Archiv für Mai 2008|Monatliche Archivseite

Spiritueller Kitsch und das leere Herz

„Der größte Teil dessen, was Menschen für Religion halten, ist entweder Machtpolitik oder spiritueller Kitsch“ sagt Wolf Schneider, Herausgeber der Zeitschrift Connection. Seine Thesen über Missverständnisse um Spiritualität haben mich interessiert. „Das Herz ist besser als der Kopf“ sei eines der Irrtümer in der Esoterikszene. Ich kenne die weibliche Variante, die dem Mann sagt: „Sei nicht im Kopf, gehe lieber ins Herz“. Gemeint ist damit, lieber zu fühlen als zu analysieren.

Obwohl früher selbst benutzt, beruht – meiner heutigen Meinung nach – dieser gut gemeinte Rat tatsächlich auf einem Missverständnis über das Herz. Im Zen gibt es den Begriff des „Leeren Herzens“. Das Herz wird zu einem stillen See, in dem Denken und Gefühle gleichermaßen versinken.

Missverständnis Herz

Tipps

„Typisch für die sich so gerne wertfrei gebende Szene“, meint Wolf Schneider, Herausgeber der Zeitschrift Connection, „ist die positive bis überschwängliche Bewertung des Herzens gegenüber dem Kopf. Das Hauptproblem ist dabei: Was ist mit dem Herzen eigentlich gemeint? Gewiss nicht der Muskel, der das Blut durch den Kreislauf pumpt, sondern viel eher der Sitz der Gefühle. In der einfachsten Fassung sagt dieses weitverbreitete Klischee: Gefühlsentscheidungen sind besser als Verstandesentscheidungen. Das ist in etwa auch die Aussage der Romantik gegenüber dem so vernunftbetonten 18. Jahrhundert.“

Wolf Schneider in „Wege“, Ausgabe 4/2007. Ein ähnlicher Artikel ist in seinem Editorial zu 10/2006 für die Connection zu lesen.
Das Leere Herz beherbergt Gefühle und Gedanken
Wolf Schneider bezieht sich auf die gängigen Missverständnisse ums Herz. Herzlich meint dort gefühlsbetont und emotional, ohne dabei wahr zu nehmen, dass Emotionen ebenfalls vom Denken gesteuert sind. Wenn im Zusammenhang von Meditation über das Herz gesprochen wird, so ist das leere Herz gemeint. Das bedeutet nicht, dass keine Gefühle oder Gedanken im Herzen sind. Im leeren Herzen hat alles Platz. Es ist der Urgrund für jede Form.

„Die Leere (des Herzens) darf nicht vergegenständlicht werden, sie ist nicht etwas Absolutes, vor allem nicht leerer Raum. … Manche Anhänger begnügten sich damit, im Zen-Sitz (za-zen) nichts anderes zu tun, als alle Gedanken und Gefühlsbewegungen abzulegen, nichts zu denken, und so in sich ein gedankliches Vakuum zu schaffen. Für Hui-neng ist dies nicht nur « unvernünftig », sondern « ketzerisch », eine schlimme Abweichung von der Wahrheit.“

Aus: Stille und Leere im Zen-Buddhismus von Carl-A. Keller

Das Herz – ein ruhiger, stiller See
Thomas Reestorff hat eine Abhandlung über das Leere Herz geschrieben. Er verbindet das Wissen der chinesischen Medizin mit dem Verständnis des Leeren Herzens im Buddhismus. Ein außerordenlich interessanter Artikel, so finde ich. Ich kann leider nicht auf alle Aspekte des leeren Herzens eingehen, die müsst ihr selbst nachlesen. (Es braucht ein wenig Geduld, sich in die Formulierungen einzulesen, doch dann ist es spannend) …

Ein paar Auszüge daraus:

Das Herz bildet die Grundlage, um sich dem leeren Raum zu öffnen und mit Aufnahmebereitschaft das Göttliche in uns eindringen zu lassen.

Wie kann jemand das Dao kennen? Durch das Herz.
Wie kann das Herz das Dao erkennen? Durch die Leere, die reine Aufmerksamkeit, die die Wesen und die Gelassenheit vereinen.

Die Kunst des Herzens besteht darin, zur Ruhe zu kommen und sich zu leeren. Einem ruhigen See gleichend, spiegelt und reflektiert sich die Wirklichkeit in ihm. Nicht mehr von Anziehung, Abneigung und der Welt der Zehntausend Wesen beeinflusst, meistert das Herz seine Emotionen und kehrt zu sich zurück.

In Ruhe und Gelassenheit, wohlwissend der Bewegungen des Lebens, ist das Herz zurückgezogen und kommuniziert doch mit dem Außen. Ein unablässiges Kommen und Gehen.

…und die Trauer wie die Freude, der Jubel wie die Wut existieren nicht dauerhaft in ihm, es sind reaktive Bewegungen auf die Anregungen der Dinge.

Für das Dao, im Sinnes des Wu wei (Nichthandeln), ist die Voraussetzung ein reines Herz. Es ist nicht im Mangel, weil es leer ist. Es ist leer, damit es klar ist. In der Aufmerksamkeit des Augenblicks.

Das leere Herz, Essenz aus Chinesischer Medizin & Buddhismus, von Thomas Reestorff


Wenn also eine Frau das nächste Mal sagt: „Komme aus dem Kopf und gehe ins Herz“ dann werden wir annehmen, dass sie eigentlich meint: „Gehe in dein leeres Herz und werde zu dem stillen See aus dem jede Kreativität und Intuition wächst.“ Das Denken und die Emotionen dürfen beide mit schwimmen gehen.

„Das Nicht-Herz ist das erleuchtete Herz, das Leere-Herz, das nirgendwo und nirgendwo-dran anhaftet. Solch ein Herz kann nicht in Beschlag genommen werden. Es läßt sich weder vom eigenen Ich noch vom Gegenüber einnehmen. Ein Herz, das sich vom Gegenüber oder dem eigenen erfahrenen Ich einnehmen läßt, ist ein Herz, das anhält.“

Aus Die Tradition des ZEN
Viel Spaß beim Meditieren und dem Erforschen des Leeren Herzens
wünscht euch

Samarpan
PS: Ein Internetportal für Freunde von Osho

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Intelligente Entscheidungen

Meditation hat viele erstaunliche Nebeneffekte und einer davon ist die Fähigkeit, intelligente Entscheidungen zu treffen. Durch Meditation entwickelt sich ein sicheres Gefühl für das, was nach unserer eigenen Intelligenz wertvoll ist. In diesem Noseletter untersuchen wir, was Intelligenz ist, warum Meditation diese fördert und wie Entscheidungen davon betroffen werden.

