Archiv für Juni 2008|Monatliche Archivseite

Meditation macht reich

Noseletter 35

Es besteht das Gerücht, dass sich durch Meditation materielle Sorgen verflüchtigen, dass das „herbeimeditierte“, gute Karma einen sorglosen Alltag hervorbringt und Geld im Überfluss entsteht. Es stimmt, Meditation führt zum absoluten Luxus!

Tipps

Luxus in der Wüste

Ja, Meditation macht reich. Nicht ganz so jedoch, wie wir uns das vorstellen, ohne jemals meditiert zu haben. Meditation hat soviel mit Geld zu tun, wie Riechen mit Laufen. Ja, man kann beim Laufen riechen und beim Riechen laufen … Es besteht jedoch keine direkte Verbindung zwischen den beiden, so auch nicht zwischen Geld und Meditation.
Es gibt eine Geschichte von einem Zen Meister, der Interessierten anbot, die Kunst von Geld und Macht zu erlernen. Schüler kamen von überall her, die meisten litten unter ihrer Machtlosigkeit und den erdrückenden Geldsorgen. Nach einem halben Jahr intensiver Meditation fragten sie den Meister, warum er damals Geld und Macht zum Thema gewählt hätte. Für keinen der Schüler hatte dies noch irgendeine Bedeutung. Die Sehnsucht nach Macht über andere, die vielen Wünsche, was noch alles zu haben und erreichen sei, das ganze Verlangen war insgesamt verschwunden. „Wie hätte ich euch sonst zum Meditieren gebracht?“ antwortete der Meister.
Meditation hat nichts mit Geld zu tun, was nicht bedeutet, dass ein meditierender Mensch auf irgendetwas verzichtet. Die Wertvorstellungen der traditionellen Religionen, sich selbst zu kasteien und selbstlos arm zu sein, sind unwesentlich. Meditation bedeutet Präsenz und Wahrnehmung im Hier und Jetzt, ob in einem Palast oder in einer kargen Höhle, das macht keinen Unterschied. Präsenz ist Präsenz.

Die Idee, dass ein bewusstes Wesen automatisch Geld und Reichtum manifestiert (wie in The Secret und anderen esoterischen Kreisen propagiert) scheint mir mehr in den Bereich der Magie zu fallen, als eine existentielle Gesetzmäßigkeit zu sein. Ja, man kann seine ganze Kraft – auch die geistige – dafür einsetzen, Geld zu erschaffen, doch mit Meditation hat das nichts zu tun. Meditation hat kein Ziel, bewertet nicht und wählt nicht aus – weder Geld zu haben, noch kein Geld zu haben.
Und trotzdem stimmt es, dass Meditation zum größten Reichtum führt: dem Luxus, sich in sich selbst und in dieser Welt Zuhause zu fühlen, alle Möglichkeiten für sich zu entdecken und die individuelle Kreativität zuzulassen. Ein paar Worte von Sakyong Mipham Rinpoche:

„Das Erste, was uns auffällt, wenn wir anfangen zu meditieren, ist wie wild die ganze Angelegenheit eigentlich ist – wie wild unser Geist und unser Leben sind. Aber wenn wir einen Geschmack von der Qualität des Zähmens bekommen, können wir mit uns sitzen bleiben und einen ungeheuren Reichtum an Möglichkeiten entdecken. Meditation bedeutet, dass wir sozusagen vor unserer eigenen Türe kehren, dass wir nachschauen, was wirklich zu unserer Verfügung steht und dadurch den Reichtum entdecken, der ohnehin schon existiert. Diesen Reichtum entdecken wir in einem fortlaufenden Prozess, von Moment zu Moment und wenn wir kontinuierlich mit unserer Praxis fortfahren, wird unser Gewahrsein schärfer und schärfer.“
Von der Website Shambala, Hamburg


Ein Beispiel für Reichtum in der Meditation

Viel Spaß beim Meditieren und Reich-Sein

wünscht

Samarpan

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Meditation macht sexuell

Noseletter 34

Es ist ganz logisch, dass die meisten Religionen in der Welt so vehement gegen Sexualität auftreten, denn Meditation macht sexuell! Ich habe es am eigenen Leib erfahren und mich darüber gewundert, als ich in einem stillen Vipassana Retreat 15 Tage lang nur über Männer nachdachte….

Tipps

Die meiste Energie verlieren wir durch die Augen, was bedeutet, wenn wir diese schließen, dann haben wir eine Menge Energie für uns zur Verfügung. Meditation erhöht die Lebenskraft auf vielen Wegen, die geschlossenen Augen sind nur ein kleines Beispiel.

Wohin bewegt sich diese freigesetzte Energie? Es ist ganz natürlich, sie folgt der Biologie und geht in die Sexualität. Es ist eine natürliche, unausweichliche Konsequenz, die jedoch eine ziemlich unangenehme Situation für unendlich viele Mönche, Nonnen, Priester und andere Gottesdiener bewirkt – der Kampf mit ihrer überraschend starken Sexualität.

Im Kampf mit der Natur

Bisher wussten es die Religionen nicht anders, als diese zu unterdrücken. Sodom und Gomorrha waren ein stets abschreckendes Beispiel dafür, was passiert, wenn Sexualität nicht unter Kontrolle gehalten wird. Doch durch Kontrolle wird Sexualität ins Denken verlegt, in Fantasien…

So träumen indische Meditierende von Apsaras, das sind halb menschliche, halb göttliche Frauen, die dem Manne nahe der Erleuchtung geschickt werden, um ihn zu verführen und ihm von seinem Weg abzubringen.
Wikipedia über Apsaras

Wenn man in Indien den Göttern dient, sprich Priester eines bestimmten Kultes ist, dann bekommt man junge Tempeldienerinnen, Mathas genannt, an die Seite gestellt. Fast alle Mathas werden sexuell ausgenutzt (nicht nur von den Priestern), da sie auf materielle Hilfe angewiesen sind.
Hilfsorganisation für Mathas

„Wie verbreitet die Prostitution in den tibetischen Klöstern war und heute wieder ist, wird nicht nur von westlichen Reisenden, sondern auch von tibetischen Historikern bestätigt. Zahlreiche Äbte hielten sich offen ihre Geliebten (Weisheitsgefährtinnen), ohne dass daran Anstoß genommen wurde. Auch im Westen ist der Sex zwischen Lamas und ihren Schülerinnen ein Dauerthema.“
Klischees um Tibet

