Quälende Gedanken und Emotionen verlieren sich

Noseletter 59 – Was passiert, wenn man meditiert?

In schwierigen Zeiten, dann, wenn wenig Geld da ist, wenn die Beziehung kriselt, wenn die Gesundheit schwach ist… dann laufen Gedanken und Emotionen auf Hochtouren. Wie praktisch ist es dann, in der Meditation wirklich tief erfahren zu haben, dass wir nicht unsere Gedanken und Emotionen sind.

Stilles Wahrnehmen

Ohne-emotion-meditation

Nein, nein, das Leben wird nicht kalt und grau, wenn Emotionen keine große Bedeutung mehr gegeben wird. Im Gegenteil, ohne Emotionen ist Platz für die wirklichen Gefühle im Leben, Liebe, Mitgefühl, Freude, Trauer, Dankbarkeit… Situationen bleiben das, was sie sind und werden nicht von Gedanken in Horrorszenarien umgewandelt.

Gedanken als bloße Gedanken wahrnehmen

1979 entwickelte Jon Kabat-Zinn die Mindfulness-Based Stress Reduction (MBSR), die bei depressiven Patienten eingesetzt wurde. „Diese Methode der Achtsamkeit trainiert, die vollständige Aufmerksamkeit in stets akzeptierender Weise auf Erfahrungen zu richten, welche im gegenwärtigen Moment passieren.“… „Die Meditation lehrt sie, (auch depressive) Gedanken lediglich als Gedanken, und nicht als etwas Substantielles wahrzunehmen.“

Aus einem interessanten Artikel über Wissenschaft und Meditation auf Heise:
Gib dem Affen Zucker

Auf dem Fernsehsender arte wissenschaft wurde im Februar 2007 eine Dokumentation „Mönche im Labor“ ausgestrahlt. Neurowissenschaftler trafen sich mit buddhistischen Mönchen, die Meditationstechniken praktizieren, mit denen sie Konzentration und Gefühle steuern können. Eine spannende Begegnung Jahrtausendealter Tradition und moderner Technik. Die Dokumentation zeigt Neurowissenschaftler in ihren Laboren, die Versuche mit praktizierenden Buddhisten durchführen. Sie verschafft Einblicke in das Verhältnis zwischen Körper und Geist und die faszinierende Formbarkeit des Gehirns.

‘Mönche im Labor’, Artikel auf arte

Wissenschaftliche Untersuchung von Emotionen und Mitgefühl

Ich empfehle, sich die Dokumentation „Mönche im Labor“ anzusehen. Nicht nur, dass man in diesem Film beeindruckende meditierende Menschen sehen kann, die allein schon durch die Art wie sie sind, viel über Meditation aussagen. In diesem Film wird auch von Experimenten berichtet, die zeigen, wie uns Emotionen normalerweise steuern. Es gibt zum Beispiel eine Sequenz in der Dokumentation, bei der einem Mönch in einem Versuch unter die Haut gehende Bilder gezeigt werden und die einzige Reaktion des Meditierenden sind leicht bebende Nasenflügel. Das bedeutet allerdings keinesfalls, dass er kein Mitgefühl hatte. Der gleiche Versuch mit Studenten zeigt, wie deren Gesichter auf alles reagieren, was ihnen von außen angetragen wird. Die Reaktionen ihrer Gesichter wurden dokumentiert und es wird sichtbar, wie sehr ihre Gedanken ihr Leben steuern.

Die erhellende, wissenschaftliche und gut verständliche Dokumentation ist auf YouTube hochgeladen. Wer nicht die Zeit hat, sich alles anzusehen, dem empfehle ich vor allem die Teile 3, 4 und 5.

1. Ergründung des Geistes

2. Der Himmel ohne Wolken

3. Glücklicher durch trainierte Emotionen

4. Der Weg zum emotionalen Gleichgewicht

5. Was ist Mitgefühl?

6. Die Sphären des Herzens

Wenn Gedanken und Emotionen verrückt spielen…

Gedanken ignorieren
Kein Opfer der schlechten Laune anderer sein
Mitten im größten Verlangen – wende dich ab
Wutenbrannt? Sei wie tot
Die Stopp! Meditation

Viel Spaß beim Meditieren
und einem einfachen Leben

Samarpan

PS: Wer Einkäufe lieber in Stille erledigt, hier eine gute Empfehlung: Zwei kleine Experimente beim Einkaufen

PPS: Einen spirituellen Film ansehen – Bilder aus dem Unterbewusstsein

Den Noseletter hier bestellen

2 Kommentare bis jetzt

  1. hebamme on

    Schön gesagt: “ … dass wir nicht unsere Gedanken und Emotionen sind.“

    Sind wir überhaupt? Sind wir nur ein Teil des Ganzen, der ohne Emotionen und Gedanken ist und dann eben nicht ist ;)

  2. oshonose on

    ok, damit kommen wir der frage wieder näher:
    wer bin ich? ein teil des ganzen? das kann ich nicht bestätigen. wenn schon, dann das ganze. oder, wie du sagst, ich bin nicht, denn wenn ich das ganze bin, dann ist es das gleiche wie nicht sein. alles oder nichts, das ist das selbe…

    im grunde ist das alles nur gerede … bin grade ein wenig genervt über mich selbst…


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