Jenseits von Reiz-Reaktions-Mustern

Tipps

In einem umfassenden und empfehlenswerten Artikel aus DER ZEIT über die Wirkungen von Meditation beschreibt Dr. Ulrich Ott, ein Psychologe vom Bender Institute of Neuroimaging der Universität Gießen:

„Schon kleinste Sinneseindrücke lösen normalerweise Gedankenketten aus: Vorstellungen, Wünsche, Ängste – alles, was unser Hirn geprägt hat. Meditierende lernen, diesen Automatismus zu unterbinden. Durch Meditation kann man trainieren, einen Schritt zwischen Reiz und Reaktion zu schalten.“
Kernspin im Nirwana, DIE ZEIT, 2008


Entscheidungen werden dann intelligent, wenn sie sich klar und unvoreingenommen auf die Anforderungen der Situation beziehen. Durch Meditation werden normale Reiz-Reaktions-Mechanismen aufgehalten. Wir können diese Mechanismen in uns wahr nehmen. Sehen wir uns einmal drei gängige Entscheidungsmotivationen genauer an, die normalerweise zu unintelligenten Entscheidungen führen:

Ängste
Überlebensangst, Angst vor Versagen, Zweifel, Nicht Wissen, Angst vor der Zukunft, Schwäche

Emotionen
Wut, Ärger, Stress, Hass, Rache, Gier, …
und auch die andere Seite mit Vorlieben, Stolz, Sympathie, Mitleid, …

Sozialer Druck
Imageverbesserung, Gruppendruck, Ehrgeiz, Anerkennungssucht, Angst, ein Außenseiter zu sein


Es gibt noch viele andere Reiz-Reaktions-Muster, die Entscheidungen negativ beeinflussen, doch wollen wir es heute mal mit diesen belassen. Hier nun, wie Meditation dem entgegen wirkt.

Es gibt viel zu schreiben über dieses Thema, doch will ich heute nur ein paar Stichworte nennen, um den revolutionären Ansatz von Meditation in seiner Breite sichtbar zu machen. Die Liste ist nicht vollständig, das Thema wird nur angerissen …


Ängste werden zu freudigen Herausforderungen

• Überlebensangst wird weniger, es besteht ein erlebtes und erfahrenes Vertrauen in die eigene Kraft und das Leben insgesamt
• Angst vor Versagen wird als unwahre Bedrohung erkannt, das Ich ist ohne Bedeutung in der Meditation, also besteht auch keine Gefahr, es zu verlieren
• Zweifel unterstützen die Wachheit und Freude an Experimenten – sogar mit Ängsten …
• Nicht Wissen ist der normale Zustand eines Meditierenden, dadurch entsteht die Herausforderung zu sehen, was ist
• Angst vor der Zukunft wird bedeutungslos, es existiert ein inneres Vertrauen in die Zukunft, die immer aus dem Jetzt entsteht
• Schwäche wird als solche erkannt und liebevoll angenommen, Veränderungen zu körperlicher Kraft und Gesundheit sind oft möglich oder es wird Unterstützung geholt
• die gesamte Ausrichtung der Wachsamkeit ist auf dieser einzigartigen Entscheidungssituation — Jetzt — dadurch entsteht eine klare Sicht der Möglichkeiten

Emotionen verwandeln sich

• Wut wird Kraft und Mut
• Ärger wird als Indikator für Veränderung gesehen
• Stress wird entspannte Kontrolle über das Notwendige
• Hass verwandelt sich in Selbsterkenntnis und manchmal auch Freundschaft
• Rache wird zu Mitgefühl
• Gier wird zur Fähigkeit, ein Paradies zu erschaffen

und die andere Seite verwandelt sich ebenfalls:
• Vorlieben werden zu distanzierter Freundlichkeit
• Stolz wird zum Ansporn, andere einzubeziehen
• Sympathie lässt Wahrheit zu
• Mitleid wird zu Mitgefühl, was die dunklen Aspekte einer Entscheidung ans Licht bringen kann


Sozialer Druck schärft die Kreativität

• Image Aufbesserung ist unerheblich, dadurch wird Energie für das Wesentliche frei
• Gruppendruck wird gesehen und als solcher entlarvt
• Ehrgeiz verliert sich, das Augenmerk liegt auf dem übergeordneten Sinnvollen einer Situation
• Anerkennung ist keine Motivation für eine Entscheidung, was Teams zum Erblühen bringt
• das Gefühl Außenseiter zu sein, wird zum Gefühl ein Insider zu sein. Jemand zu sein, dessen Entscheidung einen Unterschied macht…


Es gäbe noch viel darüber zu schreiben und in die Tiefe zu gehen, auch die einzelnen Erfahrungen von mir mit wissenschaftlicher Forschung zu belegen … Soweit nur dieser persönliche Erfahrungsbericht als Anregung bei der nächsten Entscheidung. Am 6./7. September 2008 werde ich ein Seminar zum Thema in Hamburg halten: „Boden unter den Füßen – Meditationsseminar für Führungskräfte“.

Viel Spaß beim Meditieren und Entscheiden
wünscht euch

Samarpan

PS: Intelligente Kaufentscheidungen sind solche, die auf dem Herzen beruhen

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Ein Sinn für Schönheit

Meditation verstärkt das Fühlen und Empfinden. Jemand, der regelmäßig meditiert, wird sensibler für den Körper und dessen Sinnesorgane. Das hat viele Auswirkungen – nicht nur angenehme! Manchmal kann schnelle Gereiztheit durch Lärm und Störungen entstehen, die so manchen Meditierer zur Qual für die Umgebung werden lassen. Nach und nach entsteht jedoch ein tieferes Verständnis für den neuen Zustand von Sensitivität. Die erhöhte Wahrnehmung bringt nämlich andererseits eine neue Welt an Wundern mit sich, die den Beobachter staunend verweilen lässt. Gerade jetzt im Frühling beginnen Blätter vor Lebensfreude zu tanzen, Blüten sich der Liebe zu öffnen und die Luft in heiteren Klängen zu schwingen.

Die erhöhte Sensitivität eines meditierenden Menschen drängt ihn oft dazu, seine Erfahrung und Wahrnehmungen auszudrücken. Es entsteht objektive Kunst, das ist Kunst, die nicht vom Denken abhängig ist und einen Hauch von Stille und Lebensfreude in sich trägt.