Im Christentum gibt es Engel mit blonden Haaren und Nonnen, die vom Teufel träumen. Wenn die ansteigenden Lebenskräfte nicht mehr zu unterdrücken sind, dann finden sie ihren eigenen Weg in Homosexualität und sexuellen Missbrauch. Der geschätzte Anteil von Homosexuellen Priestern in der katholischen Kirche liegt bei 50 Prozent. „Die katholische Kirche ist nach Aussagen der geheimen Organisationen homosexueller Priester eine der größten schwulen transnationalen Organisationen der Welt.“
Über Homosexualität in der katholischen Kirche

Zum sexuellen Missbrauch ein Artikel vom Spiegel „Priester zwingen Nonnen zum Sex“

Enthaltsamkeit als Weg?

Es ist nicht so leicht, mit der vielen, sexuellen Kraft umzugehen, die Meditation mit sich bringt. Uralte Religionen, wie der Hinduismus bestehen auf hundertprozentiger, gnadenloser Abtrennung vom normalen Leben, sonst … Immer schön auf den Boden schauen! Der sanfte Blick einer vorübergehenden Frau und schon ist sie wieder da, die aufsteigende Lebenskraft!

Ein hinduistischer Rat zur Enthaltsamkeit:
„Du mußt gnadenlos alle Formalitäten gesellschaftlichen Lebens durchtrennen und ein frommes Leben führen. Nachgiebigkeit niederen, inneren Neigungen gegenüber werden Dich in den Bereich des Leidens bringen. Da nützen auch Entschuldigungen nichts. Du mußt aufrichtig in Deinem Streben nach dem erhabenen Leben in Spiritualität sein. Halbherzigkeit wird Dich in Deinem alten Zustand des Elends belassen.“
Über Enthaltsamkeit, Brahmacharya

Sexualität wachsam leben

Die Kirchenführer wissen also, warum sie Enthaltsamkeit predigen. Es ist zu befürchten, dass sonst alles außer Rand und Band gerät, wie zum Beispiel in den 70igern, im Ashram von Poona. Auch dort, wie an vielen anderen spirituellen Plätzen, spielte Sexualität eine große Rolle. Freie Liebe – ein Skandal!?
Osho, früher Bhagwan, schlägt einen anderen Weg als Unterdrückung vor. Freie Liebe ist Vorbedingung. Statt die neu gewonnene Sexualität und Lebenskraft zu kontrollieren und in den Griff zu bekommen, rät er, natürlich und entspannt mir ihr zu sein; die Sexualität genau zu erforschen, sie wahr zu nehmen und dadurch zu verstehen. Sexualität aufmerksam zu leben – solange, bis sie sich von selbst wandelt.

Ich selbst bin Oshos Anregung gefolgt. Wenn ich heute meditiere, habe ich keine sexuellen Gedanken mehr, die Fantasien haben mich verlassen.

Als Anregung eine Technik, Sexualität mit dem Partner wachsam zu erforschen

Viel Spaß beim Erforschen von Sexualität und Lebenskraft

wünscht
Samarpan

PS: Eine ausgezeichnete Schulung für Teenager, einen natürlichen Weg zu finden, wie sie mit ihrer Kraft umgehen können


Was Lustiges


Ein junger Priester, Vater Fieber, ist gerade im „Heiligen Mönchsorden von Sackleinen“ angekommen. Nach ein paar Wochen fühlt er sich so von seinen sexuellen Fantasien gestört, dass er den 96 jährigen Oberen Vater, Vater Vögel, aufsucht.

„Oh, Vater“, weint Fieber, „Ich bin in großen Schwierigkeiten wegen meiner unreinen Gedanken und sexuellen Verführungen, die mir in den Sinn kommen. Dinge wie „auf Hundeart“, oder 69, französische Notizbücher und Satin Höschen mit Bildern von Jesus drauf. Je mehr ich versuche, ihnen zu widerstehen, desto mehr sammeln sie sich in meinem Kopf.“

„Hmmm,“ sagt Vater Vögel und rückt seine Robe zurecht. „Was möchtest du also von mir wissen?“

„Also,“ antwortet Vater Fieber schwitzend, „du bist 96 Jahre alt und einer der Ältesten hier in diesem Orden. Sage mir, wie alt muss man werden, bis man von den Fleischesgelüsten befreit wird?“

„HHMMM.“ sagt Vater Vögel und schaut sich den jungen Priester genau an. „Es braucht viele Jahre von Selbstkasteiung und stillen Gebeten, bevor dein Denken von all diesen Niederträchtigkeiten gereinigt ist.“

„Wirklich?“ fragt der junge Priester. „Wie viele Jahre?“

„Also,“ antwortet der alte Vater Vögel mit einem Seufzen, „Ich kann dir sagen, 96 sind nicht genug!“

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Meditation ist kein Trostpflästerchen

Noseletter 33

Als ich zu meditieren begann, war mein Leben ein einziges Chaos, nichts schien am richtigen Platz zu sein – weder die Beziehung, noch die Arbeit, noch die Wohnung und am allerwenigsten ich selbst. „Ein bisschen Entspannung wird mir gut tun,“ dachte ich und begann die aktiven Osho Meditationen zu machen. Als sportliche Herausforderung sozusagen. Ich hatte keine Hoffnung damals, wirklich etwas in meinem Leben zu verändern. Die Probleme waren zu viele und noch dazu erschienen sie „Gott-gegeben“, was bedeutet, ausweglos. Ich suchte nach einem Trostpflästerchen und dachte, Meditation könnte mir etwas vom Druck im Magen abnehmen. Es kam anders, der Druck vergrößerte sich. Meditation ist kein Trostpflästerchen, Meditation bewirkt die totale Veränderung.

Der kauernde Tiger mit dem gefährlichen Drachen in sich

Tipps

Vielleicht kennt ihr den taiwanisch-chinesischen Film „Crouching Tiger, Hidden Dragon“? Der Titel wurde nach einem chinesischen Sprichwort gewählt, das besagt, ein kauernder Tiger könne einen verborgenen Drachen in sich tragen. Etwas scheinbar Harmloses (der kauernde Tiger) könne tiefe Gefahren in sich bergen; der Drache ist hierbei das Symbol für Gefahr.

