-Meditationen’

Gefühle vertiefen, Sinne benutzen

Gedanken ignorieren

Mitten im größten Verlangen – wende dich ab

Auf Worte verzichten und still werden

Sprung in die Stille

Die Wahrnehmung der ‘Wort-Welt’ und die direkte Erfahrung der ‘Farb-Welt’ sind jedoch nicht das Ende der Reise. In der Meditation geht es über diese Welten hinaus, zu der einzigartigen Qualität, die beide Welten sehen kann. Zur bewussten Wahrnehmung dessen, was jenseits von Farben und Formen besteht. Es gibt viele Worte dafür: Stille, Urgrund des Seins, das Nichts, Ursprünglichkeit, der innere Buddha, Meditation…

Worte können nichts darüber erzählen – zumindest meine nicht. Deshalb endet dieser Noseletter hier.

Viel Spaß beim Meditieren
und dem Erforschen von ‘Wort-’ und ‘Farb-Welten’

Samarpan

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Der Noseletter wird aus finanziellen Gründen nur noch ein- zweimal im Monat erscheinen. Den monatlichen Noseletter hier bestellen

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Der Leere auf der Spur

Noseletter 60 – Was passiert, wenn man meditiert?

Meditation verändert die Wahrnehmung im Leben. Normalerweise schauen wir auf Formen und vergessen die Leere, die alles durchdringt. Im Folgenden der Versuch, Leere zu erfassen.

Alles durchdringende Leere

Noseletter-inhalt-liebe

Normalerweise richtet sich unsere Aufmerksamkeit auf Formen, die Augen wandern von einer Form zur nächsten. Wenn man meditiert, bleibt die Aufmerksamkeit auf dem einen, der Leere, der Stille, die alles durchdringt.

Im Folgenden ein paar Formen, bei denen Leere besonders gut wahrzunehmen ist.

Was ist Leere?

Der leere Bambus
In manchen Traditionen wird Bewusstsein, Dharma, Nirvana, Tao, der Buddha oder wie man es auch immer nennen mag, mit der Leere eines hohlen Bambus oder einer Flöte verglichen. Der Meditierende ist die Flöte, durch die die Leere sein Lied spielt. Höre dieser Shakuhachi Flöte zu, hier wird Leere zu einem Ton.
Shakuhachi Flöten

Suche nach der eigenen Leere
Zen Mönche suchen ihre wahre Natur, die auch Natur des Universums ist. Sie suchen die Leere, die in ihrer eigenen Form ist.
Auf der Suche nach dem Geist des Zen

Koans, Fingerzeige zur Leere
Die Zen Tradition hat sich viele Wege ausgedacht, Leere sichtbar zu machen. Zum Beispiel in der Form von Worten, die auf das nicht Beschreibbare hinweisen.
Zen Quotes, Koans and Wise Sayings

Die Aufmerksamkeit auf der Leere halten
Im folgenden Link ist eine sich bewegende Form zu sehen. Schaue entspannt auf den kleinen Punkt in der Mitte und lasse die Aufmerksamkeit auf dem weißen Hintergrund. Nimm den leeren, weißen Inhalt wahr, anstelle der gelben, sich bewegenden Form.
A Theo Jansen´s mechanism

Leere in einem Wasserfall
Hier nimmt Leere die Form von Wasser an. Stille durchdringt das sich bewegende Wasser, wie auch die unbeweglichen Felsen, über das es fließt.
Havasupai Indian Waterfal

Geschlagene Leere
Sie hauen auf der Leere herum und bringen sie zum klingen. Hier wird Leere zu einer großen Schwingung…
KODO Trommler

Handeln mit Leere
Traditionelle Meditationspraktiken leiten dazu an, aus der Leere, der Stille zu handeln. Meditative Kampfkünste sind daraus entstanden, Qi Gong, Tai Chi und auch Kyudo, das ist meditatives Bogenschießen. Ein Satz aus dem folgenden Clip: Manchmal treffen wir ins Ziel, doch verpassen dabei das Selbst.
Kyudo oder Zen Archery
Und schließlich…