In dem heutigen Noseletter zeige ich ein paar Beispiele und Links zu Kunst dieser Art.

Der Künstler, der über sich staunt

Tipps

Es ist eine, für das Denken unlösbare Aufgabe: Kunst zu erschaffen, die nichts mit der eigenen Persönlichkeit zu tun hat. Bei der es kein Tun gibt und der Schaffende selbst über die Kreation staunt. Ein Beispiel für Kunst in diesem Sinne kommt von Shivananda einem Maler, der selbst von sich sagt: „Es fühlt sich so an, als ob ich mir selber über die Schulter schaue. Ja und wer malt?“

Im Zen dient die Kunst den drei Schätzen Buddha, Dharma, Shanga. (Bitte erspart mir, diese Weisheit zu übersetzen, ich habs versucht und bin gescheitert) Gregor Rinko Stehle ist ein Zen Mönch, der diese drei Prinzipien in seinen Buddha Statuen verwirklicht. Auf seiner Seite finden sich nicht nur wunderbare Kunstwerke der Stille in Stein, sondern auch eine Beschreibung, was objektive Kunst ist:
Die Kunst im Zen dient Buddha, indem sie ihm zu Ehren geschaffen wird
Sie dient dem Dharma, indem sie das Dharma beschreibt
Sie dient der Sangha, indem sie die Herzen verbindet
Form ist Inhalt, Inhalt ist Form
Form ist Form, Inhalt ist Inhalt
Die Welt ist ein Traum im Traum: die Kunst, die Welt, der Traum sind eins

Unverständlich fürs Denken, erfahrbar fürs Fühlen
Paul Shoju Schwerdt beschreibt den stillen Kampf und das Ringen um die Sichtbarmachung des Unmöglichen:
„lch zeige auf eine leere Flasche und weise auf die Leere, will sagen: “ Sieh die Leere!“ Die Resonanz des Betrachters ist jedoch zumeist: „Ja, da ist nichts drin.“ Er sieht nicht die Leere, sondern alleine “ das Fehlen von…“. Damit bin ich jedoch nicht zufrieden, da ich einerseits noch weit von meinem Buddha Sein entfernt bin, andererseits – wie die meisten Zen Leute – ein hartnäckiger Mensch bin. Diese kreative Frustration animiert mich zu einem Umweg: In die Leere setze ich einige wenige schlichte Elemente, anhand derer sich der Betrachter bzw.-. Zuhörer festhalten kann, die ihm jedoch ermöglichen, das, was zwischen diesen Elementen ist, anzunehmen. Beispiel hierfür ist ein Zen-Garten: eine weite, mit Kieseln ausgelegte Fläche, auf welcher vereinzelt Steinbrocken angeordnet sind. …“


Im Zen und in der Meditation gibt es keine Unterschiede zwischen Bedeutend und Unbedeutend. Alles ist gleich. Ein Bild erfährt die gleiche Aufmerksamkeit, wie zum Beispiel eine Wartebank für die Tee Zeremonie. Ein Garten wird mit großer Sorgfalt gestaltet, auch wenn es Jahre dazu benötigt, bis er fertig gestellt ist. (im Link gibt es eine Dokumentation über Jahre der Veränderung)


Das Leben der Sinne im Zen hat zu einer besonderen Art der Meditation geführt: Die Tee Zeremonie. „Der Urgrund des Teewegs ist die Stille. Des Teewegs Urgrund:

Wasser sieden lassen,
Tee zubereiten und
ihn mit aufrichtigem Herzen trinken -
nicht mehr!
Dies ist alles, was man wissen muss.

Die einfache Zubereitung einer Schale Tee, und sie in Dankbarkeit entgegenzunehmen, das ist die Grundlage eines Lebenswegs, den man chado, Teeweg, nennt. Wird eine Schale Tee im Einklang mit den Regeln der Teezeremonie angeboten, verbinden sich alle Aspekte von Religion, Moral, Ästhetik, Philosophie, Disziplin und sozialer Beziehungen zu einer einzigartigen kulturellen Synthese in hoher Vollendung.“ Auf dieser Seite sind die vielen kleinen Schritte des Tee Weges beschrieben. Alleine, die Texte zu lesen, berührt mich.


Die empfundene Sensitivität eines Menschen, der meditiert kann sich in vielerlei ausdrücken. Das Leben wird zur Kunst. Den Film von Doris Dörrie „How to Cook Your LIfe“ habt ihr ja vielleicht gesehen. Dort bringt ein Zen Priester seine Meditations Erfahrung ins Kochen. Musik, die versucht, Stille auszudrücken, gibt es viele. Hier soll nur ein Beispiel genannt werden, Tilopa, der auf einer Kyotaku Flöte spielt. Der Duft von Meditation wird durch besondere Räucherstäbchen zu erhalten gesucht. Und dann möchte ich doch nicht das Auge vergessen, die Fotografie. Auf dem folgenden Blog ist das Auge des Zen gegenwärtig.


Menschen, die meditieren, verschönern ihre Umgebung (und sich) alleine durch ihre Präsenz. Kunst ist, in dieser Präsenz zu sein.

Ein wundervolles Staunen im Frühling
wünscht euch

Samarpan
PS: Hier kann man lernen, sich in Stille aus zu drücken – beim Bambus Malen

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Meditierende leiden weniger

80 Prozent eines Schmerzes sind lediglich die Angst vor dem Schmerz, sagen Fachleute, wie zum Beispiel Ken Wilber, der amerikanische Meditationslehrer. Wir haben Angst vor unangenehmen Gefühlen, wie Leid und Schmerz, und vermeiden sie deshalb, ohne uns darüber bewusst zu sein, dass wir den Schmerz dadurch viel größer machen, als er wirklich ist.

Meditation geht den umgekehrten Weg. Wir beginnen, wahr zu nehmen, was ist: Schmerzhaftes, Grausames, Glückliches, Liebevolles … die ganze Bandbreite der Realität. Das Schmerzempfinden selbst wird nicht durch Meditation beeinflusst, so haben amerikanische Wissenschaftler festgestellt, doch die Reaktion des Gehirns auf die Schmerzreize. Menschen, die regelmäßig meditieren, empfinden Schmerzen genauso, doch reagieren weniger empfindlich auf das damit verbundene Leiden. Die Gelassenheit gegenüber Schmerzen ist nicht nur während der Meditation gegenwärtig, sondern auch danach, im täglichen Leben.