Meditation ist ein gefährlicher Drache. Er kommt harmlos daher: In der Meditation schüttelt man sich ein wenig, tanzt oder hört seinem Atem mit ganzer Aufmerksamkeit zu — na und? Was soll da schon groß passieren? Ha! Der kauernde Tiger trägt den gefährlichen Drachen der Wachsamkeit in sich. Dieser verändert alles.

In meinem Fall wurde ich mit dem Praktizieren der aktiven Methoden zunächst einfach nur ein wenig lebendiger. Der Körper wollte sich wieder mehr bewegen und ich begann, sensibler für meine körperlichen Empfindungen zu werden. Von wegen Entspannung durch Meditation! Die ständige Angespanntheit meines Lebens nahm zu, denn noch viel stärker als früher war sie mir nun bewusst. Sie wurde unerträglich. Der gefährliche Drache in mir ließ keine Beschönigungen mehr zu, zeigte mir Feigheit als Feigheit und Verzweiflung als Verzweiflung. Eines Tages war der Druck so stark, dass ich einen ersten klitzekleinen Schritt wagte. Ein kleiner Schritt, der der Beginn eines neuen Lebens wurde. Der Drache hatte zugeschlagen.
Jede Meditationspraxis führt zu grundlegender Veränderung im Leben, es ist nur eine Frage der Zeit. Jede Meditationstechnik zielt letztendlich darauf hin, das Ich Gefühl, auch Ego genannt, loszulassen und mit ihm alle Konflikte. Das Praktizieren von Wachsamkeit nährt den gefährlichen Drachen, der den grauen, stressigen Alltag knallhart als das wahrnimmt, was er ist: unmenschlich.

Stille Meditationstechniken benötigen meiner Erfahrung nach, eine längere Zeit, den Drachen zu erwecken. Mit aktiven Meditationstechniken dagegen lösen sich die dicke Schicht an Vorstellungen, wie die Dinge zu sein haben, und die „Gott-gegebenen“ Glaubenssysteme relativ schnell auf. Außerdem wird der Körper stärker und mit ihm wächst die Kraft, Veränderungen zu wagen.
Beispielhaftes Feedback von Praktizierenden der OSHO Dynamischen Meditation.


Wenn also heutzutage Meditation als ideale Entspannungsübung angepriesen wird, dann ist das eine gefährliche Sache. Regelmäßig praktiziert, werden neue Kräfte frei, die nach Veränderung rufen. Die glücklichen Manager-Gesichter in der Werbung, die neben ihrem Laptop meditieren, werden vielleicht ein paar Monate später den Job hinschmeißen oder eine wirkliche Veränderung im Unternehmenssystem fordern. Wenn jemand nicht bereit ist, dem Ruf des Drachens zu folgen, dann sollte er lieber die Finger von Meditation lassen: Dann doch lieber ins Fitness Studio gehen oder Joggen…

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Und, die Umkehrung stimmt auch: Ohne Veränderung des Lebens zu mehr Freude und tiefer Zufriedenheit wird sich der Drache nicht entfalten. Ein Zitat von Osho „Wird Meditation mir helfen, glücklich zu sein?“


So wünsche ich euch heute mal
viel Spaß mit dem gefährlichen Drachen!

Samarpan
PS: Was ein Drachen so alles bewirkt, zum Beispiel Hüter der Erde ….

PPS: Falls jemand Lust auf Drachen hat – Meditationsseminare mit Samarpan

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Das Glück des Alleinseins

Schon als ich 20 Jahre alt war und mich ziemlich alleine fühlte, hatte ich Angst davor, als alte Frau einsam vor dem Fernseher zu sterben. Damals hatte ich keine Ahnung von Meditation und der Köstlichkeit, die Alleinsein mit sich bringt. Heute ist es ein Genuss, wirklich alleine mit mir selbst zu sein, meine eigene Art genießend, in freudiger Unterstützung und warmer Akzeptanz, dessen, was ich gerade bin. Die einsame und abgestorbene Frau, die ich befürchtet hatte, zu werden, ist nicht mehr zu finden. Das Alleinsein hat nicht nur seine Bedrohung verloren, sondern ist vielmehr zum inneren Zuhause geworden. (Und wenn ich doch mal was fernsehen will, dann kann ich ja meinem Denken zuschauen …)

Alleinsein – die Quelle allen Reichtums

Tipps

Einerseits hatte ich mich früher sehr einsam und unglücklich übers Alleinsein gefühlt, andererseits war ich aber auch von den vielen „du sollst“ und „du musst“ aus meiner Umgebung überfordert und suchte die Einsamkeit zur Entlastung und Ruhe. Meditation gab mir dann die Erfahrung von alleine sein, zunächst im Sinne von „ohne die anderen“, alleine, ohne sie, weder in körperlicher Gegenwart, noch in geistiger in meinem Kopf. Mehr und mehr verschwanden die Anderen, wenn ich alleine war. Das Alleinsein wurde wirkliches Alleinsein, die entspannte Wahrnehmung meiner selbst. Shantam Dheeraj, der Meister von Tibetan Pulsing, hat einmal gesagt: „Alles, was die Menschen suchen, kaufen oder besitzen wollen, ist Entspannung.“ Alleinsein ist, mich in mir selbst auszuruhen. Alles, was mir heute wertvoll ist, kommt aus dem Zustand entspannten, freudigen Alleinseins.