Auflösung ins Nichts

Wieder zurück zur Leere
Tibetische Mönche malen in Stille ein Sandmandala, eine Form, die die mysteriöse Leere widerspiegelt. In diesem Filmbeitrag wird die leere Form des Mandalas wieder aufgelöst. Die Form wird wieder zum Nichts. Die Materie wird wieder der Natur zurück gegeben, der Sand in einen Fluss zurückgeschüttet.
Auflösung eines tibetischen Sandmandalas

Viel Spaß beim Meditieren
und der endlosen Leere

Samarpan

PS: Weitere Sekunden Meditationen, die helfen, Leere auf die Spur zu kommen

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Quälende Gedanken und Emotionen verlieren sich

Noseletter 59 – Was passiert, wenn man meditiert?

In schwierigen Zeiten, dann, wenn wenig Geld da ist, wenn die Beziehung kriselt, wenn die Gesundheit schwach ist… dann laufen Gedanken und Emotionen auf Hochtouren. Wie praktisch ist es dann, in der Meditation wirklich tief erfahren zu haben, dass wir nicht unsere Gedanken und Emotionen sind.

Stilles Wahrnehmen

Ohne-emotion-meditation

Nein, nein, das Leben wird nicht kalt und grau, wenn Emotionen keine große Bedeutung mehr gegeben wird. Im Gegenteil, ohne Emotionen ist Platz für die wirklichen Gefühle im Leben, Liebe, Mitgefühl, Freude, Trauer, Dankbarkeit… Situationen bleiben das, was sie sind und werden nicht von Gedanken in Horrorszenarien umgewandelt.

Gedanken als bloße Gedanken wahrnehmen

1979 entwickelte Jon Kabat-Zinn die Mindfulness-Based Stress Reduction (MBSR), die bei depressiven Patienten eingesetzt wurde. „Diese Methode der Achtsamkeit trainiert, die vollständige Aufmerksamkeit in stets akzeptierender Weise auf Erfahrungen zu richten, welche im gegenwärtigen Moment passieren.“… „Die Meditation lehrt sie, (auch depressive) Gedanken lediglich als Gedanken, und nicht als etwas Substantielles wahrzunehmen.“

Aus einem interessanten Artikel über Wissenschaft und Meditation auf Heise:
Gib dem Affen Zucker

Auf dem Fernsehsender arte wissenschaft wurde im Februar 2007 eine Dokumentation „Mönche im Labor“ ausgestrahlt. Neurowissenschaftler trafen sich mit buddhistischen Mönchen, die Meditationstechniken praktizieren, mit denen sie Konzentration und Gefühle steuern können. Eine spannende Begegnung Jahrtausendealter Tradition und moderner Technik. Die Dokumentation zeigt Neurowissenschaftler in ihren Laboren, die Versuche mit praktizierenden Buddhisten durchführen. Sie verschafft Einblicke in das Verhältnis zwischen Körper und Geist und die faszinierende Formbarkeit des Gehirns.

‘Mönche im Labor’, Artikel auf arte

Wissenschaftliche Untersuchung von Emotionen und Mitgefühl

Ich empfehle, sich die Dokumentation „Mönche im Labor“ anzusehen. Nicht nur, dass man in diesem Film beeindruckende meditierende Menschen sehen kann, die allein schon durch die Art wie sie sind, viel über Meditation aussagen. In diesem Film wird auch von Experimenten berichtet, die zeigen, wie uns Emotionen normalerweise steuern. Es gibt zum Beispiel eine Sequenz in der Dokumentation, bei der einem Mönch in einem Versuch unter die Haut gehende Bilder gezeigt werden und die einzige Reaktion des Meditierenden sind leicht bebende Nasenflügel. Das bedeutet allerdings keinesfalls, dass er kein Mitgefühl hatte. Der gleiche Versuch mit Studenten zeigt, wie deren Gesichter auf alles reagieren, was ihnen von außen angetragen wird. Die Reaktionen ihrer Gesichter wurden dokumentiert und es wird sichtbar, wie sehr ihre Gedanken ihr Leben steuern.

Die erhellende, wissenschaftliche und gut verständliche Dokumentation ist auf YouTube hochgeladen. Wer nicht die Zeit hat, sich alles anzusehen, dem empfehle ich vor allem die Teile 3, 4 und 5.