Meditation nimmt Schmerzen das Leid

Tipps

„Wer regelmäßig meditiert, reagiert weniger empfindlich auf Schmerz. Verantwortlich dafür ist ein Rückgang der Aktivität in den Schmerzzentren des Gehirns, haben amerikanische Forscher in einer kleinen Studie gezeigt. Da der Effekt nicht nur während der Meditation selbst auftrat, sondern auch in den Phasen zwischen den Sitzungen, liegt der Dämpfung eher eine grundsätzliche Auswirkung der Meditation als eine akute Beeinflussung des Schmerzes zugrunde. Jahrelange Erfahrung im Meditieren ist dafür jedoch nicht notwendig: Die reduzierte Hirnaktivität war bei Probanden nach fünf Monaten regelmäßiger Meditation genauso stark ausgeprägt wie bei Testteilnehmern mit über 30-jähriger Erfahrung.

Besonders deutlich war der Effekt in den Hirnarealen, die für die emotionale Verarbeitung von Schmerz zuständig sind, schreiben die Forscher. Sie vermuten daher, dass die regelmäßige Meditation nicht das Schmerzempfinden selbst, sondern das damit verbundene Leiden reduziert. Das könnte beispielsweise auf eine vermehrte Produktion körpereigener opiumartiger Substanzen zurückgehen oder aber auf die Verminderung allgemeiner körperlicher Reaktionen wie Anspannung oder Stress, die den Schmerz sonst verstärken.“

Auszug aus www.wissenschaft.de 2006


Meditativer Umgang mit Schmerzen

„Die erste Stufe im Umgang mit Schmerz besteht darin, dass wir uns wirklich der schmerzhaften Empfindungen bewusst sind und bereit sind, sie in diesem Augenblick zuzulassen. Dabei hilft uns die einfache Frage: Kann ich diesen Schmerz wirklich spüren?….oder… Kann ich offen sein für diesen Schmerz?…oder…….Kann ich diesen Schmerz wirklich zulassen?

Wir erforschen den Schmerz, schauen ob er eher diffus ist oder spitz, drücken oder ziehend, pulsierend oder…..

Wir spüren, ob er sich mit der Ein –oder Ausatmung verändert. Wird er stärker oder schwächer oder bleibt er gleich?

Nachdem wir ihn erforscht haben, gehen wir zu einer anderen entfernteren Stelle im Körper, wo es keinen Schmerz gibt im Augenblick, sondern neutrale oder angenehme Empfindungen. Wenn wir zum Beispiel Kopfschmerzen haben, könnten wir unsere Aufmerksamkeit zu den Füßen oder den Händen bringen und dort die Empfindungen spüren.

Das hilft uns, unser Wahrnehmungsfeld zu erweitern, sodass der Schmerz unseren Geist nicht total dominieren kann. Wir geben dem Schmerz einen weiten Raum, in dem er unter anderen Empfindungen da sein kann. Manchmal löst er sich in diesem weiten Raum auf, manchmal bleibt er da.

Natürlich sollten wir zum Zahnarzt, wenn wir Zahnweh haben und abklären ob er helfen kann.

Wir stellen die Frage. Kann ich diesen unangenehmen Empfindungen beispielsweise in meinem Kopf voller Mitgefühl. begegnen? Es ist spannend zu spüren was an dem Ort, wo wir den Schmerz spüren passiert, während wir diese Frage stellen. Wie verändert sich das schmerzhafte Gefühl während wir diese Frage stellen?

Diese Frage lässt Offenheit und Empfänglichkeit für unser Leben in diesem Augenblick in unserem Bewusstsein entstehen. Und das ist die wichtigste innere Haltung, die wir dem körperlichen Schmerz entgegenbringen können, damit er sich nicht in Leiden, in geistigen Schmerzen weiter fortsetzt. Die geistige Übung, mit Schmerzen achtsam, offen und mitfühlend umzugehen können wir unser ganzes Leben lang praktizieren, denn Gelegenheiten dazu gibt es viele. Sie bringt unserem Geist Frieden, Gelassenheit und Stabilität, der normalerweise bei der kleinsten körperlichen Unbequemlichkeit in die Reaktion von „Fight or Flight“ (=dagegen ankämpfen oder fliehen) verfällt.“

Aus Annabels Meditations Blog


Schmerzen, die sich lohnen

„… In deine Muskulatur, in die Struktur deines Körpers haben sich durch Unterdrückung viele Dinge eingenistet. Wenn du Wut unterdrückst, geht das Gift in deinen Körper. Es geht in die Muskeln, es geht ins Blut. … Wenn du nun anfängst zu meditieren, werden all diese Giftstoffe freigesetzt und überall, wo der Körper stagniert, muss es schmelzen, wird es wieder flüssig werden. Das ist eine große Anstrengung. Wenn du vierzig Jahre lang ein falsches Leben gelebt hast und dann plötzlich meditierst…

Der ganze Körper ist in einem Aufruhr. Du wirst überall im Körper Schmerzen haben. Aber diese Schmerzen sind gut und du musst sie willkommen heißen. Erlaube dem Körper, wieder zu fließen. Er wird wieder anmutig und kindlich werden. Du wirst deine Lebendigkeit wiedergewinnen. Aber ehe diese Lebendigkeit da ist, müssen die toten Teile gerade gebogen werden, und das tut ein bisschen weh…“

Mehr darüber auf FindYourNose.com


Eines kann ich aus eigener Erfahrung sagen: Das Leben macht mehr Spaß, wenn die Angst vor Schmerzen wegfällt …
So wünsche ich euch eine schmerzhafte Zeit in der nächsten Woche, ( :-) ) damit ausprobiert werden kann, wie sich das Seifenblasen-Monster Leiden minimieren lässt.
Eine wundervolle, entspannte und liebevolle Zeit …

Samarpan
PS: Etwas für Leute, die sensibler mitfühlen wollen

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Das Wunder der Hingabe

Meine größte Angst erfüllte sich. In dem Seminar „Seelisch Spirituelle Sterbebegleitung“ mit Veetman übte ich den Abschied von meinen Sohn. Sterben ist nicht leicht, weder, wenn geliebte Menschen sterben, noch in der Zeit bevor man selbst stirbt. Niemand möchte wirklich sterben, auch ich wollte es nicht. Es brauchte viele Tränen bis sich der Körper und das „Ich“ endlich dem Unvermeidlichen hingeben konnten. Hingabe an das Unausweichliche öffnet die Türe zum Verstehen. Es war für mich ein Wunder zu sehen, dass ich die Wahrheit schon kannte, sie in vielen Meditationen und auch in der Kindheit erfahren habe und mir nur nicht dessen bewusst war. Die Wahrheit, die weiß, dass Leben und Tod nicht getrennt sind. Dass überhaupt nichts getrennt ist. Dass Vergänglichkeit die Schönheit und Lebendigkeit meines Lebens ausmacht.