Ein ZItat von Jiddu Krishnamurti: „Ich weiß nicht, ob Du jemals meditiert hast, ob Du jemals allein, ganz für Dich warst, weit entfernt von allen Dingen; von jedem Menschen, von allem Denken und Trachten – ob Du jemals vollkommen allein warst, nicht isoliert, nicht zurückgezogen in irgendeinen phantastischen Traum oder eine Vision, sondern weit weg von allem, so dass es in Dir nichts Erkennbares gibt, nichts, das Du durch Denken oder Fühlen erreichst – , so entrückt, dass in dieser großen Einsamkeit das tiefe Schweigen zu der einzigen Blüte wird, dem einzigen Licht und einem Zustand, der vom Denken her nicht zu ermessen ist.“
Jiddu Krishnamurti

In Büchern über die Kabbala wird Meditation und „das Alleinsein zu praktizieren“ gepriesen. Peter Staaden schreibt: „…Jedoch wurden diese Handlungen nicht aus egoistischen Gründen, zur Selbstheilung, oder Erreichung besonderer Fähigkeiten einfach technisch ausgeübt, sondern weil es für diese Personen von Oben so vorgesehen war, solche Dinge zu tun, um noch altruistischer zu werden. Die Techniken und deren Wirkung wurden diesen Personen von Innen enthüllt.
Zur Website

Alleinsein in Meditation bewirkt Intelligenz, Kreativität, Intuition und Stärke und, wie oben beschrieben, Altruismus. Das Wort Altruismus ist meiner Meinung nach ein altes Wort für Mitgefühl. Es passiert ein paradoxes Phänomen: Alleinsein öffnet die Türe zum Anderen. Anfangs hatte ich Sorge, dass ich durch meine Rückzüge aus der Welt den Kontakt verlieren würde. Es war erleichternd zu erfahren, dass sich diese Angst nicht bewahrheitete. Tatsächlich entwickelte sich durch Alleinsein Mitgefühl, Freundschaft, Liebe. Ich lebe heute alleine und habe viele, wirklich gute Freunde, mit denen ich herzliche und liebevolle Beziehungen erlebe.

Ein Erfahrungsbericht von Giten, der seine Eltern als Teenager verloren hatte: „Am Anfang war Alleinsein nur schmerzhaft und jedesmal, wenn ich tiefer in Liebe und Beziehungen ging, starrte mich der Tod an. Dies machte mir schmerzhaft meine eigene innere Einsamkeit bewusst. Je tiefer wir lieben, desto mehr begegnen wir unserer Einsamkeit. Erst nach vielen Jahren bekam ich eine Ahnung von einer anderen Art von Alleinsein. Das war die meditative, in der ich mich ausruhen konnte. Mein eigenes, inneres Alleinsein wurde zu einer Quelle von Liebe, Freude und Stille. Es war der Geschmack eines reinen Alleinseins, in dem ich so glücklich und zufrieden mit mir selbst sein konnte, dass ich niemanden oder irgendetwas sonst außerhalb von mir brauchte. Und ich erkannte auch, dass dieses meditatives Alleinsein eine innere Tür sein könnte zu etwas, das größer als ich selbst bin. Eine Türe zur Einheit mit der Existenz.“
Website von Giten
Und falls ihr Schwierigkeiten habt, euch zurück zu ziehen, dann gibt’s hier eine lustige Anleitung für einen praktischen, hausgemachten Retreat Raum…

Viel Spaß beim Meditieren und Alleinsein
wünscht euch

Samarpan
PS: Falls euch das Thema Alleinsein interessiert, Ende Juni 2008 biete ich ein Meditationsseminar zu diesem Thema an

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Meditation breitet sich in der Welt aus

Meditation goes Mainstream, wie man so schön sagt, was zum Beispiel die Konsequenz hat, dass im Internet an allen Ecken und Enden interessante Beiträge darüber auftauchen. Man ist heutzutage kein Hippie mehr, wenn man meditiert: Meditation ist zu einem weit verbreiteten Phänomen geworden. Zum Beispiel melden sich zur Zeit wöchentlich im deutschen Business Portal XING etwa 14 Menschen/Geschäftsleute neu an, die offiziell und für jeden sichtbar, ihr aktives Interesse an Meditation bekunden. Das sind nur die Neuen und auch nur diejenigen, die sich explizit dafür aussprechen…!

Auf meinen Reisen durch das Internet habe ich viele interessante Links zum Thema Meditation gefunden. Im Folgenden ein paar davon aus der „normalen“ und der meditierenden Welt. Viel Spaß beim Schmökern.

Meditation goes Mainstream – Links

Tipps

Aus Forschung und Wissenschaft

** Die Fahrschule des Bewusstseins
Sehr gute Zusammenfassung wie Meditation das Gehirn beeinflusst, mit vielen Linkverweisen auf Studien

** Eine amerikanische Gehirnforscherin erzählt von ihrem Gehirnschlag
Ein Plädoyer für die rechte Gehirnhälfte


Meditation, praktiziert

** Glas für Glas
Da hat jemand 4300 Mal das selbe Glas immer wieder neu angesehen und gemalt, wenn das keine Meditationspraxis ist!

** Leute frieren minutenlang ein
In New York, am Grand Central Bahnhof, findet das Experiment statt. Ist lustig anzusehen.

** Und dann das Gleiche in London
Minutenlanges Still Stehen von ziemlich vielen Leuten am Trafalgar Square

** Falun Dafa – Chinesische Körperübungen
Ich hab sie mal ausprobiert, der Körper war ganz lebendig danach. Da ist für mich eine alte Weisheit zu spüren …


Poetisches

** Über Haikus
Was ist ein Haiku? Unkompliziert und freundlich beschrieben

** Die Essenz des Zen in Haikus verfasst
Paradox und lustig, so wie Zen eben ist.

** 101 Zen Stories
Die Geschichten sind auf englisch, hat mir Spaß gemacht, ein wenig zu schmökern

** Meditation Room
Meditative Bilder zu Naturklängen und Musik, was zum Fühlen


Meister

** Die Suppe muss scharf sein – War Gurdjeff ein Zen-Meister?
Für mich ist die Frage irrelevant, doch der Artikel ist interessant


Was Lustiges

** Die Jubelforschung
Da kann man sein Foto reinsetzen und auf alle möglichen Arten jubeln, ich hab darüber gelacht!

Viel Spaß beim Meditieren
wünscht euch

Samarpan

PS: Mal was ganz Verrücktes und Lebendiges tun? Hier ist die Gelegenheit …

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Vom Sex zur Liebe zum Mitgefühl

In einem Artikel vom Spiegel vom 13. Mai 2008 berichtet der buddhistische Mönch Matthieu Ricard wie Meditation das Gehirn verändert und durch lange Praxis Mitgefühl entsteht. Üben, üben, üben, sagt er, und Mitgefühl breite sich im Geist aus. Hhmmmm. Okay, das Gehirn wird von der tagelangen, monatelangen, jahrelangen Praxis beeinflusst. Doch ob das jahrzehntelang kultivierte Mitgefühl auch wirklich in Mark und Knochen sitzt? Es mag ein Weg sein, sich vom Leben abzuschneiden und einen bestimmten Geisteszustand zu kultivieren, um schließlich mitfühlend auf seiner Matte zu sitzen – doch meiner ist es nicht.