1. Ergründung des Geistes

2. Der Himmel ohne Wolken

3. Glücklicher durch trainierte Emotionen

4. Der Weg zum emotionalen Gleichgewicht

5. Was ist Mitgefühl?

6. Die Sphären des Herzens

Wenn Gedanken und Emotionen verrückt spielen…

Gedanken ignorieren
Kein Opfer der schlechten Laune anderer sein
Mitten im größten Verlangen – wende dich ab
Wutenbrannt? Sei wie tot
Die Stopp! Meditation

Viel Spaß beim Meditieren
und einem einfachen Leben

Samarpan

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Mit Totalität fühlen

Wenn wir etwas sehen, können wir das, was wir sehen, auch fühlen? Meditation bedeutet, mit seinen Gefühlen in Kontakt zu sein. Fühlen ist ein wichtiges Element in der Meditation. Fühlen – gleichbedeutend mit Wahrnehmen. Wahrheit kann bis in den kleinen Zeh gefühlt werden. Überall im Körper können Bewusstheit, Liebe, Leben gefühlt werden. Emotionen werden gefühlt/wahrgenommen, genauso, wie Schmerzen oder Berührung. Auch das Mit-Fühlen geht nur, wenn man sich selber fühlt. Ein Noseletter, der sich ganz dem Fühlen widmet.

Fühlen ist Wahrnehmen

Tipps

In der Meditation wird alles genau gefühlt, also wahrgenommen, was sich vor dem inneren Auge aufbaut: Gedanken, Emotionen, Schmerzen. …

„Zen bedeutet mit seinen Gefühlen in Kontakt zu sein, sie tief zu durchdringen und dann über sie hinauszugehen. In Kontakt sein, aber nicht an ihnen haften, sie nicht lieben, sich nicht sagen: ‘Jetzt muß ich aber traurig sein.’ – Es gibt Leute, die hängen an ihren Emotionen. Im Zen hängt man an überhaupt nichts. Wenn man traurig ist, ist man völlig traurig. Aber schon am nächsten Tag kann man voller Freude sein. Wie das Wetter, das sich ändert.“
Aufzug aus Der Buddhaweg – Gefühle

Bernd Schiele beschreibt die Erfahrung von Gefühlen in der Meditation so: „Sie erfahren, was Sie tatsächlich fühlen —und nicht, was Sie bloß zu fühlen glauben oder gar fühlen sollten. Sie werden immer mehr fähig, Ihre Gefühle so anzunehmen, wie sie sind; mit der Zeit werden Sie freundlicher, besser gestimmt, zufriedener und offener. Die gedankliche und emotionale Verwirrung nimmt ab, Ihr Denken und Fühlen wird reiner, klarer und direkter.“
„Das heißt nicht, dass es überhaupt keine Gefühle mehr gibt. Nur die heftigen Emotionen, die, die uns stören, haben die Tendenz zu verschwinden. Gefühle sind Teil des Lebens, und das geht weiter. Selbst wenn man Zazen macht, ist man traurig oder froh. Auch Zen-Meister haben Gefühle. Ich habe Meister Deshimaru erlebt. Er hatte Emotionen. Im Gegensatz zu den gewöhnlichen Leuten, blieb er nicht Gefangener seiner Emotionen, sie sind sehr schnell vorbeigegangen. Wenn man z.B. traurig ist, ist man völlig traurig. Man geht bis in die Tiefe der Traurigkeit. Und das geht vorbei. Das ist wie eine Wolke, die vorüberzieht. Das heißt aber nicht, dass es keine Wolken mehr gibt, sondern nur dass sie nicht verweilen. Sie ziehen schnell vorüber.“
Auszug aus Der Buddhaweg- Gefühle


Geschichte vom traurigen Zen Meister

„Ein Zenmeister weinte 48 Stunden lang. Einer seiner Schüler sagte zu ihm: „Sie sind kein richtiger Meister. Sie lassen sich von ihren Emotionen überwältigen und heulen wie ein kleines Kind.“ Der Meister antwortete: „Meine Freiheit besteht darin, zu weinen, wenn ich traurig bin.“ Er war völlig eins mit seiner Trauer, als er traurig war. Und er war wirklich in der Tiefe seiner Traurigkeit. Der Erfolg davon war aber, daß er den größten Teil seiner Traurigkeit in 48 Stunden bewältigt hatte. Dann war’s vorbei.