Durch Hingabe erblüht Sterben. Das Gleiche passiert in der Meditation.

Es ist der gleiche Prozess: Meditieren und Sterben

Tipps

„Im Sterbeprozess wie auch in der Meditation geschieht ein Rückzug aus dieser Welt, ein sich nach Innen wenden, eine tiefer werdende Erfahrung von Präsenz, eine Haltung der Demut, innere Stille und eine tiefe Erforschung und Frage nach dem wirklichen Selbst. Und in jeder Erfahrung, Sterben wie auch Meditation, werden wir transformiert. In Meditation wählen wir aus, transformiert zu werden, im Sterben werden wir ausgewählt. Beide lassen das Gefühl des Selbst über das beengende „Ich“ hinausgehen, das wir immer zu sein glaubten.

Wir betrachten Tod als eine Tragödie in unserem Leben. Ich (Veetman) sehe den Tod jetzt als eine sichere Reise, auf der Qualitäten wie Gnade natürlich entstehen. Zuerst jedoch ist Sterben niemals leicht. Oft ist körperliches Leiden da, auch wenn es medizinisch fast keinen Grund mehr dafür gibt. Und es ist immer seelisches Leiden da. Niemand von uns möchte gerne sterben, selbst wenn der Tod eine Befreiung von lebensunwürdigen Umständen sein kann. Die Tragödie, die wir empfinden, wenn wir eine tödliche Prognose bekommen, bis zu der Erfahrung von Gnade ist schwer und oft einsam – bis wir den Punkt der Hingabe erreichen.

Wir verbringen unser Leben so leichtsinnig an der Oberfläche. Ein Sterbender sagte einmal zu mir: „Ich habe mein ganzes Leben so gelebt, als ob ich bei einer Kostümprobe wäre. Aber Sterben ist sehr wirklich.“ Sterben sammelt unsere Aufmerksamkeit im Zentrum unseres Wesens. Wachsamkeit ist der Schlüssel und eine nach Innen gerichtete Aufmerksamkeit ist das Tor. Sterben bringt uns dahin, Meditation bringt uns bereits dahin, während wir leben.

Ich sehe Sterbende, die in der Hingabe ihre spirituelle Wahrheit finden und sich in einen natürlichen tiefen Frieden entspannen. So, als ob die Dimensionen des Göttlichen wie eine Hängematte sind, in die sie sich zurücklehnen und entspannen können und darin große Sicherheit und Wohlbefinden erfahren. Ich sehe Menschen, die leben, während sie sterben. An der Schwelle von Leben und Tod beginnen sich Qualitäten wie Rückzug, ein nach Innen gekehrt sein, ein Strahlen, ein tiefes Gefühl von Perfektion und in Ordnung sein, ein tiefes Gefühl des Wissens und liebevolle Güte, Stille und eine Erfahrung des Göttlichen zu zeigen. Dies sind höhere menschliche Qualitäten, die sich auch durch Meditation entwickeln können.“
Auszüge aus Seelisch – Spirituelle Sterbebegleitung, unveröffentlichte Seminarunterlagen von Veetman und Sukhi Masshöfer, Institut für Leben und Sterben
www.leben-sterben.de


Drei Tage nach dem Seminar habe ich das Gefühl, als ob etwas tief drinnen in mir weiter arbeitet. Im Leben zu sterben wirkt nach. Im Außen bemerke ich es an meinen Beziehungen: eine Grundstimmung liebevoller Intimität und Wahrheit ist in den Gesprächen präsent. Und was denkt ihr, wie ich mich gefreut habe, meinen Sohn wieder zu sehen!!
ich wünsche euch eine wunderbare Woche
in Liebe und Leichtigkeit und Stille und Lebendigkeit …

Bis nächsten Mittwoch dann…

Samarpan
(… bedeutet Hingabe)
PS: Ein Buch, welches das Leben und Sterben verändern kann

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Man lernt zu sterben

Das Leben scheint nie genug zu sein, der Tod kommt immer zu früh. Stellt euch nur einmal vor, jetzt, in diesem Moment zu sterben … Es wäre zu früh. 1000 Jahre wären nicht genug. In der Meditation erfährt sich ein anderes Leben, das, was niemals stirbt. Durch Meditation entsteht die innere Gewissheit, dass Sterben und Leben zusammen gehören. Die Hingabe an diese Erfahrung bringt Dankbarkeit mit sich.

Hingabe an die Realität

Tipps

Ich habe ungefähr 30 Websites zu dem Thema Meditation und Sterben befragt, und keine zündet mich an. Ich habe köstliche Weisheiten gelesen, wunderbare Worte, auch aus Erfahrung, doch nichts erreicht mich wirklich. Den ganzen Tag über warte ich darauf, dass Klarheit zum Thema für den heutigen Noseletter entsteht. Ich habe soviel meditiert in meinem Leben, ich werde doch wohl beschreiben können, was es heißt, in der Meditation zu sterben! Ich habe es doch selbst erlebt.

Ich stehe auf, gehe zum Kühlschrank, dann zur Schokolade, dann zum Bett, dann zu eingehenden Emails, dann zu den Fischen und wieder zurück zum Noseletter. Ich lese, verarbeite… und lese wieder Einsichten über den Tod des Egos, über Dharma, über Tao, über All Eins Sein, über loslassen, über da sein lassen, über nichts tun können und nichts tun, beobachten, wahrnehmen, sich hingeben, sich auflösen… über bewusste Dankbarkeit, über die innere Natur, über spirituelle Krisen, über Gier und Hass als Urgrund des Nicht Verstehens, über die Illusion des ICH …

Doch was ich auch lese, es bleiben Worte. Ich schaue bei mir: Viele Vorstellungen sind auf meinem Weg durch den Prozess von Meditation gestorben. Viele Pläne, Wünsche, Träume. Auch wenn ich meist dabei erzitterte, so vertiefte sich das Vertrauen ins Leben.