Die nicht traditionellen, modernen Meditationslehren benutzen den Alltag als Weg. Da gibt es keine stundenlangen Meditationssitzungen in Stille, um Mitgefühl zu erreichen. Mitgefühl entsteht durch leben, der Weg geht von Sex zur Liebe zum Mitgefühl. Mitgefühl entsteht auf diesem Weg, indem man durch alle Schmerzen der Liebe hindurchgeht und sich schließlich, fast unbemerkt und überraschend, in Mitgefühl wiederfindet.

Trainieren oder leben?

Tipps

Meditationspraxis verändert das Gehirn, daran ist kein Zweifel mehr. Meditation macht milde. Aus einem Artikel von Focus.de vom 25. März 2008:

„Gehirnscans bei tibetischen Mönchen zeigen: Mitgefühl und Güte verändern die Gehirnaktivität. Amerikanische Forscher der Universität Wisconsin blickten per funktionaler Kernspintomographie in die Köpfe von 16 tibetischen Mönchen. Heraus kam, dass Mitgefühl und Güte die Gehirnströme der Mönche verändert hatten.“

„Positive Emotionen sind Übungssache genauso wie das Spielen eines Instruments oder eine Sportart, folgern die Wissenschaftler. Tibetische Meditation mache den Menschen also einfühlsamer, glauben die Autoren. Die Studie war Teil einer größeren Untersuchung von Mönchen mit mindestens 10 000 Stunden Meditationspraxis.“
Aus Focus Online
10.000 Stunden Meditationspraxis, das sind bei 6 Stunden täglichem Üben 4,56 Jahre – jeden Tag 6 Stunden Mitgefühl praktizieren. Das kann eigentlich nur jemand, der in einem Kloster wohnt. Damit hätte der normale, im Leben stehende Mensch keine Chance auf Mitgefühl !?
Der buddhistische Mönch Matthieu Ricard dazu aus dem Spiegel Streitgespräch:

„Wir alle spüren immer wieder Liebe und Güte, Freigebigkeit, inneren Frieden und Freiheit von Konflikten in uns. Doch diese Gedanken und Gefühle durchströmen uns und werden schon bald durch andere, unter Umständen auch negative ersetzt, wie Zorn und Eifersucht zum Beispiel. Damit Altruismus und Mitgefühl zu dauerhaften Bestandteilen unseres Bewusstseinsstroms werden, müssen wir sie über eine längere Zeit kultivieren. Wir müssen sie uns bewusst machen und sie dann fördern, wir müssen sie wiederholen, bewahren, verstärken, so dass sie unser Denken und Fühlen allmählich dauerhaft ausfüllen.“

„Im Extremfall hältst du dich in einer schlichten Klause auf, in der sich nichts verändert, oder du sitzt alleine vor einer weißen Wand. Dann sind die „Anregungen von außen“ gleich null. Aber die „Anregung von innen“ ist maximal. Du trainierst deinen Geist den ganzen Tag und fast ohne Ablenkung. Eine solche Anregung ist nicht passiv, sondern absichtsvoll und methodisch zielgerichtet. Wenn du acht oder zwölf Stunden am Tag darauf verwendest, bestimmte Geisteszustände zu kultivieren, die du kultivieren willst und die du zu kultivieren gelernt hast, dann sollte das auch zu einer Umprogrammierung des Gehirns führen.“
Aus Spiegel Online
Meditation ist keine Flucht aus der Welt

Hhhmmmm. Acht bis zwölf Stunden am Tag auf die Kultivierung des Geistes verwenden … methodisch und zielgerichtet. Ich hege keinen Zweifel, dass sich das Gehirn dadurch umprogrammiert, doch mein Verständnis von Meditation ist das nicht. Krishnamurti ist ein moderner Meditationslehrer mit einem anderern Ansatz:

„Meditation ist keine Flucht aus der Welt, sie isoliert nicht, sie kapselt nicht ab, sie ist vielmehr das umfassende Verstehen der Welt und ihrer Beschaffenheit. …“

„Meditation kann man nicht von jemandem anderen lernen. Man muss damit anfangen, ohne etwas davon zu wissen und von Offenheit zu Offenheit fortschreiten. Der Boden, auf welchem der meditative Geist sprießen kann, ist der Boden des alltäglichen Lebens, die Bemühungen, der Schmerz und die vergänglichen Vergnügungen. Er muss dort anfangen und Ordnung schaffen und dann von dort unendlich weiter flie0en. Aber wenn man nur darum besorgt ist, Ordnung zu schaffen, dann führt diese Ordnung selber zur Begrenzung, und der Geist wird der Gefangene der Ordnung. Man muss irgendwie vom anderen Ende her kommen, vom anderen Ufer, und sich nicht immer mit diesem Ufer befassen und wie man den Fluss überqueren könne. Man muss sich ins Wasser stürzen ohne zu wissen, wie man schwimmt. Und das Schöne an der Meditation ist, dass man nie weiß, wo man ist, wohin man geht und was das Ende ist.“

Wenn Sie sagen: „Ich will heute damit beginnen, meine Gedanken zu kontrollieren, still in meditativer Haltung zu sitzen, regelmäßig zu atmen“ – dann sind Sie in den Tricks gefangen, mit denen man sich selbst betrügt. Meditation bedeutet nicht, von einer großartigen Idee oder einem Bild absorbiert zu werden; das beruhigt nur für den Augen blick, wie bei einem Kind, das durch ein Spielzeug gefesselt wird, und während dieser Zeit ruhig ist. Aber sobald das Spielzeug aufhört interessant zu sein, beginnt wieder die Unruhe und die Ausgelassenheit. Meditation ist nicht das Verfolgen eines unsichtbaren Pfades, der zu irgend einem eingebildeten Zustand der Seligkeit führt. Der Meditations- Geist schaut – beobachtend, lauschend, ohne das Wort, ohne Stellungnahme, ohne Meinung –, er ist achtsam auf die Bewegung des Lebens in all seinen Beziehungen während des ganzen Tages gerichtet.
Krishnamurti über Meditation