Es gibt andere Leute, die gegen die Trauer kämpfen und sich bemühen, sie zu verbergen. Sie verleugnen die Trauer und tun so, als wären sie überhaupt nicht traurig. Es gelingt ihnen nicht zu trauern. So bleiben sie mit dieser Trauer dann Monate lang. Das ist viel schlimmer. Das sollte man nicht tun.

Man kann durchaus damit fortfahren, Emotionen zu empfinden, ohne sie zu dramatisieren. Das Leben geht weiter, man wird nicht zu einem Leichnam. Man empfindet weiter Wünsche und Emotionen, aber man ist davon nicht mehr konditioniert, wird davon nicht mehr geleitet. Wenn man in einem bestimmten Augenblick traurig ist, wird das nicht mehr völlig unser Handeln ändern. Und wenn man wütend ist, wird man z.B. nicht mehr gewalttätig. Aber es ist wichtig die Wut zu zuzulassen, wenn sie da ist. Man unterdrückt sie nicht, man folgt ihr aber auch nicht. Sie wird zum Koan: Was ist das? Man kann wirklich von einer Emotion aus erwachen.“
Auszug aus Der Buddhaweg- Gefühle


„Der Übungsweg (die Meditation) hilft uns, auf eine Ebene zu gelangen, auf der die Fixierung an Gedanken oder Gefühle aufgehoben wird. Die Angst kann auf der Ichebene also durchaus weiterexistieren, Wut kann mich weiter plagen, aber ich erfahre, dass mein eigentliches Wesen sehr viel tiefer liegt und von all dem nicht erschüttert werden muß. Ich lerne, Gefühle zuzulassen und zu haben, ohne von ihnen besetzt oder blockiert zu sein. …“
Willis Jäger, Zen Akademie


Thema Mit-Fühlen

Jemand, der nicht fühlt, sich nicht wahrnimmt, ist von der Welt abgeschnitten. Nicht nur von seiner eigenen Welt, sondern auch der seiner Umgebung. Warum?

„Wie können wir uns vorstellen, was andere gerade denken oder beabsichtigen? Entscheidend ist offenbar eine Art Simulation in unserem Gehirn, sobald wir eine Person beobachten. Die Handlung wird sozusagen innerlich imitiert. Neue Forschungsergebnisse zeigen sogar: Man braucht das Gefühl für seinen eigenen Körper, um auch die Handlungen eines Gegenübers richtig einzuschätzen und sie im wahrsten Wortsinne (innerlich) nachvollziehen zu können.“
Bericht aus Psychologie Heute


„Im Mitgefühl ist immer auch ein Teil Emotion enthalten, Mitleid mit den Wesen, die leiden. Wenn man überhaupt nicht berührt ist, fällt es einem oft schwer, zur nächsten Etappe überzugehen, in der man sich fragt: „Was kann ich jetzt eigentlich tun, um dieses Leiden zu erleichtern?“ Wenn man aber von Mitleid überwältigt ist, ist das einzige, was man machen kann, mit dem anderen zu weinen, ohne dass man Weisheit schafft. Der Geist ist nicht klar, sondern ist von der Emotion ergriffen. Man kann nicht sehen, was das Richtige ist, um zu helfen. Man muss also die Fähigkeit bewahren, Emotionen zuzulassen, und die Fähigkeit kultivieren, sie schnell vorüber ziehen zu lassen und sich nicht von Emotionen gefangen nehmen zu lassen.“
Auszug aus Der Buddhaweg – Gefühle


Und schließlich:
Was kann man bei der Meditation fühlen?

„Wenn die Konzentration stärker wird, so fühlt der Meditierende Leichtigkeit in Körper und Geist. Was aber auch für Gefühle auftauchen mögen, der Meditierende sollte wissen, daß da ‘fühlen’ ist und dann das Objekt loslassen.“
Acharn Tippakorn

Viel Spaß beim Meditieren und Fühlen
wünscht euch

Samarpan


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Liebe und Hingabe erhöhen Bewusstheit

Die Gammafrequenz im Gehirn scheint dafür verantwortlich zu sein, dass wir eine Tasse Kaffee als solche erkennen. Die Gamma Wellen steigen auf unerwartete Höhen an, wenn das Körper-Denk-System von bedingungsloser Liebe durchflutet wird.