Lernen, zu sterben und zu vertrauen

In diesem Moment stirbt mein Anspruch einen klaren, leichten, wissenschaftlichen und erfreuenden Noseletter zu schreiben. Ein unangenehmes Gefühl. Ich bleibe ein paar Momente dabei, mit dem Gefühl von Misserfolg im Magen, dem dumpfen Schmerz und sterbe. Lasse los. Okay. Der Schmerz ist immer noch da, aber er wird schwächer. Die Wahrnehmung von Vertrauen dehnt sich aus. Es ist, wie es ist.

So kann ich aus meiner eigenen, gegenwärtigen, momentanen Erfahrung sagen, dass Sterben zunächst unangenehm ist. Hingabe an das, was ist, befreit.


Ein Haiku

Schmetterlinge folgen liebevoll
dem Blumengebinde
auf dem Sarg.

Alles Liebe
von
Samarpan

PS: Eine Chirurgin, die Meditation kennen gelernt hat, lehrt Ayurveda Yoga Massage

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Wunschlos glücklich

Vor kurzem habe ich mir den so erfolgreichen Film „The Secret“ angesehen und war wieder einmal überrascht, wie gerne wir Menschen doch Dinge mögen, die unser Ego bestärken. In dem Film „The Secret“ geht es um das Gesetz der Anziehung: „Was immer ich denke, manifestiert sich“, das ist das Geheimnis des Films. Alles ist möglich, und das nicht nur bei Toyota. Du bist krank? Da wirst du wohl falsche Gedanken haben. Du fährst keinen Mercedes und deine Beziehung könnte glücklicher sein? Kein Problem – denke dir deine Wünsche herbei. Die Existenz ist ein großes Shopping Center, das wie der Weihnachtsmann alles für dich bereit hält.

Meditation ist genau das Gegenteil. In Meditation lassen wir die Dinge wie sie sind. Ohne auszuwählen, ohne zu bewerten. Die Aufmerksamkeit ist nicht darauf gerichtet, was für Wünsche ich mir noch erfüllen könnte, sondern darauf, was ist. Die Auflösung des Subjekts (Ich) und des Objekts (das, was ich wahrnehme), das ist Meditation.

Kein Mercedes? Okay. Neid auf Leute, die es sich einfach machen im Leben? Okay, diese Emotion wird wahrgenommen. Anders als im Film „The Secret“ mit dem sogenannten Geheimnis von „Wie bekomme ich das, was ich will“, richtet man in der Meditation seine Aufmerksamkeit auf die Wahrnehmung selbst: Das, was ich wirklich bin und das ist jenseits vom Denken, von Gefühlen oder dem Körper (und großen Autos).

Die Lust des Egos, sich zu vergrößern

Tipps

Würde C.G. Jung noch leben, würde er den Film „The Secret“ für einen Rückfall in ein mittelalterliches magisch-kausales Denken halten. Auf ein Ereignis – dem Denken – folgt ein anderes, die Materialisation des Wunsches. Seit jeher suchen die Menschen danach, die Kontrolle über Leben und Sterben zu übernehmen, sich allmächtig zu fühlen. Das ist heute nicht anders als im Mittelalter. Mit Sätzen aus dem Film wie „Du wirst das, worüber du am meisten nachdenkst“, „Du bist das Meisterstück deines Lebens“ oder „Alles kann dir gehören“ fühlt sich das ICH stark. In der Meditation löst sich das Ich auf, es ist die genau gegensätzliche Suche.

Eine Geschichte

Eine Gruppe von Leuten, die mit dem „Geheimnis“ arbeiteten, trafen sich regelmäßig, um ihre Erfahrungen auszutauschen. Ein Mann fehlte seit Wochen. Eines Tages sah der Vorsitzende des Clubs den Sohn des Mannes auf der Straße: „Junge, was ist mit deinem Vater? Er hat sich seit Wochen nicht bei uns blicken lassen.“ Der junge Mann sagte: „Er ist krank.“ Der Vorsitzende lachte. „Er wird das nie verstehen. Er ist nicht krank, er denkt nur, dass er krank ist. Die Krankheit sitzt in seinem Kopf. Gehe zu ihm, erzähle ihm das und sage ihm schöne Grüße von mir.“ Doch weiterhin kam der Mann nicht zu den Treffen. Und wieder passierte es, dass der Vorsitzende auf den Jungen traf. „Was ist los mit deinem Vater? Hast du ihm nicht die Nachricht von mir überbracht?“ „Doch“, antwortete der Junge, „ich habe es ihm gesagt.“ „Warum kommt er dann nicht zu den Meetings?“ Der junge Mann sagte: „Jetzt denkt er, dass er tot ist. Seit Tagen sagen wir zu ihm „Paps, das ist alles nur deine Einbildung,“ doch er hört nicht zu.“

Meditation bedeutet, nicht zu wählen
(Nicht einmal das Nicht Wählen)

Aus einer buddhistischen Schrift: „Der Buddha Verstand ist rein und klar, frei von der Existenz und von der Nicht-Existenz. Wenn der Körper und der Verstand nicht auftauchen, dann lässt sich dadurch dauerhafte Wachsamkeit über den wahren Geist erlangen.“

Der Versuch einer Übersetzung: Ein meditierender Mensch wählt nicht. Er lässt die Dinge so, wie sie sind. An sich und den anderen. Er lebt ein natürliches, authentisches Leben. Ist ein Freund gestorben, dann ist er traurig. Ist er mit einem geliebten Menschen, dann ist er glücklich. Ein meditierender Mensch lässt sich so sein, wie er ist. Wenn er wählen möchte und etwas lieber hat, als das andere, dann ist das so. Wenn er lieber passiv bleibt oder gerne aktiv ist, dann ist das so. Der meditierende Mensch lebt widerstandslos und ohne Wunsch, sich oder die Dinge zu verändern. Sogar Widerstand wird widerstandslos akzeptiert. So lebt der meditierende Mensch ein harmonisches Leben mit dem, was ist. Durch dieses Verhalten löst sich das Gefühl von Ich, das alles unter Kontrolle haben möchte, auf.

Bitte verzeiht mir, wenn ich nur nacherzählen kann. Mir fehlt die Tiefe der Erfahrung. Eine Erfahrung habe ich jedoch in meinem Leben gemacht, die ich dem „Secret“ entgegensetzen möchte. Das, was wir uns an Dingen, an Beziehungen oder Erfahrungen wünschen können, ist ein läppischer Bruchteil von dem, was passiert, wenn man meditiert.