Und schließlich findet sich auf Gehirnforschung.eu auch noch ein Osho Zitat zum Thema:

„Denk daran: Was immer du in dir selbst findest, wieviel Müll es auch sein mag, es ist deine Realität. Sie kann gesäubert werden, sie kann losgelassen werden; du kannst dich von ihr wegbewegen. Aber bevor irgendetwas unternommen werden kann, musst du sie kennen. Das ist das Erste und Bedeutendste.“
Aus Gehirn – Meditation – Gesundheit
Fazit
• Meditation verändert die Gehirnströme
• Auch wenn man keine 8 Stunden am Tag meditiert, kann man zu einem mitfühlenden Wesen werden
• Mitgefühl im Alltag lernen: von der sexuellen Liebe zur herzlichen Liebe zum umfassenden Mitgefühl
• Das Leben lehrt, die Intuition führt, der Mut springt.
Viel Spaß beim Meditieren und Leben
wünscht euch

Samarpan
PS: Hier gibts Anregungen fürs Leben aus Österreich

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Widerstand!

Wenn wir keinen Widerstand gegen Schönheit, Wahrheit und Seligkeit hätten, dann bräuchten wir keine Meditationsmethoden. Es ist ganz normal – für jeden Menschen – sich gegen das zu wehren, was ihm gut tut und was für ihn natürlich ist.

Meditationstechniken helfen, Widerstände als solche zu erkennen. Die dynamischen Methoden verstärken die Widerstände sogar noch absichtlich, damit sie noch besser wahrgenommen werden können. Selig lächelnde Abbilder von mediterenden Menschen verbergen die nüchterne Realität, der jeder von ihnen unweigerlich vorher begegnen musste: Der liebevollen, wachsamen Sicht dessen, was sich als besonders wichtig und unglaublich dringend verkauft – dem Widerstand.

Offensichtliche und subtile Abwehrmechanismen

Tipps

Widerstände gibt es in allen Schattierungen und Formen. Das können körperliche Schmerzen und Unwohlsein sein, die vordergründig Anlass geben, nicht mehr zu meditieren. Oder psychische, wie zum Beispiel das Ansammeln von Erkenntnissen mit dem einhergehenden Gefühl, dass alles klar ist und Meditation nicht mehr gebraucht wird. Oder zu glauben, keine Zeit für Meditation zu haben … Widerstände verstecken sich auch hinter „spirituellen Erfahrungen“, plötzlich begegnet man Buddha oder Jesus oder Lichtwesen, Engeln, Meistern und Göttern. Die Kundalini erhebt sich, Farben zeigen sich und das siebte Chakra öffnet sich. „WOW. Unglaublich, was da alles Tolles passiert.“ Oder, ein weiterer, beliebter Widerstand gegen Meditation ist die Begegnung mit dem Soulmate, der wahren Liebe im Leben. Das Unterhaltungsprogramm ist unbegrenzt, alles wird dankbar angenommen, was von sich wegführt.

Bei mir sind es zur Zeit Wellen kreativer Gedanken, die mich davon abhalten, diesen Moment in seiner Normalität wahrzunehmen. Gedanken, die mich beflügeln und Spaß machen. Kreativität, die ich sogar auch umsetze. Ein befriedigender Akt und doch ist die Aufmerksamkeit wieder beim Objekt statt beim Subjekt. Waren es früher Beziehungen, die mich ablenkten, so sind es heute meine Kreationen. Die Objekte wurden ausgetauscht, das Subjekt haust weiterhin im Dunkeln.

Meditation ist die Begegnung mit dem Subjekt, demjenigen, der kreativ ist, der wahrnimmt, der jetzt hier sitzt und jetzt das liest. Der heutige Noseletter stellt einige Formen von Widerständen vor – vielleicht ist einer dabei, der dir bekannt vorkommt?


Erkenntnisse als Widerstand?!

„Meditation bewirkt nach und nach eine Transformation deiner Persönlichkeit. Dein bisheriges Selbstbild wird erweitert, und da wir uns durch unser Selbstbild definieren, können dabei Ängste in Form von Widerständen gegen die Meditation auftreten. Dies kann in den unterschiedlichsten Weisen geschehen, von offensichtlich bis sehr subtil. Aber alle von ihnen haben das gemeinsame Ziel, dich von deiner Meditation abzuhalten.

Wie könnten solche Widerstände aussehen? Auf der geistigen Ebene beispielsweise durch „Erkenntnisse“, die Meditation überflüssig machen, auf der seelischen Ebene durch unangenehme Gefühle oder auf der körperlichen Ebene als auftauchende Schmerzen. Es kann auch sein, dass du deine Erledigungen plötzlich immer so anordnest, dass gerade für die Meditation keine Zeit mehr bleibt, oder du dein Vorhaben zu meditieren immer wieder aufschiebst, plötzlich ganz andere Interessen entwickelst oder ähnliches.

Ein Widerstand kann dich auf zwei Arten blockieren: Entweder du gibst ihm nach und die Meditation auf – dann hat er sein Ziel erreicht. Oder du kämpfst ständig gegen ihn an – dann beschäftigt er dich und bewirkt dadurch, dass du deine Energie in den Kampf gegen ihn bindest, anstatt sie deiner Meditation zugute kommen zu lassen …“ Aus cosmic-love.de

„Die Persönlichkeitstheorie der Freud´schen Psychoanalyse spricht von „Abwehrmechanismen des Ich“ wenn innere oder äußere Realität in die Gesamtpersönlichkeit nicht integriert werden kann, wenn Erleben abgewehrt werden muss, wenn Konflikte zwischen Es – Ich – über Ich und äußerer Realität nicht gelöst werden können.