Forscher der Universität Wisconsin untersuchten buddhistische „Profi-Meditierer“, Schüler des Dalai Lama, mit mehr als 10.000 Stunden Meditationspraxis, während diese ihren Geist mit Liebe und Hingabe durchfließen ließen. Es stellte sich heraus, dass die Gamma Wellen während der Meditation auf über 40 Hertz anstiegen. Gammawellen von 30 Hertz sollen für geistige Höchstleistungen verantwortlich sein …

Tiefe Veränderungen des Seins

Tipps

„Meditation heißt nicht, unter einem Mangobaum zu sitzen und eine nette Zeit zu haben.“ Es sei alles andere als Entspannung. „Es geht um tiefe Veränderungen des Seins. Auf lange Sicht wird man eine andere Person“, sagt der Wissenschaftler Matthieu Ricard in einem Artikel aus der Süddeutschen Zeitung.

Angenommen, wir sitzen vor einer Tasse Kaffee. Was wir bewusst wahrnehmen, ist der Gesamteindruck. Die einzelnen Aspekte verarbeitet das Gehirn aber in verschiedenen Arealen. Eine Region erkennt die Farbe braun, eine andere identifiziert das Aroma, eine dritte die Form der Tasse. Das Areal, das alle Teile des Puzzles zu einem Ganzen verbindet, wurde bisher nicht gefunden. Deshalb vermutet man, dass die beteiligten Nervenzellen über eine Art Erkennungscode kommunizieren: die Gamma-Frequenz. Schwingen die Signale für „braun“, „Aroma“ und „Tasse“ im Gleichtakt, taucht der Kaffee vor dem inneren Auge auf. Nach dieser Theorie sind Gamma-Wellen also eine übergeordnete Steuerfrequenz, welche die Hirnareale synchronisiert und zusammenführt. So entstehen Wahrnehmungen, aber auch Bewusstseinszustände.

Der Forscher Davidson registrierte mit 256 über den gesamten Schädel verteilten Messfühlern die Hirnströme der Meditations-Profis, während sie ihren Geist mit Liebe und Hingabe durchfließen ließen. Eine Gruppe Meditationsnovizen diente zum Vergleich. Der Blick auf die Messwerte offenbarte eklatante Unterschiede. Im Gehirn der Mönche stieg die so genannte Gamma-Aktivität während der Meditation stark an, während sie sich bei den ungeübten Probanden kaum erhöhte. Außerdem waren diese schnellen, hochfrequenten Hirnströme besser organisiert und koordiniert. Und die Wellen huschten über das gesamte Denkorgan. „In der Regel sind Gamma-Wellen sowohl zeitlich als auch räumlich begrenzt“, erklärt Ulrich Ott. „Sie tauchen nur kurz irgendwo im Gehirn auf.“ Wann, kann die Hirnforschung nicht mit letzter Sicherheit sagen.

Jene extrem koordinierten Gamma-Oszillationen, die Davidson bei den Mönchen registrierte, würden unter normalen Umständen nie auftreten, meint Ulrich Ott. Seine Erklärung: „Wenn alle Nervenzellen synchron schwingen, wird alles eins, man differenziert weder Subjekt noch Objekt. Exakt das ist die zentrale Aussage der spirituellen Erfahrung.“

Auszug aus: Die Süddeutsche Zeitung, 2005
Na denn, viel Spaß beim Meditieren und Lieben

wünscht euch

Samarpan
PS: Wer Weiblichkeit liebt, der sollte sich mal „Shaktis Geheimnis“ ansehen …

PPS: Auf FindYourNose.com gibt es einen neuen Menüpunkt unter Sich Feiern: Abschied. Dort werden rebellische Zitate von Osho, Pakhi, Veetman und anderen kompetenen Menschen übers Sterben zu lesen sein. Ästhetisches Sterben, mit Lachen und Meditation — na, wenn das nicht (r)evolutionär ist?

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