Meditation erfüllt keine Wünsche, doch viel mehr.
Viel Spaß beim Meditieren und Nicht Wählen
wünscht euch

Samarpan

PS: Ein kulturell kreativer Platz an dem „Nicht Wählen“ in der Meditation praktiziert wird

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Konzentration ist keine Meditation

Durch Konzentrations Techniken lässt sich einiges bewirken. Von den Yogis, die auf Nägeln schlafen, haben wir als Kind gehört. Dann gibt es Yogis, die 30 Jahre lang üben, Wasser durch ihren Penis „zu trinken“, beziehungsweise in den Körper aufzunehmen. Oder andere, die über Stunden klinisch tot sind, um schließlich wieder ins Leben zurückzukehren. Es gibt viele schier unglaubliche Phänomene, die unter der Bezeichnung „Meditation“ laufen, doch eigentlich Konzentrationsübungen sind.

Im Yoga wird die Konzentration als Vorstufe der Meditation praktiziert. Das ist ein langer Weg schwierigster Übungen, durch die sich der Verstand so erschöpft, dass das Los Lassen am Ende des Wegs leicht fällt. Dann passiert Meditation. Meditation ist keine Konzentration, sondern ein Zustand ohne Ziel, ohne Absicht, ohne etwas Erreichen zu wollen …

Trotzdem der Weg des Yoga die Konzentration also nur als Vorstufe zur eigentlichen Meditation versteht, wollen wir uns heute einem Phänomen widmen, das durch Visualisierung erreicht werden kann: Tummo, das ist eine Methode aus dem eiskalten Tibet, die die Erhöhung der Körpertemperatur bis zu 8,3 Grad bewirkt. Die Technik wird von Mönchen praktiziert, die im Schnee oder in eisigen Höhlen meditieren (müssen). Der Holländer Wim Hof hat 10 Jahre Tummo praktiziert und sich im Januar 72 Minuten lang in Eis gepackt. Damit ist er ins Guiness Buch der Weltrekorde eingegangen.

Sich 72 Minuten in Eis packen und andere Kuriositäten

Tipps

Es ist beeindruckend zu sehen, wozu der menschliche Geist fähig ist. Mönche aus den unterschiedlichsten Kulturen haben sich weißer Magie verschrieben und werden als Heiler, als Yogis, als Heilige verehrt. Es ist manchmal unglaublich, was möglich ist, wenn der Verstand ganz auf ein Ziel ausgerichtet und konzentriert wird. Ohne einen Meister zahlt der Magier meist einen hohen Preis dafür – denn Konzentration verstärkt das Ego. Der Meister hilft, die Fallen des spirituellen Egos zu umschiffen und ist deshalb notwendig auf dem Weg zu Meditation.

Heute möchte ich mich dem Holländer Wim Hof widmen und an seinem Beispiel das Phänomen des Yogis oder Magiers genauer ansehen. Er ist ein westlicher Yogi, der viele Jahre „Tummo“ praktizierte. Wim Hof ist als „der Eismann“ bekannt. Er schwimmt nackt unter Eisschollen hindurch, joggt barfuß durch Schneelandschaften und steht 72 Minuten lang in einem künstlichen Eiswürfel mitten in New York.

Ich fand es interessant, mehr über seine Persönlichkeit zu erfahren und habe ein paar Videos über ihn gefunden. Macht euch selbst ein Bild von ihm:
• Ein Foto mit leicht gerötetem Näschen

• In Chelsea, im Eiswürfel

• Ein Rundum Video„A Man Can Do More Than He Thinks“

Auf YouTube.com gibt es noch weitere spannende Videos von ihm.

Wie hält er das aus? Was ist Tummo?
Laut Wikipedia ist „Tummo (tibetisch für „innere Hitze, inneres Feuer, der/die Grimmige, rasendes Weib) eine tibetische Bezeichnung für eine fortgeschrittene, tantrische Meditationstechnik des Vajrayana-Buddhismus. Äußeres Ziel und damit der Ursprung des Namens dieser kontemplativen Praxis ist die bewusste Erhöhung der Körpertemperatur bei gleichzeitiger Immunisierung gegen niedrige Umgebungs-Temperaturen ohne die Zuhilfenahme äußerer Mittel.“ Mehr Informationen im englischen Wikipedia.
Eine detailierte Beschreibung von Tummo gibt Jürgen Fischer:

Der Praktizierende lenkt auf dem zentralen Energiekanal entlang der Wirbelsäule zwei farbige – ein rotes und eine weißes – Energiebällchen vom Becken und vom Scheitel aus mit hoher Geschwindigkeit gegeneinander und vereinigt sie sozusagen in einer visualisierten „Kernfusion“. Als Ergebnis dieser Meditation entsteht physische Hitze, d.h. der Körper erwärmt sich, unabhängig von der Außentemperatur.
Ich möchte nochmal darauf hinweisen, dass Visualisierungs-Techniken dieser Art nur unter Anleitung eines Meisters gemacht werden sollten. Es ist leicht, sich darin zu verlieren …
Viel Spaß beim Meditieren und Los Lassen

wünscht euch

Samarpan

PS: Statt sich warme Gedanken zu machen, wie wärs mit ein wenig Puls fühlen? Den eigenen Pulsschlag des Herzens?

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Vollmond und Meditation

Heute Nacht (20. Februar 2008) scheint der Vollmond, was manche Menschen nicht besonders gut schlafen lässt und andere zur Erleuchtung bringt. Buddha ist in einer Vollmond Nacht geboren, erleuchtet und auch gestorben oder „verlöscht“, wie die Buddhisten sagen. Der Vollmond hat es in sich, was viele Traditionen dazu nutzen, Vollmond Meditationen zu praktizieren. In der tibetischen Tradition soll der Vollmond der beste Tag dafür sein, mit Meistern Kontakt aufzunehmen, da das Denkvermögen an diesem Tag offen ist. Auch in den hinduistischen Veden (Heiligen Schriften) steht, dass der Mond der Torweg zwischen Meister und Schüler ist.

Im Zen ist der Mond ein Symbol für Erleuchtung. Wenn man meditiert, wird man zum Vollmond! (Das ist nicht auf die Gesichtsform bezogen). Das ist doch mal eine neue Perspektive, nach all dem Nichts der letzten Noseletter … Damit wir das Symbol des vollen Mondes besser verstehen, ein paar Worte über Buddha und seine Mond Natur …

Buddha ist wie der Mond – weder kommt, noch geht er

Tipps

„Wenn der Mond untergeht, sagen die Menschen, dass er verschwunden sei; wenn der Mond aufgeht, sagen sie, dass er wiedergekehrt sei. Tatsächlich aber kommt und geht der Mond nicht, sondern er scheint unverändert am Himmel. Buddha ist genauso wie der Mond. Weder kommt noch geht er.