Diese Abwehrmechanismen (Verdrängung, Verleugnung, Phantasie, Projektion etc.) sind in der Meditationspraxis als Widerstand wirksam und erfahrbar, es sind unsere selbst errichteten Mauern, die uns hindern, zu unserer wahren Natur durchzudringen. Mauern, die erst dann verschwinden werden – wenn wir sie nicht mehr als Schutz brauchen.“ Aus outhaus.de
„Die folgenden Beispiele sind Zeugen für die nüchterne Realität der Meditation. Die Realität der Meditation liegt nicht in wunderbaren Welten, sondern ist die Bereitschaft, sich mit der augenblicklichen Situation auseinander zu setzen. Diese Bereitschaft führt uns dann zu einer „Institution“ in uns, die „der Beobachter“ genannt wird. Mit ihm gilt es, sich mehr und mehr zu identifizieren. Dann bekommt das Leben seine eigentliche Realität: die Nüchternheit – Es ist wie es ist – Oder wie es ein Zenmeister formulierte: „Wenn ich esse, esse ich“.

Teilnehmer an einem Meditationsseminar berichten von wahrgenommenen Widerständen
(und damit erfolgreicher, realer Meditation):

** Gedanken, Gedanken
** Konsum jeder Art: Substitute
** Ein Brustwirbel tut weh
** Zweifel, ist dies das Richtige was ich mache?
** Ich bin ein einziger Widerstand
** Verwirrung
** Innere Unruhe
** Überempfindlichkeit
** Da spielt sich ein Kampf in mir ab
** Totale Erschöpfung – Folge oder Flucht?
** Hindernisse sind bei mir oft alte Gewohnheiten
** Oberarme, Schultern, Brust schmerzen …

Die interessanten Beschreibungen sind hier ausführlich nachzulesen


Ein Positivbeispiel: widerstandslos im Baulärm meditieren

„Je weiter du fortschreitest in deiner Meditation, desto weniger wirst du dich durch äußere Störungen aus der Ruhe bringen lassen. Am Anfang können Straßengeräusche oder ähnliches schon nervig sein. Der Trick liegt darin, sich nicht von ihnen aus der Ruhe bringen zu lassen, sondern sie als Teil der Außenwelt hinzunehmen und zu akzeptieren, wie alle anderen Sinneseindrücke.

Joachim-Ernst Behrend hat mir dazu mal eine schöne Geschichte erzählt: In den sechziger Jahren war er einer der Ersten, die in einem japanischen Zen-Kloster meditieren wollten. Zu diesem Zweck begann er einen Briefwechsel mit einem Zen-Kloster in Kyoto. Er wurde eingeladen und flog freudig hin. Dort angekommen, erlebte er allerdings einen Kulturschock, denn ihm war nicht das Ausmaß der Tatsache bewusst gewesen, dass Kyoto trotz aller Tempel auch eine weltliche Großstadt ist: Direkt gegenüber des Klosters wurde gerade ein Hochhaus gebaut, und so war im Zen-Kloster den ganzen Tag der Lärm der Baustelle zu hören. Er war sehr enttäuscht und wollte sofort wieder abreisen, denn er konnte sich nicht vorstellen, wie in aller Welt man bei dem Lärm der Presslufthammer meditieren können sollte! Aber da er schon mal da war, wollte er sich zumindest mal mit dem dortigen Zen-Meister unterhalten haben.

In dem Gespräch riet ihm der Meister, die Meditation dennoch auszuprobieren, da er doch nun schon mal da sei. Das leuchtete ihm ein, und so probierte er es. Die Auseinandersetzung mit seinem Widerstand gegen den Lärm war nicht einfach, aber lohnenswert, denn mit der Zeit schaffte er es, die Geräusche als ständige Begleiter anzunehmen, und so hatte er schließlich sehr tiefe Meditationserfahrungen, die er ohne die Auseinandersetzung mit seinen Widerständen vielleicht nicht gehabt hätte. Der Krach war zwar immer noch da, aber er störte ihn nicht mehr, genau wie er ja auch ständiges Brandungsrauschen vor der Tür nicht unbedingt als Störung hätte empfinden müssen. Aus Cosmic-Love.de


Von Zen Dichter Kanzan

Über Essen zu reden, füllt dir nicht den Magen,
über Kleidung zu schwafeln, hält dich nicht warm.
Es ist eine Schale Reis, die deinen Bauch füllt.
Um dich warm zu halten, braucht es ein paar Kleidungsstücke.
Obwohl du das weißt,
beklagst du dich im gleichen Atemzug,
dass der Buddha schwer zu finden ist.
Richte deinen Wahrnehmung nach innen!
Dort ist der Buddha!
Warum solltest du ihn also überall sonst suchen?

Viel Spaß beim Meditieren und Widerstände wahrnehmen
wünscht euch

Samarpan

PS: Neu auf FindYourNose.com: die Sekunden Meditation

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Mit Totalität fühlen

Wenn wir etwas sehen, können wir das, was wir sehen, auch fühlen? Meditation bedeutet, mit seinen Gefühlen in Kontakt zu sein. Fühlen ist ein wichtiges Element in der Meditation. Fühlen – gleichbedeutend mit Wahrnehmen. Wahrheit kann bis in den kleinen Zeh gefühlt werden. Überall im Körper können Bewusstheit, Liebe, Leben gefühlt werden. Emotionen werden gefühlt/wahrgenommen, genauso, wie Schmerzen oder Berührung. Auch das Mit-Fühlen geht nur, wenn man sich selber fühlt. Ein Noseletter, der sich ganz dem Fühlen widmet.

Fühlen ist Wahrnehmen

Tipps

In der Meditation wird alles genau gefühlt, also wahrgenommen, was sich vor dem inneren Auge aufbaut: Gedanken, Emotionen, Schmerzen. …

„Zen bedeutet mit seinen Gefühlen in Kontakt zu sein, sie tief zu durchdringen und dann über sie hinauszugehen. In Kontakt sein, aber nicht an ihnen haften, sie nicht lieben, sich nicht sagen: ‘Jetzt muß ich aber traurig sein.’ – Es gibt Leute, die hängen an ihren Emotionen. Im Zen hängt man an überhaupt nichts. Wenn man traurig ist, ist man völlig traurig. Aber schon am nächsten Tag kann man voller Freude sein. Wie das Wetter, das sich ändert.“
Aufzug aus Der Buddhaweg – Gefühle

Bernd Schiele beschreibt die Erfahrung von Gefühlen in der Meditation so: „Sie erfahren, was Sie tatsächlich fühlen —und nicht, was Sie bloß zu fühlen glauben oder gar fühlen sollten. Sie werden immer mehr fähig, Ihre Gefühle so anzunehmen, wie sie sind; mit der Zeit werden Sie freundlicher, besser gestimmt, zufriedener und offener. Die gedankliche und emotionale Verwirrung nimmt ab, Ihr Denken und Fühlen wird reiner, klarer und direkter.“
„Das heißt nicht, dass es überhaupt keine Gefühle mehr gibt. Nur die heftigen Emotionen, die, die uns stören, haben die Tendenz zu verschwinden. Gefühle sind Teil des Lebens, und das geht weiter. Selbst wenn man Zazen macht, ist man traurig oder froh. Auch Zen-Meister haben Gefühle. Ich habe Meister Deshimaru erlebt. Er hatte Emotionen. Im Gegensatz zu den gewöhnlichen Leuten, blieb er nicht Gefangener seiner Emotionen, sie sind sehr schnell vorbeigegangen. Wenn man z.B. traurig ist, ist man völlig traurig. Man geht bis in die Tiefe der Traurigkeit. Und das geht vorbei. Das ist wie eine Wolke, die vorüberzieht. Das heißt aber nicht, dass es keine Wolken mehr gibt, sondern nur dass sie nicht verweilen. Sie ziehen schnell vorüber.“
Auszug aus Der Buddhaweg- Gefühle


Geschichte vom traurigen Zen Meister

„Ein Zenmeister weinte 48 Stunden lang. Einer seiner Schüler sagte zu ihm: „Sie sind kein richtiger Meister. Sie lassen sich von ihren Emotionen überwältigen und heulen wie ein kleines Kind.“ Der Meister antwortete: „Meine Freiheit besteht darin, zu weinen, wenn ich traurig bin.“ Er war völlig eins mit seiner Trauer, als er traurig war. Und er war wirklich in der Tiefe seiner Traurigkeit. Der Erfolg davon war aber, daß er den größten Teil seiner Traurigkeit in 48 Stunden bewältigt hatte. Dann war’s vorbei.

Es gibt andere Leute, die gegen die Trauer kämpfen und sich bemühen, sie zu verbergen. Sie verleugnen die Trauer und tun so, als wären sie überhaupt nicht traurig. Es gelingt ihnen nicht zu trauern. So bleiben sie mit dieser Trauer dann Monate lang. Das ist viel schlimmer. Das sollte man nicht tun.

Man kann durchaus damit fortfahren, Emotionen zu empfinden, ohne sie zu dramatisieren. Das Leben geht weiter, man wird nicht zu einem Leichnam. Man empfindet weiter Wünsche und Emotionen, aber man ist davon nicht mehr konditioniert, wird davon nicht mehr geleitet. Wenn man in einem bestimmten Augenblick traurig ist, wird das nicht mehr völlig unser Handeln ändern. Und wenn man wütend ist, wird man z.B. nicht mehr gewalttätig. Aber es ist wichtig die Wut zu zuzulassen, wenn sie da ist. Man unterdrückt sie nicht, man folgt ihr aber auch nicht. Sie wird zum Koan: Was ist das? Man kann wirklich von einer Emotion aus erwachen.“
Auszug aus Der Buddhaweg- Gefühle


„Der Übungsweg (die Meditation) hilft uns, auf eine Ebene zu gelangen, auf der die Fixierung an Gedanken oder Gefühle aufgehoben wird. Die Angst kann auf der Ichebene also durchaus weiterexistieren, Wut kann mich weiter plagen, aber ich erfahre, dass mein eigentliches Wesen sehr viel tiefer liegt und von all dem nicht erschüttert werden muß. Ich lerne, Gefühle zuzulassen und zu haben, ohne von ihnen besetzt oder blockiert zu sein. …“
Willis Jäger, Zen Akademie


Thema Mit-Fühlen

Jemand, der nicht fühlt, sich nicht wahrnimmt, ist von der Welt abgeschnitten. Nicht nur von seiner eigenen Welt, sondern auch der seiner Umgebung. Warum?

„Wie können wir uns vorstellen, was andere gerade denken oder beabsichtigen? Entscheidend ist offenbar eine Art Simulation in unserem Gehirn, sobald wir eine Person beobachten. Die Handlung wird sozusagen innerlich imitiert. Neue Forschungsergebnisse zeigen sogar: Man braucht das Gefühl für seinen eigenen Körper, um auch die Handlungen eines Gegenübers richtig einzuschätzen und sie im wahrsten Wortsinne (innerlich) nachvollziehen zu können.“
Bericht aus Psychologie Heute


„Im Mitgefühl ist immer auch ein Teil Emotion enthalten, Mitleid mit den Wesen, die leiden. Wenn man überhaupt nicht berührt ist, fällt es einem oft schwer, zur nächsten Etappe überzugehen, in der man sich fragt: „Was kann ich jetzt eigentlich tun, um dieses Leiden zu erleichtern?“ Wenn man aber von Mitleid überwältigt ist, ist das einzige, was man machen kann, mit dem anderen zu weinen, ohne dass man Weisheit schafft. Der Geist ist nicht klar, sondern ist von der Emotion ergriffen. Man kann nicht sehen, was das Richtige ist, um zu helfen. Man muss also die Fähigkeit bewahren, Emotionen zuzulassen, und die Fähigkeit kultivieren, sie schnell vorüber ziehen zu lassen und sich nicht von Emotionen gefangen nehmen zu lassen.“
Auszug aus Der Buddhaweg – Gefühle


Und schließlich:
Was kann man bei der Meditation fühlen?

„Wenn die Konzentration stärker wird, so fühlt der Meditierende Leichtigkeit in Körper und Geist. Was aber auch für Gefühle auftauchen mögen, der Meditierende sollte wissen, daß da ‘fühlen’ ist und dann das Objekt loslassen.“
Acharn Tippakorn

Viel Spaß beim Meditieren und Fühlen
wünscht euch

Samarpan


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