Die Menschen nennen einen bestimmten Stand des Mondes Vollmond, einen anderen Stand nennen sie zunehmenden Mond. In Wirklichkeit aber ist der Mond immer rund, weder zu- noch abnehmend. Buddha ist ebenso wie der Mond. In den Augen der Menschen mag Buddhas Erscheinung sich öfters wandeln, aber in Wahrheit ändert sich Buddha nie.

Der Mond scheint überall; über einer großen Stadt einem schlafenden Dorf, einem Berg, einem Fluss. De Mond ist in den Tiefen eines Teiches zu sehen, in einer Krug mit Wasser, in einem Tautropfen, der auf einem Blatt hängt. Wenn ein Mensch Hunderte von Meilen geht: der Mond begleitet ihn. Für Menschen scheint sich der Mond zu verändern, aber der Mond bleibt wie er ist. Buddha ist wie der Mond, wenn er den Menschen dieser Welt bei all ihren Lebensveränderungen folgt und sich darauf einstellt, aber bezüglich seines Wesens ändert er sich nicht.“

Aus www.dharmaweb.de
Übung zum Vollmond
Lest den Text noch einmal und ersetzt das Wort „Buddha“ mit eurem Namen.
Und noch ein anderer Aspekt des Mondes in der Meditation
von Zen Meister Dogen

Die Erleuchtung ist wie der Mond, der sich im Wasser spiegelt.
Der Mond wird nicht nass noch bewegt sich das Wasser.
Obgleich sein Licht groß und strahlend ist,
spiegelt sich der Mond auch in der kleinsten Pfütze.
Der ganze Mond und auch das ganze Universum
spiegeln sich im Wassertropfen auf einem Grashalm.

Viel Spaß beim Meditieren und zum Vollmond werden

wünscht euch

Samarpan

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Geduld! Abwarten und Tee trinken

Warten ist schwer auszuhalten. Nicht nur im Alltag, sondern gerade auch beim Meditieren. Da hört man von großen Dingen, die passieren, wenn man meditiert (ich denke nur an die Schläfenlappen der Nonnen aus Noseletter 9, deren niedrige Gehirn Frequenzen ein All-Eins-Gefühl produzierten) … und selbst sitzt man da und es passiert nichts. So denkt man. Stimmt aber gar nicht. Warten können ebnet den Weg.

Warten bis in alle Ewigkeit

Tipps

Eine Zen Geschichte

Ein Schüler kommt zu einem Zen Meister und bittet ihn darum, ihm zur Wahrheit zu verhelfen. Dieser sagt: „Kannst du warten?“ Der Schüler fragt: „Wie lange?“ Darauf der Meister: „Verschwinde von hier.“
Aus dem Christentum

„Es ist überhaupt nicht notwendig, irgendwelche außergewöhnlichen Erfahrungen in der Meditation zu haben. Die können passieren, doch wenn sie es nicht tun, dann ist das kein Zeichen dafür, dass die Zeit der Meditation nutzlos war. Nicht nur am Anfang, sondern immer wieder wird es Zeiten geben, in denen wir eine große spirituelle Trockenheit und Abgestumpftsein spüren, oder eine Abneigung gegen das Meditieren haben, ja sogar nicht mehr dazu fähig sind, zu meditieren. Wir dürfen uns von diesen Erfahrungen nicht abhalten lassen. Vor allem dürfen wir uns nicht daran hindern, weiterhin unsere Meditationspraxis mit großer Geduld und Treue beizubehalten. Es ist nicht gut für uns, die vielen Erfahrungen, die wir mit uns in der Meditation haben, zu ernst zu nehmen.

Da nämlich kriecht die alte Eitelkeit und die Forderungen an die Göttlichkeit über den frömmischen Umweg in uns hinein. Als ob es unser Recht wäre, nur erhebende und fruchtbare Erfahrungen zu machen und die Entdeckung unserer inneren Armut unter unserer Würde wäre. Mit dieser Haltung werden wir keinen Fortschritt machen.

Dietrich Bonhöffer, Zitat von gaia.com

Nochmal Zen

Eines Tages erschütterte ein Erdbeben des ganzen Zen Tempel. Einige Teile fielen in sich zusammen. Viele der Mönche waren geschockt. Als das Erdbeben stoppte, sagte der Lehrer: „Jetzt hattet ihr also mal die Gelegenheit, wie ein Mann des Zens mit einer Krisensituation umgeht. Ihr werdet bemerkt haben, dass ich nicht in Panik war. Ich war total bewusst darüber, was passierte und was zu tun ist. Ich habe euch alle in die Küche geführt, der der stärkste Bereich des Tempels ist. Das war eine gute und richtige Entscheidung, denn wir haben alle ohne Verletzungen überlebt. Trotz meiner Selbstkontrolle und Zentriertheit fühlte ich mich ein wenig angespannt – was ihr wahrscheinlich daran gemerkt habt, dass ich ein großes Glas Wasser trank, etwas, was ich ja sonst nicht tue.

Einer der Mönche lachte, aber sagte nichts dazu.

„Worüber lachst du?“, fragte der Lehrer.

„Das war kein Wasser,“ antwortete der Mönch, „das war ein großes Glas Soja Sauce.“

(Geduld! Es dauert noch ein wenig, bis du ankommst. (So zehn oder zwanzig Leben) (Das nur als Ansporn!))

Aus dem Buddhismus

Das nächste Mal, wenn du im Straßen Verkehr stecken geblieben bist, kämpfe nicht damit. Es ist unnütz zu kämpfen. Wenn du dich zurücklehnst und dir selbst zulächelst, dann wirst du den gegenwärtigen Moment genießen und jeden im Auto glücklich machen. Der Buddha ist da, denn der Buddha kann immer im gegenwärtigen Moment gefunden werden. Meditation zu praktizieren bedeutet, zum gegenwärtigen Moment zurück zu kommen, um der Blume, dem blauen Himmel, dem Kind und der leuchtend roten Ampel zu begegnen.

Warten lernen mit der „Driving Meditation“ nach Thich Nhat Hanh
Viel Spaß beim Meditieren und beim Warten auf Nichts
wünscht euch

Samarpan
PS: Wenn du keine Lust mehr auf Warten hast, befrage doch mal die Karten …
Ein zeitgemäßes Haiku

Erst Schnee, dann Stille.
Dieser Tausend Dollar Bildschirm stirbt
So wunderschön.

Simon Firth

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